London

Boy George veröffentlicht israelsolidarischen Song »We Will Dance Again«

Boy George am 18. Juli in Hamburg Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Boy George hat mit »We Will Dance Again« einen neuen, mit Künstlicher Intelligenz produzierten Song veröffentlicht, in dem er sich mit Israel und den Juden solidarisch zeigt. Der Titel greift den Satz »We will dance again« auf, der nach dem Hamas-Massaker auf dem Nova-Musikfestival zu einem Symbol für Widerstandskraft und Hoffnung geworden ist.

In dem auf einem Reggae-Rhythmus basierenden Pop-Lied kritisiert der ehemalige Culture-Club-Sänger Künstlerkollegen, die Israel einen »Völkermord« vorwerfen. Zugleich wirft er ihnen vor, »wie Schafe« Parolen zu übernehmen, anstatt sich eine eigene Meinung zu bilden. Mit der Zeile »You say genocide, I say war« (»Ihr sagt Völkermord, ich sage Krieg«) wendet er sich ausdrücklich gegen die Bezeichnung des Gaza-Krieges als Genozid.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

»We Will Dance Again« handelt von selektiver Wahrnehmung bei israelfeindlichen Demonstranten.

Der 65-jährige Musiker zählt seit dem Terrorangriff der Hamas vom 7. Oktober 2023 zu den prominentesten britischen Prominenten, die sich öffentlich an die Seite Israels gestellt haben. Wiederholt verurteilte er den Hamas-Überfall, sprach sich gegen Antisemitismus aus und unterstützte die jüdische Gemeinschaft in Großbritannien. Außerdem lehnte er Boykottaufrufe gegen den Eurovision Song Contest wegen der Teilnahme Israels ab.

Erst im vergangenen Monat hatte Boy George erklärt, er werde sich trotz Anfeindungen durch pro-palästinensische Aktivisten nicht von seinen jüdischen Freunden distanzieren. »Über die Jahre ist das für mich zu einer sehr persönlichen Angelegenheit geworden«, sagte der Sänger damals. »Das bedeutet nicht, dass ich kein Mitgefühl für die Palästinenser habe, und es bedeutet auch nicht, dass ich mit allem einverstanden bin, was in Israel geschieht. Aber ich werde immer die Menschen verteidigen, die ich liebe.«

Lesen Sie auch

Boy George veröffentlichte den neuen Song am Sonntag über X und Instagram. Seinem Beitrag fügte er den Hashtag »#Shalom« hinzu. Im Text des Liedes heißt es auch: »Wenn du angegriffen wirst, gibt es eine Armee, die sich darum kümmert. Ist Krieg schlimm? Ganz bestimmt, wenn ich weiß, dass sie uns alle ermorden wollen.«

Auch singt Boy George israelfeindlichen Kollegen dies entgegen: »Ihr erwähnt den 7. Oktober nie. Junge Mädchen wurden an Bäumen vergewaltigt. Brutal ermordet, nur weil sie tanzten. Ihr verurteilt die Juden – mit selektiver Erinnerung.« In der zweiten Strophe stellt der Sänger klar: »Falls ihr durcheinanderkommt: Ich stehe auf der Seite der Juden. Dabei fühle ich mich nicht mutig, sondern ich muss mich einfach wie ein Mensch verhalten.«

Film-Klassiker

So wurde »Stand by Me« der beste Jugendfilm der Geschichte

Vier Jungs suchen Ende der 50er in der US-Provinz eine im Wald liegende Leiche. Der Kult-Film ist zum 40. Jubiläum nun etwa auch beim ZDF im Stream. Mit welchen Tricks Regisseur Rob Reiner arbeitete

von Gregor Tholl  04.08.2026

London

Bandcamp wirft Pro-Israel-Song von Boy George von der Plattform

Der Sänger bleibt standhaft und überwindet erneut eine Hürde. »We Will Dance Again« kann wieder heruntergeladen werden

von Imanuel Marcus  04.08.2026

Paris

Berührend: Was seine Tochter dem »Asterix«-Schöpfer schreibt

Millionen kennen René Goscinny wegen »Asterix«. In »Das Klimpern der Schlüssel« schreibt ihm seine Tochter Anne als Erwachsene einen Brief. Daraus entstand ein berührendes Buch, nun auch auf Deutsch

von Sabine Glaubitz  03.08.2026

Singapur

»Massive Attack« bekommt wegen Palästina-Flagge ein Einreiseverbot

Die Frontmänner der britischen Band hatten die Fahne bei einem Konzert hochgehalten

 03.08.2026

Social Media

Wegen eines hebräischen Wortes: Ronaldo-Partnerin bekommt unzählige Hass-Kommentare

Georgina Rodríguez postete ein Bild von ihr und Ronaldo auf Mallorca und benutzte dabei ein einziges Wort Hebräisch. Die hämischen Kommentare ließen nicht lange auf sich warten

 03.08.2026

London

Nach Pro-Israel-Song: Boy George kündigt seinem Plattenlabel-Manager

Die Hintergründe

 03.08.2026 Aktualisiert

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Gesprächsband

Jenseits der Dogmen

Daniel Cohn-Bendit, säkularer und linker Jude, blickt in »Erinnerungen eines Vaterlandslosen« auf ein spannendes Leben

von Marko Martin  01.08.2026

Rezension

Von Gottesmördern und »Genozid«

Renommierte Autoren wie Eva Illouz und Jeffrey Herf wenden sich in einem Sammelband gegen die Umdeutung des 7. Oktobers

von Therese Klein  01.08.2026