Literatur

David Grossman erhält internationalen Booker-Preis

Der israelische Schriftsteller David Grossman ist mit dem britischen Man Booker International Prize ausgezeichnet worden. Die Jury ehrte den 63-Jährigen für seinen Roman A Horse Walks Into a Bar (Kommt ein Pferd in die Bar), teilte die Booker Prize Foundation am Mittwochabend in London mit.

In dem 2016 veröffentlichten Roman geht es um den Auftritt eines Stand-up-Comedian in einem kleinen israelischen Dorf und eine grausame Entscheidung, die ihn bis heute verfolgt. Das Buch sei »schockierend« und »atemberaubend« zu lesen, urteilte die Jury. »David Grossman hat sich mit dem Roman an einem ambitionierten Drahtseilakt versucht«, erläuterte die Jury weiter, »und er hat ihn spektakulär gemeistert.«

Übersetzung Die Jury lobte auch die Übersetzung ins Englische von Jessica Cohen. Das Preisgeld in Höhe von 50.000 Pfund (rund 57.000 Euro) geht je zur Hälfte an Grossman und die Übersetzerin.

Grossman wurde 1954 in Jerusalem geboren und hat bereits zahlreiche Auszeichnungen gewonnen, darunter im Jahr 2010 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Wie sein israelischer Schriftstellerkollege Amos Oz ist Grossman regelmäßig auf der Liste der Kandidaten für den Literaturnobelpreis. Grossmans Bücher sind in 36 Sprachen übersetzt worden.

Der Man Booker International Prize ist einer der wichtigsten Literaturauszeichnungen Großbritanniens und wird bereits seit 1969 vergeben. Seit 2005 werden auch nicht englischsprachige Literaten geehrt. epd/ja

Lesen Sie auch unser Interview mit David Grossman:
www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24943

Und die Rezension von »Kommt ein Pferd in die Bar«:
www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/24577

Interview

»Musik ist meine Heimat«

Die Sängerin Anna Margolina über Jazz, jiddische Lyrik und ihr Judentum

von Alicia Rust  14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026

Kommentar

Wenn Studenten wieder anfangen, Juden auszugrenzen

Es sind Beschlüsse wie der Boykott-Beschluss des Studierendenparlaments der Humboldt-Uni, bei denen man sich unwillkürlich fragt, ob die zukünftige sogenannte deutsche Bildungselite noch zu retten ist

von Leeor Engländer  14.07.2026

München

Bayerns 180-Grad-Restitutionswende

Der Freistaat hat sich entschieden, eine Bronze von Picasso zurückzugeben und dabei gleich seinen Umgang mit NS-Raubkunst zu reformieren

von Michael Thaidigsmann  14.07.2026

David Baddiel

»Inzwischen kann man Messi in den Griff bekommen«

Der britische Autor über das Halbfinale England vs Argentinien, seinen legendären Fußball-Song »Three Lions« und warum er immer noch glaubt, dass England gegen Argentinien gewinnen wird

von Katrin Richter  14.07.2026

London

Sacha Baron Cohen als »Ali G« in Wimbledon

Der britische Komiker und Schauspieler hat viele Gesichter. Eine Kunstfigur erscheint plötzlich beim Tennis

 14.07.2026

Sehen!

»In the Hand of Dante«

Die Handlung springt zwischen den Jahrhunderten hin und her. Trotzdem ist der Film mit Gal Gadot und Oscar Isaac ein gelungenes Werk

von Katrin Richter  13.07.2026 Aktualisiert

Paris

»Die Isolation Israels ist ein historisches moralisches Versagen«

»Es ist ein dunkler Moment für Juden auf der ganzen Welt«, sagt der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy. »Wir müssen stolz, stark und weise sein.«

 13.07.2026

Frauenfußball

Der Ball war nicht nur rund, sondern auch weiblich

Wie die österreichische Jüdin Ella Zirner-Zwieback zur Pionierin in einer von Männern dominierten Sportdisziplin wurde

von Martin Krauß  13.07.2026