Frankreich

Erben erhalten NS-Raubgut zurück

Kulturstaatsministerin Monika Grütters Foto: Chris Hartung

Drei von den Nazis geraubte Kunstwerke aus dem Besitz des französischen Kunstsammlers Armand Dorville werden seinen Erben zurückgegeben. Das Aquarell »Dame im Abendkleid« und das Ölgemälde »Porträt einer Dame im Profil« von Jean-Louis Forain stammen aus dem Schwabinger Kunstfund von Cornelius Gurlitt, die Zeichnung »Amazone mit aufbäumendem Pferd« von Constantin Guys war zuletzt in Privatbesitz. Das teilte das Büro von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Donnerstag mit. Die Werke sollen den Erben am 22. Januar in Berlin übergeben werden.

sammler Der Sammler Dorville, ein Notar in Paris, hatte sich nach der deutschen Besetzung Frankreichs in die Dordogne zurückgezogen. Sein Kunstbesitz wurde an vier Tagen 1942 in Nizza zwangsversteigert. Dort hatte der ebenfalls jüdische Sammler Léopold Dreyfus Forains »Dame im Profil« erworben.

Laut der Datenbank »Lost Art« vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste kam das Gemälde spätestens im April 1944 in den Besitz des Pariser Kunsthändlers Raphaël Gérard, nach September 1953 dann in die Hände des Sammlers und vormaligen NS-Kunstberaters Hildebrand Gurlitt. Forains »Dame in Abendkleid« wurde laut »Lost Art« wahrscheinlich in den 1940er Jahren von Hildebrand Gurlitt in Frankreich erworben.  dpa

Glosse

Der Rest der Welt

New Yorker Geschichten: Zu viele Bücher kann es gar nicht geben

von Katrin Richter  11.08.2026

Forum

Leserbriefe

Kommentare und Meinungen zu aktuellen Themen der Jüdischen Allgemeinen

 11.08.2026

Reportage

Unter die Haut

Für viele Jüdinnen und Juden ist ein Tattoo nicht nur Körperschmuck – sondern auch ein Bekenntnis zur eigenen Identität. Vier tätowierte Menschen erzählen

von Nicole Dreyfus  11.08.2026

Filmkritik

»Noga« - Porträt der Sängerin Noga Erez zeigt persönliches Ringen

Ein dokumentarisches Porträt der israelischen Musikerin Noga Erez, deren internationaler Erfolg seit dem Hamas-Massaker und den antiisraelischen Kulturattacken ausgebremst wird

von Kathrin Häger  11.08.2026

Literatur

Tomer Gardi und Dana Vowinckel für Deutschen Buchpreis nominiert

Die Jury hat die Auswahl der 20 Kandidaten bekanntgegeben. Unter ihnen sind auch bekannte Autoren mit jüdischem Hintergrund

 11.08.2026

Social Media

Shirin David, Bill Kaulitz und die Wassermelonen-Jünger

Bei der Rapperin reicht ein »Free Palestine« für die Verbündeten, bei dem Sänger ein »Tel Aviv! Love!« für die Gegner. Ein Kommentar

von Pola Sarah Nathusius  11.08.2026

Nordrhein-Westfalen

Medienminister übt scharfe Kritik an Georg Restle und dem WDR

Nathaniel Liminiski (CDU): »Israel und das Judentum sind kein Freiwild für jeden Vorwurf, auch nicht für Journalisten«

 11.08.2026 Aktualisiert

Archäologie

Die Fingerabdrücke von Qumran

Wie Wissenschaftler mithilfe von Künstlicher Intelligenz den Schriftrollen vom Toten Meer ihre letzten Geheimnisse entlocken wollen

von Sabine Brandes  11.08.2026

Campus

Schweigen als Überlebensstrategie

Ein neuer Sammelband beleuchtet die erschütternde Situation jüdischer Studierender und Lehrender an deutschen Hochschulen

von Therese Klein  10.08.2026