Sehen!

Der Rote Rabbi

Eine Hommage an Moses Hess im Hamburger »polittbüro«

 12.06.2012 06:44 Uhr

Frühsozialist und Frühzionist: Moses Hess Foto: PR

Eine Hommage an Moses Hess im Hamburger »polittbüro«

 12.06.2012 06:44 Uhr

Ob es stimmt, dass er Marx und Engels überhaupt erst an den Sozialismus heranführte, ist umstritten. Tatsache ist auf jeden Fall, dass Moses Hess (1812–1875) das erste sozialistische Programm in deutscher Sprache publiziert hat. Das war 1837. Gefordert wurde darin die Aufhebung der Klassenunterschiede, die Gleichheit von Mann und Frau, freie Schulbildung und ein staatliches Wohlfahrtssystem. Damit wurde der gebürtige Bonner zum »Vater der deutschen Sozialdemokratie«. So steht es auf seinem Grabstein auf dem jüdischen Friedhof von Köln-Deutz.

textmontage Die Hamburger Kleinkunstbühne »das polittbüro« widmet dem »Roten Rabbi«, wie seine Zeitgenossen ihn nannten, am Montag, den 18. Juni einen Erinnerungsabend zum 200. Geburtstag. Volker Weiss hat Texte von Hess zu einer Montage verarbeitet, die Robert Stadlober und Henning Venske vortragen. Es geht darin um Klassenkampf und freie Liebe, gegen Monarchie und Eigentum – und für einen jüdischen Staat.

Denn Moses Hess war aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Antisemitismus, auch dem seiner Genossen auf der Linken, ein früher Zionist. Jahre vor Theodor Herzl prophezeite er 1862 in seinem Buch Rom und Jerusalem die Wiedergeburt der jüdischen Nation auf ihrem historischen Territorium. Um bis dahin die Juden in der Galut vor der Assimilation zu bewahren, plädierte der Agnostiker Hess auch vehement für die Orthodoxie. »Seit Spinoza hat das Judentum keinen größeren Geist hervorgebracht als diesen vergessenen verblassten Moses Hess«, würdigte ihn Theodor Herzl später. ja

»Moses Hess – der ›Rote Rabbi‹«. Mit Robert Stadlober und Henning Venske. Musik: Andreas Spechtl und Thomas Wenzel Montag, 18. Juni, 20 Uhr, »das polittbüro«, Hamburg www. polittbuero.de

USA

Bernie Sanders bekommt prominente Unterstützung

Ariana Grande setzt sich für den Präsidentschaftskandidaten ein

 21.11.2019

Porträt

Dieser Mann will die Welt verändern

Der Schweizer Alain de Botton ist einer der erfolgreichsten Philosophen unserer Zeit – und polarisiert mit seinem Selbstverständnis. Zu Recht?

von Sophie Albers Ben Chamo  21.11.2019

Zahl der Woche

76,3 Prozent

Fun Facts und Wissenswertes

 21.11.2019

Bildungsabteilung

Mit der Kamera die Realität zeigen

Ein Seminar über Juden, Film und Deutschland fördert Erhellendes zutage

von Ingo Way  21.11.2019

Frankfurt

Authentische Orte

Mit einer Konferenz zur Gedenkkultur soll ein Hessisches Synagogenprojekt auf den Weg gebracht werden

von Ingo Way  21.11.2019

Glosse

Der Rest der Welt

Lebensretter im Einsatz oder Warum ich nicht auf Herrn Hugentobler anstoße

von Beni Frenkel  21.11.2019