NS-Raubkunst

»Faire und gerechte Lösung«

Hermann Parzinger, Stiftung Preußischer Kulturbesitz Foto: dpa

Aus der Sammlung Margarete Oppenheims (1857–1935) sind in Berliner Museen elf Kunstwerke identifiziert und etwa zur Hälfte an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben worden. Wie die Stiftung Preußischer Kulturbesitz am Montag in Berlin erklärte, gelangten die Werke auf unterschiedliche Weise ins Kunstgewerbemuseum und in die Skulpturensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin.

Für alle elf Werke sei mittlerweile eine »faire und gerechte Lösung« auf Basis der »Washingtoner Erklärung« gefunden worden. Fünf wurden von der Stiftung zurückerworben.

Margarete Oppenheim besaß eine der größten und wertvollsten Kunstsammlungen Deutschlands. Dazu zählten Werke zahlreicher Impressionisten, aber auch Porzellan, Majoliken, Fayencen, Silberarbeiten und Kleinplastiken. Sowohl Margarete Oppenheim als auch ihre Erben gehörten wegen ihrer jüdischen Herkunft zu dem von den Nationalsozialisten verfolgten Personenkreis.

Testament Stiftungspräsident Hermann Parzinger dankte den Erben von Margarete Oppenheim für die gefundene Lösung. Die Frage der Auffindung und Rückgabe von NS-Raubkunst sei nach wie vor eine wichtige Aufgabe für die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Nach Angaben der Stiftung hatte Margarete Oppenheim bereits 1933 verfügt, dass ihre Kunstsammlung von den Testamentsvollstreckern zum von ihnen »geeignetst erscheinenden Zeitpunkt« versteigert und der Erlös dem Nachlass zugeführt werden sollte.

Die Auktion fand im Mai 1936 statt, nach Stiftungsangaben zu einem Zeitpunkt also, bei dem von einem Zwang durch äußere Umstände ausgegangen werden müsse. Das Berliner Museum hatte seinerzeit 24 Objekte aus der Oppenheim-Sammlung erworben.

In der »Washingtoner Erklärung« hatten sich im Dezember 1998 44 Staaten, darunter Deutschland, verpfichtet, von den Nazis beschlagnahmte Kunstwerke ausfindig zu machen und für deren rechtmäßige Besitzer eine »gerechte und faire Lösung« zu finden. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat nach eigenen Angaben seit Beginn der 90er-Jahre in Restitutionsverfahren mehr als 350 Kunstwerke und über 1000 Bücher zurückgegeben. epd

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  15.02.2026

NS-Zeit

Die gleichen Stationen eines viel zu frühen Todes

Auch sie führte Tagebuch: Margot Frank war die wenig bekannte Schwester von Anne Frank. Doch ihre Erinnerungen gingen verloren

 15.02.2026

Trend

»Spiritually Israeli«: Antisemitismus als Meme

Warum ein Begriffspaar in den sozialen Medien gerade populär ist – und wieso es nichts mit Israel zu tun hat

von Nico Hoppe  15.02.2026

Reaktion

»Medialer Sturm«: Berlinale verteidigt Künstler

Nach Debatten bei den Filmfestspielen veröffentlicht Festivalchefin Tricia Tuttle einen Appell – und nimmt die Jury in Schutz

 15.02.2026

Aufgegabelt

Korkenzieher-Gurken mit Gochujang-Dressing

Rezepte und Leckeres

 14.02.2026

Berlinale

Nachdenken über Siri Hustvedt

Die Regisseurin Sabine Lidl hat eine sehenswerte Dokumentation über die amerikanische Schriftstellerin gedreht – ein Filmtipp

von Katrin Richter  14.02.2026

Berlinale

Arundhati Roy sagt Teilnahme ab

Als Begründung nannte sie die aus ihrer Sicht »unerhörten Aussagen« von Mitgliedern der Jury zum Gaza-Krieg

 14.02.2026

NS-Raubkunst

Wolfram Weimer kündigt Restitutionsgesetz an

»Eine Frage der Moral«: Der Kulturstaatsminister stimmt einem unter anderem vom Zentralrat der Juden geforderten Gesetz zu

 14.02.2026

Berlinale

Eine respektvolle Berlinale scheint möglich

Die 76. Berlinale hat mit Glamour, großen Gefühlen und einem wunderbaren Eröffnungsfilm begonnen. Respekt wurde großgeschrieben am ersten Tag. Nur auf der Pressekonferenz der Jury versuchte der Journalist Tilo Jung vergeblich zu polarisieren

von Sophie Albers Ben Chamo  13.02.2026