Corona-Pandemie

Eva Menasse empfiehlt das Loslassen

Eva Menasse Foto: dpa

Die Schriftstellerin Eva Menasse sieht als ein Thema in den nächsten Wochen der Corona-Zwangspause das Loslassen. »Den Ärger, die Ungeduld und das Aufbegehren, vielleicht folgen Angst und Verzweiflung dann von selbst. Man kann ihnen beim Stoßlüften das Fenster aufhalten und sich noch freundlich-verabschiedend verbeugen. Hinaus mit euch«, schreibt die gebürtige Wienerin in der »Süddeutschen Zeitung« (Wochenendausgabe).

Online-Yoga Darin rät sie angesichts des Teil-Lockdowns, sich nicht zu überfordern. »Erzählt mir nichts von digitalem Kulturkonsum, von Online-Yoga und Kochkurs-Webinaren, verlangt doch nicht schon wieder zu viel von euch und anderen.«

Eine ihrer Ideen: »Vielleicht soll man sich hinsetzen und auf einem Zettel versuchen, das bisherige Leben in Abschnitte einzuteilen. Plötzlich werden, wie von einem Zauberfaden gezogen, Erinnerungen hervorkommen, eine nach der anderen: «Das hast du mir nie erzählt!» Und immer nur das Gute notieren, das Schlechte weglassen. Wenn es nicht gleich klappt, noch einmal das Fenster öffnen. Es wird sich viel Schönes ergeben, wenn man sich bemüht.«

Dankbarkeit Es könnten ihrer Ansicht nach die Wochen für das vermeintlich unwichtige Detail, für die Innenschau, die kleine Überraschung werden. »Es könnten die Wochen der Dankbarkeit sein, dafür, dass man kein Paketbote ist, dass man nicht zehn Stunden lang Intensivpatienten umdrehen muss, dass man nicht entscheiden muss, welche Maßnahmen uns retten werden und welche nicht. Schluckt die Trillerpfeifen runter, es geht alles vorbei.« 

Zu Eva Menasses Büchern gehören Vienna und Quasikristalle, sie lebt in Berlin. dpa

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