Redezeit

»Berlin ist voll von Freaks«

Herr Orbach, zum ersten Mal tritt die »Red Band« im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in Berlin auf. Was erwartet das Publikum?
Viel gute Musik, einige Lacher und eine Prise Nacktheit. Früher habe ich diesen Teil übernommen, aber ich bin auch nicht mehr der Jüngste. Wie genau die Show aussehen wird, ist etwas schwierig zu erklären: Es ist ein Erlebnis.

Auf Ihrer Facebook-Fanpage singen Sie zu dritt den »Schnitzel-Song«, ein Lied, das Sie speziell für Deutschland vorbereitet haben. Wie steht es um Ihre Deutschkenntnisse?
Ich bin sehr stolz auf das Video. In vielen Jahren, wenn ich schon lange tot sein werde, wird der Schnitzel-Song immer noch da sein. Wenn ich für etwas in Erinnerung bleiben möchte, dann für diesen Clip, der in nur fünf Minuten entstanden ist. Aber mal ernsthaft: Ich hoffe natürlich, ein bisschen Deutsch zu lernen, während wir hier sind. Zum Beispiel diesen Satz: »Wo ist das nächste Bordell?«

In Ihrer Show in Israel laden Sie berühmte Musiker ein. Wen haben Sie sich für Berlin ausgesucht?
Wir sind bekannt dafür, Gäste zu uns zu holen und sie dann öffentlich zu beleidigen. In Berlin allerdings möchten wir eine echte Verbindung aufbauen, die auf gegenseitigem Respekt und Kameradschaft beruht. Berlin ist voll mit Freaks, deshalb ist es meine Stadt.

Was wissen Sie über deutsche Musik?
Ich kenne sie so gut wie meine Westentasche. Oh, und was ist das da auf meiner Hand? War das schon immer da? Danach sollte ich mal sehen lassen. Was war nochmal die Frage?

Probieren wir es mit einer anderen: Was sollte das deutsche Publikum über israelische Musik wissen?
Jetzt bringen Sie mich in Schwierigkeiten. Eben beantworte ich noch eine einfache Frage, schon verklagt mich jemand. Und ich muss meine Wasserpfeifen-Kollektion verkaufen, um die Rechtsanwälte zu bezahlen. Nein danke, also kein Kommentar dazu.

Die Fragen stellte Katrin Richter.

Red Orbach und seine Musiker Lefty, Poncho und Philip sind in Israel Kult und haben eine eigene TV-Show. Sie sind eine Mischung aus den Muppets und South Park – haarig, bissig und derb.

Die Red Band tritt am Donnerstag, den 23. August, um 21 Uhr im Berliner Lido auf.

www.juedische-kulturtage.de

Sehen!

»Doitscha – Alles geht vorüber«

Die Tragikomödie »Doitscha – Alles geht vorüber« in der ARD beruht auf einem Buch von Adriana Altaras

von Pascal Beck  04.11.2026

Fernsehen

»Doitscha« erzählt vom Leben deutscher Juden nach dem 7. Oktober

Im Mittelpunkt der pointierten Tragikomödie steht eine Familie, in der unterschiedliche Identitäten, Ängste und Lebensentwürfe aufeinanderprallen

 04.11.2026

TV-Tipp

Viele Jahre bis zum großen »Hallelujah«: Arte zeigt Porträt von Leonard Cohen zum zehnten Todestag

Es ist wohl das bekannteste Lied des kanadischen Sängers Leonard Cohen. Und so steht »Hallelujah« auch im Zentrum eines so unterhaltsamen wie inspirierenden Porträts über diesen modernen Minnesänger

von Jan Lehr  04.11.2026

Essay

Der neue Jude

Warum ich Mitleid mit den Deutschen habe, die bis heute nicht begreifen wollen, dass wir keine wehrlosen Opfer mehr sind, sondern starke, selbstbestimmte Menschen, die hart zurückschlagen, wenn man uns angreift

von Zeev Avrahami  04.11.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 4. November bis zum 12. November

 04.11.2026

Sachbuch

Der Kampf jüdischer Gemeinden für den Synagogen-Aufbau nach dem Krieg

Durch die Nationalsozialisten zerstört, wollten jüdische Gemeinden viele Synagogen in Deutschland nach dem Krieg wieder aufbauen. Doch sie hatten mit Widerständen zu kämpfen - und mit Parkplätzen und Einkaufszentren

von Thomas Klatt  04.11.2026

New York

Nach Paul Simon wird auch Art Garfunkel 85

Mit Songs wie »The Sound of Silence« wurden Simon & Garfunkel weltberühmt – aber auch die Streits der beiden Schulfreunde aus New York sind legendär. Jetzt steht der nächste große Geburtstag an

von Christina Horsten  04.11.2026

Frankfurt am Main

Rote und blaue Fäden

Mit der Installation »A Sky Full of Hope« will die Künstlerin Janet Echelman globale Vernetzung sichtbar machen – und eckt in der Stadt damit an

von Eugen El  03.11.2026

Frankfurt

Jüdische Akademie soll »Haus der Zukunft« sein

In der ersten Diskussionsrunde der neuen Jüdischen Akademie in Frankfurt stieß ein Wunsch angesichts von Antisemitismus und innerjüdischer Differenzen auf große Zustimmung: Die Akademie soll ein »Haus der Zukunft« sein

 03.11.2026