Berlin

Deborah Hartmann leitet künftig Haus der Wannsee-Konferenz

Deborah Hartmann, neue Chefin der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz Foto: Yoram Aschheim

Deborah Hartmann, die seit 2015 die deutschsprachige Abteilung von Yad Vashem in Jerusalem geleitet hat, wird zum 1. Dezember die Leitung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz in Berlin übernehmen. Die Österreicherin tritt damit die Nachfolge von Hans-Christian Jasch an, der in das Bundesinnenministerium zurückgekehrt ist.

In dem Haus am Wannsee trafen sich am 20. Januar 1942 hochrangige NSDAP- und SS-Führer, um die von den Nationalsozialisten als »Endlösung der Judenfrage« bezeichnete Deportation aller in den von Deutschland besetzten Gebieten lebenden Juden in die Vernichtungslager im Osten einzuleiten und zu koordinieren.

»Frau Hartmann hat insbesondere mit zukunftsträchtigen, innovativen Ideen beeindruckt.«

Berlins Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer

Die 1914 erbaute Fabrikantenvilla am Wannsee war von 1941 bis 1945 im Besitz der SS-Stiftung »Nordhav« und des NS-Reichssicherheitshauptamtes und diente als Gästehaus. Heute ist darin ein Museum sowie ein Bildungszentrum zum Holocaust untergebracht, welches vom Land Berlin und der Bundesregierung bezuschusst wird. Deborah Hartmann ist die erste Frau an der Spitze der Einrichtung.

BILDUNGSARBEIT Die künftige Leiterin der Gedenkstätte wurde 1984 geboren und besuchte die Zwi-Perez-Chajes-Schule in Wien. Sie studierte anschließend Politikwissenschaften an der Universität Wien und der Freien Universität Berlin. Ihre Magisterarbeit schrieb sie zum Thema «Europa und die Erinnerung an die Schoa«.

Neben ihrer Arbeit für Yad Vashem arbeitete Hartmann zeitweise auch als Guide im Jüdischen Museum Wien sowie für das Büro des American Jewish Committee in Berlin und das Projekt »Zeugen der Schoa« an der Freien Universität.

Berlins Senator für Kultur und Europa, Klaus Lederer, zeigte sich erfreut über die hohe Zahl guter Bewerbungen von Frauen. »Frau Hartmann hat insbesondere mit zukunftsträchtigen, innovativen Ideen beeindruckt. Mit ihr gewinnt das Haus der Wannsee-Konferenz eine fachlich versierte, kompetente und international gut vernetzte Leitung, der die Weiterentwicklung der Bildungsarbeit besonders am Herzen liegt«, so Lederer.

Das Haus der Wannsee-Konferenz nannte der Senator einen »Eckstein der Berliner Gedenk- und Erinnerungslandschaft«. mth

Berlin

150 Jahre Hochschule für die Wissenschaft des Judentums

Sie galt als eine der wichtigsten jüdischen Bildungsstätten – bis sie 1942 von den Nazis geschlossen wurde

von Lilly Wolter  01.12.2022

Festakt

Fritz Bauer posthum geehrt

Mehr als 50 Jahre nach seinem Tod ist der ehemalige hessische Generalstaatsanwalt mit der Wilhelm-Leuschner-Medaille ausgezeichnet worden

 01.12.2022

Dokumentarfilm

Die Dinge verlangen nach einer Erzählung

In »Eine Frau« spürt Jeanine Meerapfel 40 Jahre nach ihrem Debüt »Malou« erneut dem Leben ihrer Mutter nach

von Joshua Schultheis  01.12.2022

Musical

Biografische Parallelen

An mehreren Häusern wird derzeit Kurt Weills »Lady in the Dark« aufgeführt. Der Dirigent David Stern spricht von einer Renaissance

von Claudia Irle-Utsch  01.12.2022

Film

Was Überleben bedeutet

Ein dreitägiges Seminar blickte auf die jüdische Erfahrung der Nachkriegszeit

von Anja Baumgart-Pietsch  01.12.2022

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

 01.12.2022

Literatur

Allianz von Thron und Tora

Christoph Schmidt erzählt von einer spannenden deutsch-jüdischen Dynastie

von Christoph Schulte  30.11.2022

Raumfahrt

Mondflug mit Zohar

An Bord der Orion befindet sich eine in Israel hergestellte Strahlenschutzweste

von Gernot Wolfram  30.11.2022

Nahoststudien

Heimliches Vorbild

Das Forschungsprojekt »Jenseits von Konflikt und Koexistenz« untersucht künftig die jüdisch-arabische Beziehungsgeschichte

von Gernot Wolfram  30.11.2022