Sehen

Die Brückenbauer

Henry Kissinger, Fritz Stern und George Weidenfeld hätten eigentlich allen Grund gehabt, vor einem wiedervereinigten Deutschland zu warnen. Doch anders als etwa Großbritanniens Premierministerin Margaret Thatcher rechneten sie, die 1938 als Juden vor dem Terror der Nationalsozialisten aus ihrer Heimat Fürth, Breslau und Wien fliehen mussten, nicht mit einem Wiederaufleben des berüchtigten deutschen Großmachtstrebens. Im Gegenteil: Mit ihrem ganzen politischen und publizistischen Gewicht setzten sich der ehemalige US-Außenminister, der bekannte amerikanische Historiker und der britische Verleger, Journalist und Diplomat für die deutsche Einheit ein. Sie waren überzeugt: Die Deutschen haben sich geändert. Dass Evi Kurz, die Regisseurin von Die Brückenbauer, ihre Bewunderung für dieses Vertrauen in Deutschland und die Deutschen nicht oft genug preisen kann, ist ein kleines Manko dieser ansonsten sehenswerten Dokumentation. Bemerkenswert sind vor allem die Interviews mit Kissinger, Stern und Weidenfeld. ja

»Die Brückenbauer – Jüdische Emigranten und die Wiedervereinigung«, ARD, 29. September, 23.30 Uhr

Weltmeisterschaft

Die Kraft des Gemeinsamen

Vom Hoffen, Mitfiebern und Leiden: Eine Liebeserklärung an die Macht und die Möglichkeiten des Fußballs

von Awi Blumenfeld  11.06.2026

Kulturfest

Jüdische Woche in Leipzig

70 Leipziger Institutionen und Vereine gestalten ein Programm zu jüdischem Leben in Vergangenheit und Gegenwart. Erwartet werden internationale Gäste

 11.06.2026

Dresden

Elnet: Initiative soll Neugier auf jüdisches Leben wecken

Die Kampagne ist Teil des Themenjahres »Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026« und wird zunächst sechs Wochen sichtbar sein

 11.06.2026

Hass auf der Bühne

»Hofnarr der Hamas«: Kritik an Auftritt von Bassem Youssef in Berlin

Der amerikanisch-ägyptische Comedian relativiert die Hamas-Verbrechen vom 7. Oktober und verbreitet Verschwörungsmythen über Israel. Nun werden Forderungen nach einer Absage seiner Vorstellung im Tempodrom laut

von Imanuel Marcus  11.06.2026 Aktualisiert

Festival in Köln

»Shalom-Musik.Koeln« 2026 bringt jüdische Musik in die ganze Stadt

Avi Avital, Sharon Brauner, Omer Klein und Bar Zemach sind nur vier der vielen Künstler, deren Performances auf dem Programm stehen

 11.06.2026

Hollywood

Hasswelle gegen Gwyneth Paltrow wegen Israel-Werbung

Die Datstellerin mit jüdischem Familienhintergrund ist das Werbegesicht für das israelische Luxusbauprojekt 51 Park in Herzliya. Die Quittung: Sie wird online als »genocide queen« beschimpft

 11.06.2026

Leo-Baeck-Preis

»Seine Arbeit hat rettende Relevanz«

Ahmad Mansour lobte in seiner Laudatio auf Dieter Nuhr den Mut und die intellektuelle Unbestechlichkeit des Kabarettisten. Eine Dokumentation

von Ahmad Mansour  10.06.2026

Rede

»Sie beweisen Zivilcourage und folgen mit ihrem Mut dem Beispiel von Leo Baeck«

Zentralratspräsident Schuster hob bei der Vergabe des Leo-Baeck-Preises Dieter Nuhrs ebenso fairen wie kompetenten Blick auf den jüdischen Staat hervor

von Josef Schuster  10.06.2026

Berlin

»Ich bin stolz! Sehr stolz«

Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden geehrt worden. Wir dokumentieren hier exklusiv seine Rede im Wortlaut

von Dieter Nuhr  10.06.2026