Hören!

Elder Statesman

Berlin-Schanghai-Washington-Berlin waren W. Michasel Bliumenthals Lebensstationen: Foto: Marco Limberg

Die Schule des Lebens kann hart sein – aber auch lehrreich. Im Gespräch mit dem Hörfunkjournalisten David Dambitsch nennt W. Michael Blumenthal, der Direktor des Jüdischen Museums Berlin, zwei Lektionen, die er während seines Exils in Shanghai gelernt hat. Die erste: »Titel, Verbindungen, Macht und Geld sind längst nicht so viel wert wie das, was man aus eigener Kraft und mit eigenem Mut erreichen kann.« Die zweite Lektion: »Auf den Einzelnen kommt es an.« So lautet denn auch der Titel des Hörbuchs mit Interviews, die Dambitsch in den Jahren 1999, 2003, 2006 und 2010 für den Deutschlandfunk mit Blumenthal geführt hat.

Berlinerisch In knapp 100 Minuten erzählt der heute 85-Jährige über deutsch-jüdische Geschichte, sein Zuhause Amerika und über Erfahrungen in Politik und Wirtschaft. Besonnen äußert er sich zu aktuellen Fragen wie der Terrorabwehr nach 9/11, Guantanamo, dem Irakkrieg und der Finanzkrise. Blumenthal spricht perfektes Deutsch mit einem leichten amerikanischen Akzent. Dass sich hier und da Berliner Slang einschleicht, verstärkt die Freude, diesem Elder Statesman zuzuhören.

W. Michael Blumenthal wird 1926 in Oranienburg geboren. In Berlin besucht er die Schule und erlebt die Pogromnacht. 1939 gelingt der Familie die Flucht nach Shanghai, wo sie den Holocaust überlebt. Nach dem Krieg reist Blumenthal in die USA aus. Er studiert in Berkeley, promoviert und lehrt in Princeton. Später wechselt er in die Wirtschaft und gehört zum Beraterstab von US-Präsident John F. Kennedy. In den 70er-Jahren, unter Jimmy Carter, ist er Finanzminister. Schließlich, 1997, übernimmt er die Leitung des geplanten Jüdischen Museums in Berlin. Sein Fazit: »Ohne Humor könnte ich so viel Buntes, das mir in der Welt des 20. Jahrhunderts widerfahren ist, gar nicht ertragen.«

David Dambitsch: Auf den Einzelnen kommt es an. W. Michael Blumenthal und sein Lebenswerk, Hörbuch Deutschlandfunk, Bonn 2011

Programm

Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 22. Januar bis zum 29. Januar

 21.01.2026

Preisverleihung

Werner-Schulz-Preis wird an Marko Martin übergeben

Der Schriftsteller und Publizist Marko Martin ist Träger des zweiten Werner-Schulz-Preises. Die Auszeichnung wird am Donnerstag bei einer Festveranstaltung in Leipzig verliehen

 21.01.2026

Auszeichnung

Großer Kunstpreis Berlin geht 2026 an Meredith Monk

Die sechs Sektionen der Akademie der Künste wechseln sich bei der Vergabe des Großen Kunstpreises Berlin ab. In diesem Jahr ist die Sparte Musik dran. Sie ehrt eine US-amerikanische Sängerin und Komponistin

 21.01.2026

Fernsehen

»Jahrhundertzeugen - Leon Weintraub« am 27. Januar im TV

Der Holocaust-Überlebende berichtet auf anschauliche und ergreifende Weise von der Entmenschlichung durch die Nazis

 21.01.2026

Toronto

Israelischer Comedian wird stundenlang am Flughafen festgehalten

Guy Hochman braucht Hilfe von Israels Außenminister Gideon Sa’ar, um nach Kanada einreisen zu können. In New York verhindern Israelhasser einen Auftritt

von Imanuel Marcus  21.01.2026

Entscheidung

Noam Bettan startet beim ESC für Israel

Mehrere Länder boykottieren wegen Israels Teilnahme den Eurovision Song Contest 2026. Jetzt wurde entschieden, wer für das Land in diesem Jahr bei dem Musikwettbewerb an den Start geht

von Cindy Riechau  21.01.2026

Fernsehen

Dieser Israeli begleitet Gil Ofarim ins »Dschungelcamp« nach Australien

Ofarims Ehefrau Patricia fliegt nicht mit, da sie sich lieber im Hintergrund hält. Wer ist es dann?

 21.01.2026

Zahl der Woche

15.000.000 Dollar

Fun Facts und Wissenswertes

 20.01.2026

Köln/Murwillumbah

Der neue Dschungel-Cast: Genialer Coup oder totaler Flop?

Gil Ofarim und Co.: Das neue Dschungelcamp-Ensemble sorgt für geteilte Meinungen. Während die einen den Cast lieben, gibt es auch auffällig viele Debatten darüber. Lohnt sich das Einschalten diesmal?

von Jonas-Erik Schmidt  20.01.2026 Aktualisiert