Max Brod

Dokumente gehen an Israel

Schriftsteller, Kritiker, Früh-Zionist, Förderer: Max Brod (1884–1968) Foto: dpa

Max Brod

Dokumente gehen an Israel

Rund 5000 Seiten aus dem Privatarchiv des Franz-Kafka-Freundes werden der Nationalbibliothek übergeben

 20.05.2019 15:22 Uhr

Israels Nationalbibliothek erhält aus Deutschland weitere Dokumente aus dem Nachlass des Kafka-Freundes Max Brod (1884–1968). An diesem Dienstag wollen Vertreter des Bundeskriminalamtes (BKA) in der israelischen Botschaft in Berlin rund 5000 Seiten aus Brods Privatarchiv an Israel übergeben, wie das BKA und die Bibliothek am Montag bestätigten.

Die Dokumente waren nach Angaben der Nationalbibliothek vor rund zehn Jahren in Tel Aviv gestohlen und nach Deutschland geschmuggelt worden, wo sie 2015 beschlagnahmt wurden.

Tagebuch Die Manuskripte, darunter unveröffentlichte Passagen aus Brods Tagebuch sowie frühe Korrespondenz Brods mit seiner Frau, könnten weiteren Aufschluss über das Leben von Franz Kafka (1883–1924) geben, wie Stefan Litt, der zuständige Archivar der Nationalbibliothek, der Deutschen Presse-Agentur in Tel Aviv sagte.

2016 entschied Israels Oberstes Gericht, dass der gesamte Nachlass der Nationalbibliothek gehöre.

Die Dokumente waren vermutlich aus der Wohnung der einstigen Sekretärin Brods, Esther Hoffe, in Tel Aviv gestohlen und unter anderem dem Deutschen Literaturarchiv in Marbach zum Kauf angeboten worden. Nach einem Gerichtsverfahren in Wiesbaden wurden die Dokumente, Notizen und Korrespondenz dem Brod-Nachlass zugesprochen.

Auktion Brod hatte verfügt, dass nach seinem Tod sämtliche Manuskripte an seine Sekretärin Esther Hoffe gehen sollen. Nach ihrem Tod 2007 behielt ihre Tochter Eva den Nachlass von Kafka und Brod. Teile des Kafka-Nachlasses, darunter das Manuskript des Romans »Der Prozess«, gingen an Auktionshäuser und wurden für Rekordsummen versteigert.

2016 entschied Israels Oberstes Gericht, dass der gesamte Nachlass einschließlich Kafkas Manuskripten der Nationalbibliothek gehöre. Jüngst hatte ein Gericht in der Schweiz entschieden, dass weitere Teil des Nachlasses, die sich in Banksafes in Zürich befinden, ebenfalls an Israel übergeben werden müssen.  dpa

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der Jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  05.03.2026

Thüringen

Doppelkonzert eröffnet Jüdisch-Israelische Kulturtage

Nach stornierten Flügen gelingt dem israelischen Sharon-Mansur-Trio aus Haifa doch noch die Anreise nach Deutschland. Jetzt starten die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen gemeinsam mit israelischen und iranischen Künstlern

 04.03.2026

Berlin

Tricia Tuttle bleibt Berlinale-Chefin

Die Amerikanerin muss sich allerdings an Auflagen halten

 04.03.2026

Shkoyach!

Eine Begegnung vor dem Krieg Oder Frieden. Schalom. Saleh.

Die Mullahs mit ihrem rasenden Hass auf Israel als Staatsdoktrin haben bei vielen Iranern genau das Gegenteil bewirkt. Eine Begegnung vor dem Krieg

von Sophie Albers Ben Chamo  04.03.2026

Lebende Legende

Wolf Biermann feiert 90. Geburtstag mit drei Festkonzerten

Vor 50 Jahren wurde der Liedermacher aus der DDR ausgebürgert. Zudem feiert er seinen 90. Geburtstag. Mit Konzerten blickt er auf ein bewegtes Leben voller Musik und politischer Haltung zurück

 04.03.2026

Berlin

Nächste Krisensitzung: Wie geht es weiter bei der Berlinale?

Lebhaft wurde in den vergangenen Tagen über die Zukunft des Filmfestivals und Intendantin Tricia Tuttle diskutiert. Nun trifft sich der Aufsichtsrat erneut

 04.03.2026

Programm

Kleine Großstadtdetektive, ein musikalischer Golem und Gespräche: Termine und TV-Tipps

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 5. bis zum 12. März

 03.03.2026

Kult-Comics

80 Jahre Lucky Luke: Der Cowboy mit dem smarten Pferd

Zwar trägt Lucky Luke keinen Davidstern. Der jüdische Autor René Goscinny trug aber entscheidend zum Witz und dem großen Erfolg der Serie bei

 03.03.2026

Berlin

Tuttle will bei Berlinale bleiben - ist der Streit vorbei?

Die US-Amerikanerin Tricia Tuttle leitet das renommierte Filmfestival seit 2024. Nach Vorwürfen und Kontroversen legt sie sich fest: Sie will weitermachen. Aber längst nicht alle Fragen sind geklärt

von Verena Schmitt-Roschmann, Sabrina Szameitat  03.03.2026