Weinstein-Prozess

Erste Juroren bestimmt

Der Filmproduzent Harvey Weinstein Foto: imago

Im Prozess gegen den ehemaligen Filmmogul Harvey Weinstein wegen Sexualverbrechen sind die ersten Juroren bestimmt worden. Das Gericht in Manhattan berief am Donnerstag sieben New Yorker, vier Männer und drei Frauen, aus einem Pool von mehr als 100 Menschen in die Jury des aufsehenerregenden Prozesses. Insgesamt wird die Jury aus zwölf Personen sowie sechs Ersatzjuroren bestehen. Die Auswahl wird am Freitag fortgeführt.

Richter James Burke richtete dabei deutliche Worte an die Anwesenden: Der Prozess sei kein Referendum über die MeToo-Bewegung oder Frauenrechte, mahnte er. Die Entscheidung der Jury dürfe nur auf den Beweisen, die im Gericht präsentiert werden, beruhen. Das US-Model Gigi Hadid wurde zuvor Berichten zufolge als potenzielle Jurorin ausgeschlossen. Es wurde gemutmaßt, dass ihr Status als bekannte Persönlichkeit der Verhandlung schaden könnte.

auswahl Der Prozess gegen Weinstein hatte am 6. Januar begonnen, nach der Auswahl der Jury soll es am 22. Januar mit den Auftaktplädoyers erstmals um Inhaltliches gehen. In dem Prozess gegen Weinstein geht es um die Vorwürfe von zwei Frauen: Der heute 67-Jährige soll eine von ihnen 2006 zum Oral-Sex gezwungen haben, die andere soll er 2013 vergewaltigt haben.

Der Prozess soll insgesamt mehr als zwei Monate dauern. Bei einer Verurteilung droht Weinstein eine lebenslange Haftstrafe.

Die Verteidigung des Multimillionärs versuchte am Donnerstag erneut, den Richter von der Verlegung der Verhandlung außerhalb von New York City zu überzeugen. In einem Antrag vom Vortag führte sie die »karnevalhafte« Atmosphäre, unter anderem wegen Anti-Weinstein- Kundgebungen vor dem Gericht, an. Dies und der große Medienauflauf könnten die Unvoreingenommenheit der Jury beeinflussen. Der Richter wies das zurück.

Der Prozess soll insgesamt mehr als zwei Monate dauern. Bei einer Verurteilung droht Weinstein eine lebenslange Haftstrafe. In Kalifornien ist ein weiterer Strafprozess angekündigt. Insgesamt hatten mehr als 80 Frauen Weinstein in den vergangenen Jahren sexuelle Übergriffe vorgeworfen.

Die Anschuldigungen lösten die MeToo-Bewegung aus. Überall auf der Welt erkannten Frauen und auch einige Männer ihre eigenen Geschichten in denen der mutmaßlichen Weinstein-Opfer wieder und begannen, sie unter dem Schlagwort »Me Too« (»Ich auch«) zu sammeln.  dpa

Aufgegabelt

Avocadosalat mit Thunfisch

Rezepte und Leckeres

 23.08.2026

Zahl der Woche

34 Sekunden

Fun Facts und Wissenswertes

 23.08.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  23.08.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Warum Wespen nerven und der Sommer gleich mit

von Katrin Richter  23.08.2026

TV-Kritik

»Phoenix« - herausragender Film über eine Holocaust-Überlebende

Christian Petzolds grandiose Parabel auf Deutschland im »Jahre Null«

von Felicitas Kleiner  23.08.2026

Jüdisches Erbe

Leipziger Stadtrundgang zu jüdischer Musik

Mit dem »Notenbogen« erhält Leipzig einen weiteren musikhistorischen Stadtrundgang. Der Fokus soll dabei auf den Spuren »jüdischer Musik« liegen

von Joris Ufer  23.08.2026

Orlando (Florida)

Harrison Ford wird erneut zu Indiana Jones

Diesmal wird der jüdische Darsteller kein Abenteuer auf der Leinwand erleben. Aber worum geht es dann?

 23.08.2026

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026