Hamburger Kunsthochschule

»Ein fatales Signal«: Gastprofessur für Ruangrupa-Mitglieder

Iswanto Hartono (l.) und Reza Afisina (r.) vom Künstlerkollektiv ruangrupa Foto: picture alliance/dpa

Nach der von zahlreichen Antisemitismusvorfällen überschatteten documenta fifteen in Kassel treten zwei Mitglieder des indonesischen Kuratorenkollektivs Ruangrupa eine Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg an. Das bestätigte die Hochschule am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der »Spiegel« berichtet. 

Einer Sprecherin zufolge handelt es sich um eine vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Gastprofessur für Reza Afisina und Iswanto Hartono. Der Antrag sei bereits im Januar, also vor Beginn der documenta, gestellt worden, erklärte die Sprecherin. 

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft teilte mit, in einem Schreiben ihres Präsidenten, Volker Beck, an die zuständigen Stellen im Auswärtigen Amt gegen die Verleihung der Gastprofessur an Hartono und Afisina protestiert zu haben. Beck schrieb darin demnach, diese sei ein »fatales Signal für die deutsche auswärtige Kulturpolitik und das Bekenntnis zu Israels Sicherheit und Existenz im Koalitionsvertrag: «Die Sicherheit Israels ist für uns Staatsräson.»«

Außerdem widerspreche die Entscheidung dem Beschluss des Deutschen Bundestages zur antisemitischen Boykottbewegung BDS. Der Bundestag verurteilt darin Boykottaufrufe gegen Israel.

Die 15. Ausgabe der documenta hatte im Schatten immer neuer Antisemitismusvorfälle gestanden. Schon zu Jahresbeginn waren erste Stimmen laut geworden, die Ruangrupa und einigen eingeladenen Künstlern eine Nähe zur antisemitischen BDS-Bewegung vorwarfen.

Kurz nach der Eröffnung Mitte Juni wurde eine Arbeit mit antisemitischer Bildsprache entdeckt und abgebaut. Auch danach wurden etliche judenfeindliche Werke entdeckt. 

Afisina und Hartono teilen sich auch eine Gastprofessur an der Kunsthochschule Kassel, wie ein Sprecher bestätigte. Dort waren sie demnach bereits im Sommersemester 2022 tätig und setzen ihr Engagement im kommenden Wintersemester fort. Kuratoren der documenta übernähmen traditionell Veranstaltungen. dpa/ja

Aufgegabelt

Mazze-Granola

Rezept der Woche

von Katrin Richter  31.03.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Neues aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter  31.03.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Pessach im Klassenzimmer oder Was Freiheit bedeutet

von Nicole Dreyfus  31.03.2026

Kolumne

Shkoyach!

Warum Schläge mit der Frühlingszwiebel am Sederabend nicht völkerrechtswidrig sind

von Ayala Goldmann  31.03.2026

»Imanuels Interpreten« (19)

Bette Midler: Das Energiebündel

Sängerin, Comedienne und Schauspielerin mit Persönlichkeit: »The Divine Miss M« ist ein Unikum

von Imanuel Marcus  31.03.2026

München

Urys »Interieur mit Kindern« werden restituiert

Ein Bild mit einer spannenden Geschichte kehrt nun aus Bayern in den Schoß der rechtmäßigen Erben zurück. Vorausgegangen ist eine umfangreiche Provenienzforschung zur Herkunft des Gemäldes

von Barbara Just  30.03.2026

Programm

Führung, Erinnerung und Vorträge: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 2. April bis zum 16. April

 30.03.2026

Quedlinburg

Feininger-Museum mit Jubiläumsausstellung zur »Blauen Vier«

Quedlinburg bietet mehr als Stiftskirche und Fachwerk: Am Montag wird im Museum Lyonel Feininger eine Sonderausstellung mit Werken der Künstlergruppe »Die Blaue Vier« um Paul Klee und Wassily Kandinsky eröffnet

 30.03.2026

Kolumne

Der Mandelbaum und die »hot mitzvah«

Fernsehen statt Fernreise oder Warten auf ein Ende des Krieges

von Sophie Albers Ben Chamo  29.03.2026