USA

Daniel Kahneman ist tot

Daniel Kahneman (1934 - 2024) Foto: picture alliance / dpa

USA

Daniel Kahneman ist tot

Der Wissenschaftler Daniel Kahneman kombinierte Erkenntnisse aus Psychologie und Ökonomie

 28.03.2024 08:06 Uhr

Der israelisch-amerikanische Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften, Daniel Kahneman, ist tot. Seine Partnerin Barbara Tversky sagte der Deutschen Presse-Agentur, Kahneman sei am Mittwoch gestorben.

Kahneman wurde 90 Jahre alt. Er wurde auf dem Gebiet der Verhaltensökonomie weltbekannt. 2002 erhielt er den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. In der Begründung der Akademie hieß es damals, Kahneman habe »Einsichten aus der psychologischen Forschung in die wirtschaftswissenschaftliche Analyse integriert«.

Kahneman wurde 1934 in Tel Aviv geboren, studierte an der Hebrew University in Jerusalem sowie an der Universität von Kalifornien. Er lehrte später in Israel, Kanada und den USA. Der Psychologe und Ökonom kombinierte die Erkenntnisse beider wissenschaftlicher Disziplinen. Dabei analysierte er unter anderem das Entscheidungsverhalten von Menschen in wirtschaftlichen Situationen.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Drohenden Verluste und potenzielle Gewinne

Kahneman und der Psychologe Amos Tversky entwickelten gemeinsam die sogenannte Prospect Theory, mit der sie die Wirtschaftswissenschaften enorm beeinflussten. Darin analysierten die Wissenschaftler das Verhalten in Risiko-Situationen. Sie wiesen nach, dass Menschen stärker von drohenden Verlusten als von potenziellen Gewinnen beeinflusst werden.

Barbara Tversky, selbst emeritierte Psychologie-Professorin an der renommierten Stanford University, war mit Amos Tversky verheiratet, der 1996 starb. In den vergangenen Jahren waren Kahneman und sie liiert.

2011 veröffentlichte Kahneman den Bestseller »Thinking, Fast and Slow« (auf Deutsch: »Schnelles Denken, langsames Denken«).

Israels Präsident Izchak Herzog würdigte Kahneman in einer Stellungnahme als »einen der klügsten Köpfe, die wir je gekannt haben«. Seine Forschungsarbeiten hätten Geschichte geschrieben und die Art und Weise verändert, wie die Menschheit die Realität wahrnehme. Durch seine Entwicklung der Prospect Theory und seine bahnbrechende Arbeit in den Bereichen Wirtschaft und Psychologie habe er Israel mit großem Stolz erfüllt. dpa

Meinung

Die Juden waren’s!

Claudia Roth und die jüdische Lobby: Eine kleine Chronik der Unschuld

von Andreas Büttner  06.11.2026

Nachruf

Eine Welt voller Wärme

Die jüdische Kinderbuchautorin Myriam Halberstam nimmt Abschied von Janosch, dem Vater von Tiger, Bär und Tigerente

von Myriam Halberstam  06.11.2026

Fernsehen

Biedere Bürgerlichkeit und organisierter Massenmord

Das ZDF zeigt den Oscar-prämierten Spielfilm »The Zone of Interest« über den KZ-Kommandanten Rudolf Höß, der mit seiner Familie unmittelbar neben dem Vernichtungslager Auschwitz lebte

von Josef Lederle  06.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  06.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über den legendären Sänger

von Jan Lehr  06.11.2026

Hintergrund

Claudia Roth und der »unfassbare Druck vom Zentralrat«

Die Ex-Kulturstaatsministerin bezeichnet es als »totalen Fehler«, auf der Berlinale Regisseure wegen ihrer israelfeindlichen Aussagen kritisiert zu haben und sucht dafür die Schuld beim Zentralrat der Juden

von Michael Thaidigsmann  05.11.2026

Interview

»Ich bin von Natur aus kein glücklicher Mensch«

Die Schriftstellerin Nele Pollatschek verrät im Gespräch zu ihrem neuen Buch, wie sie gelernt hat, das Leben bewusster und positiver wahrzunehmen – ohne die Augen vor dem Leid der Welt zu verschließen

von Katrin Richter  05.11.2026

Kulturkolumnne

Bis 120 oder Wie wir doch noch zu Muskeljuden werden

In der heutigen Zeit ziehen körperliche Optimierungstrends nicht spurlos an uns vorbei. Sollen wir uns davon beherrschen lassen?

von Laura Cazés  05.11.2026

Kino

Im Angesicht der Schmerzen, der Angst und Scham

»Block 10« beleuchtet die medizinischen Experimente an Frauen in Auschwitz – und versteht sich auch als eine Antwort auf die Gegenwart

von Chris Schinke  05.11.2026