Berlinale

Dokumente zu Holocaust-Film von Jerry Lewis in Berlin

Ein Clown in Auschwitz. Die Auseinandersetzung des US-Schauspielers, Komikers und Regisseurs Jerry Lewis mit dem Holocaust sollte im Spielfilm The Day the Clown Cried münden.

Die 1972 gedrehte Geschichte eines von den Nazis inhaftierten Clowns, der nach Auschwitz deportierte Kinder auf ihrem Weg in den Tod begleitet, wurde nie veröffentlicht.

Verschluss Lewis hielt den Film, den er 1971 in Schweden gedreht hatte, unter Verschluss. Bei einer Pressekonferenz 2013 in Cannes sagte er dazu: »Er war einfach sehr schlecht, viel zu schlecht. Ich habe damals die Kurve nicht gekriegt. Der Film soll am liebsten überhaupt niemals gezeigt werden, weil ich ihn für so missraten halte.«

Für Lewis war der Film »die Geschichte eines Clowns, dessen bessere Tage hinter ihm liegen. Im Laufe des Films werden Dinge passieren, die ihn ermahnen, dass es Wichtigeres gibt als ihn selbst«. So kommentierte der Komiker und Schauspieler in alten Aufnahmen das Projekt, noch ehe er es verschwinden ließ.

Markantestes Bild damals für die Presse war jene Szene, in der Lewis eine seiner typischen Grimassen zieht, dies aber hinter Stacheldraht tut und seine Nase anscheinend aufgespießt wird.

Nachlass Am Samstag nun übergab Chris Lewis, Sohn des 2017 im Alter von 91 Jahren gestorbenen Schauspielers, der Deutschen Kinemathek Berlin im Rahmen der Berlinale Dokumente aus dem Nachlass.

Neben den Produktionsunterlagen gehören dazu nach Angaben der Kinemathek bisher unveröffentlichte, während der Dreharbeiten entstandene Behind-the-Scenes-Aufnahmen. Bei den Filmfestspielen stand am Samstag als Berlinale-Special der Lewis-Spielfilm The Nutty Professor (Der verrückte Professor) aus dem Jahr 1963 auf dem Programm.  dpa/ja

Paris

Berührend: Was seine Tochter dem »Asterix«-Schöpfer schreibt

Millionen kennen René Goscinny wegen »Asterix«. In »Das Klimpern der Schlüssel« schreibt ihm seine Tochter Anne als Erwachsene einen Brief. Daraus entstand ein berührendes Buch, nun auch auf Deutsch

von Sabine Glaubitz  03.08.2026

Singapur

»Massive Attack« bekommt wegen Palästina-Flagge ein Einreiseverbot

Die Frontmänner der britischen Band hatten die Fahne bei einem Konzert hochgehalten

 03.08.2026

Social Media

Wegen eines hebräischen Wortes: Ronaldo-Partnerin bekommt unzählige Hass-Kommentare

Georgina Rodríguez postete ein Bild von ihr und Ronaldo auf Mallorca und benutzte dabei ein einziges Wort Hebräisch. Die hämischen Kommentare ließen nicht lange auf sich warten

 03.08.2026

London

Nach Pro-Israel-Song: Boy George kündigt seinem Plattenlabel-Manager

Die Hintergründe

 03.08.2026

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Gesprächsband

Jenseits der Dogmen

Daniel Cohn-Bendit, säkularer und linker Jude, blickt in »Erinnerungen eines Vaterlandslosen« auf ein spannendes Leben

von Marko Martin  01.08.2026

Rezension

Von Gottesmördern und »Genozid«

Renommierte Autoren wie Eva Illouz und Jeffrey Herf wenden sich in einem Sammelband gegen die Umdeutung des 7. Oktobers

von Therese Klein  01.08.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Koschere Küsse und gebrochene Herzen: Jüdische RomCom mit Tiefgang

von Margalit Edelstein  01.08.2026

Medizin

Blutprobe ohne Nadel

In einer israelischen Studie analysiert Künstliche Intelligenz feinste Gefäße im Auge. Das Verfahren könnte Tests sogar ohne Labor ermöglichen

von Sabine Brandes  01.08.2026