Berlin

Die vermeintlich Gottbegnadeten

Bildhauer Arno Breker (1942, r.) mit dem Schriftsteller Gerhart Hauptmann Foto: imago images/UIG

Das Deutsche Historische Museum in Berlin thematisiert die Nachkriegskarrieren populärer Künstler der NS-Zeit. Die Ausstellung »Die Liste der ›Gottbegnadeten‹. Künstler des Nationalsozialismus in der Bundesrepublik« zeigt ab 27. August, wie präsent diese Akteure im öffentlichen Raum, aber auch in Einrichtungen des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens waren, wie das Museum am Montag ankündigte. Im Fokus stehen demnach ihre Netzwerke, die Wahl der Bildthemen und die Rezeption ihrer Arbeiten sowie die Frage nach Kontinuität und Anpassungsleistung.

Ziel der Schau sei es auch, die Vorstellung eines vermeintlich radikalen kunstpolitischen Neuanfangs in der jungen Bundesrepublik zu revidieren. Ausgangspunkt bildet dabei eine im August 1944 im Auftrag von Adolf Hitler und Joseph Goebbels zusammengestellte Liste mit 378 Künstlerinnen und Künstler, die als »unabkömmlich« galten und vom Front- und Arbeitseinsatz verschont blieben. Zu ihnen zählten etwa Arno Breker, Hermann Kaspar, Willy Meller, Werner Peiner, Richard Scheibe und Adolf Wamper.

Der Präsident des Museums, Raphael Gross, erläuterte: »Die Popularität der ›gottbegnadeten‹ bildenden Künstler und ihr visueller Beitrag zur NS-Ideologie waren immens. Auf den ersten Blick scheint ihre Verstrickung in den antisemitischen und antimodernistischen NS-Kunstbetrieb deshalb eine bruchlose Fortsetzung ihrer Karrieren nach 1945 auszuschließen. Umso überraschender der Befund unserer Ausstellung: Noch immer sind zahlreiche Spuren im öffentlichen Raum präsent.« kna

Social Media

Deutsche Welle setzt Partnerschaft mit jordanischem Sender aus

Anlass ist das Bekanntwerden von anti-israelischen und antisemitischen Kommentaren und Karikaturen

 05.12.2021

Stella Leder

Klartext

Die Enkelin von Stephan Hermlin hat ein schonungslos offenes Buch über ihre deutsch-jüdische Ost-Berliner Familie geschrieben

von Marko Martin  05.12.2021

Restitutionsstreit

»Echtes Instrument der Verständigung«

NS-Raubgutkommission erhöht Entschädigung für Geige eines jüdischen Vorbesitzers auf 285.000 Euro

 05.12.2021

TV-Tipp

Der neue Polizeiruf, Israel und die deutsche Schuld

In der neuen Folge spielt »Shtisel«-Star Dov Glickman einen israelischen Vater, der des Mordes verdächtigt wird

von Silke Nauschütz  03.12.2021

Medien

Antisemitismusvorwürfe: DW stellt Mitarbeiter während Prüfung frei

Geprüft werden die Anschuldigungen von Ahmad Mansour und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

 03.12.2021

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter  02.12.2021

Nachruf

»Somewhere ...«

Zum Tod des Broadway-Komponisten und Musicaltexters Stephen Sondheim

von Axel Brüggemann  02.12.2021

Bildungsabteilung im Zentralrat

Erinnerung auf der Leinwand

Der Film als Medium des kulturellen Gedächtnisses. Zum Auftakt der Tagung wurde der Klassiker »Exodus« gezeigt

von Jens Balkenborg  02.12.2021

Finale

Der Rest der Welt

Adventskalender mit Chanukkaleuchter oder Es lebe die WIZO!

von Ayala Goldmann  02.12.2021