Rheinland-Pfalz

Denkmalpfleger wollen Mikwe in Worms erhalten

Seit 2006 ist die Mikwe in Worms für den Besucherverkehr geschlossen. Foto: imago

Eines der ältesten erhaltenen jüdischen Ritualbäder in Europa - die Mikwe in Worms - soll vor dem Verfall bewahrt werden. Die im Jahr 1185 errichtete Mikwe sei in einem schlechten baulichen Zustand, teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Dienstag mit. Außer einer hohen Luftfeuchtigkeit am Boden des Badeschachtes sei das überwiegend aus Buntsandstein bestehende Ritualbad durch menschengemachte Umwelteinflüsse schwer beschädigt worden.

SANDSTEIN Das Institut für Steinkonservierung (IfS) in Mainz habe deshalb in einem von der DBU mit 241.000 Euro geförderten Projekt verschiedene Untersuchungsverfahren getestet. Es gehe darum, die Sandsteinoberflächen und die noch vorhandenen Putzreste zu bewahren, so Projektleiter Michael Auras. »Es ist uns mit kleinsten Kalkpartikeln, sogenanntem Nanokalk, gelungen, die Putzreste zu konservieren und die Oberflächen mit einem Laserverfahren zu reinigen«, erläuterte Auras.

DBU-Referentin Constanze Fuhrmann sagte, die Ergebnisse aus den Untersuchungen seien »modellhaft« und könnten helfen, ähnlich beschaffene Bauten zu erhalten.

Für die Mikwe wurde ein Unesco-Welterbe-Antrag gestellt.

Im 19. Jahrhundert sei die Mikwe in Worms zeitweise als Senkgrube für Abwasser zweckentfremdet worden, hieß es weiter. Während der Judenverfolgung im Nationalsozialismus sei das Fenster zum Badeschacht zerstört worden. 1958 war das Ritualbad im Rahmen des Wiederaufbaus der Wormser Synagoge instand gesetzt worden. Seit Ende 2016 ist es wegen Sanierungsmaßnahmen für die Öffentlichkeit gesperrt. Für die Mikwe wurde ein Unesco-Welterbe-Antrag gestellt.

LUFTVERSCHMUTZUNG Laut Fuhrmann wurden in fast allen Baustoffen hohe Gehalte an Salzen nachgewiesen. Insbesondere Luftverschmutzung durch Schwefeldioxid, das vermutlich von einem nahe gelegenen Industriegebiet stamme, habe großen Schaden angerichtet.

Um eine Fachberatung bei Schritten zum Erhalt von Kulturdenkmälern aus Naturstein zu gewährleisten, war 1990 das Institut für Steinkonservierung in Mainz gegründet worden. Beteiligt waren Vertreter der staatlichen Denkmalpflege in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland sowie Hochschulinstitute der drei Bundesländer und Fachministerien. Seit 1993 ist auch Thüringen im Verbund. kna

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