«Märzenschnee»

Auktion mit Pechstein-Gemälde aus Besitz von Walter Rathenau

Walther Rathenau Foto: picture alliance / ullstein bild - ullstein bild

Ein Gemälde des Expressionisten Max Pechstein (1881-1955) aus dem Besitz des jüdischen Industriellen und Politikers Walther Rathenau (1867-1922) wird in München versteigert. Rathenau habe »Märzenschnee« 1909 bei der Eröffnung einer Ausstellung der Berliner Secession für 300 Reichsmark erworben, teilte das Auktionshaus Ketterer Kunst in München mit. Die Familie hatte das Bild während des Nationalsozialismus verkaufen müssen. Im Zuge der Rückgabe habe man sich mit den Erben des 1922 ermordeten Rathenau gütlich auf eine Versteigerung am 6. Juni geeinigt. 

Geld fürs Malen am Meer

Der liberale Intellektuelle, Industrielle und spätere Außenminister der Weimarer Republik sei ein leidenschaftlicher Kunstmäzen gewesen, heißt es bei Ketterer Kunst. Pechstein, damals in der Künstlergruppe »Die Brücke«, habe sich mit dem Erlös den lang gehegten Wunsch erfüllt, den Sommer am Meer zu verbringen und sich seinem künstlerischen Schaffen zu widmen. 

Nach Rathenaus Ermordung in der Nähe seiner Wohnung im Berliner Stadtteil Grunewald ging das Bild nach Angaben des Auktionshauses in den Besitz seiner Familie über. Während des Nationalsozialismus geriet die Familie immer stärker unter Druck und musste »Märzenschnee« 1936 verkaufen. Vermutlich Ende der 1950er Jahre sei es von einer Familie in Nordrhein-Westfalen erworben worden, die sich nun mit Rathenaus Erben auf den Verkauf des Bildes geeinigt habe. Der Schätzwert liegt Ketterer Kunst zufolge zwischen 200.000 und 300.000 Euro. dpa

Auktion: 590 / Evening Sale am 06.06.2025 in München

Zahl der Woche

13 Sommer- und Winter-Machanot

Fun Facts und Wissenswertes

 27.01.2026

Kairo/Berlin

Ägypten verbietet Buch zu Gaza-Krieg - Autoren: Das Interesse ist riesig

Ihr Streitgespräch über den Nahostkonflikt sorgte in Deutschland für viel Aufmerksamkeit - doch Ägyptens Zensur verbietet das Buch von Philipp Peyman Engel und Hamed Abdel-Samad. Die Autoren nehmen es eher gelassen

 27.01.2026

USA

Kanye West entschuldigt sich erneut für Antisemitismus

In einer ganzseitigen Anzeige im Wall Street Journal schreibt der Rapper: »Ich bin kein Nazi und kein Antisemit. Ich liebe jüdische Menschen.«

 27.01.2026

Meinung

Ein Schmock kommt selten allein

Im »Dschungelcamp« scheint Gil Ofarim in bester Gesellschaft. Doch was hat er aus seiner Lüge in der »Davidstern-Affäre« gelernt?

von Ayala Goldmann  27.01.2026

Meinung

»Zeit Geschichte« stellt sich in eine unsägliche Tradition

Das Titelbild der neuen Ausgabe des Hefts reduziert den Nahostkonflikt auf ein simples Gut-gegen-Böse-Schema. Immer wieder nutzen renommierte Medien problematische Bildsprache, wenn es um Israel geht

von Nikolas Lelle  27.01.2026

Oscar-Nominierungen

Natalie Portman: Frauen kommen zu kurz

Man sehe die Hürden für Regisseurinnen auf jeder Ebene, so die Schauspielerin

 27.01.2026

Fernsehen

Und dann sagt Gil Ofarim: »Jetzt habe ich ein bisschen was kapiert«

Am 4. Tag im Dschungelcamp spielte sich alles ab, wofür der Begriff »Fremdschämen« erfunden wurde

von Martin Krauß  26.01.2026

Serie

»Holocaust«-Serie: Wendepunkt der deutschen Erinnerungskultur

Vor 47 Jahren wurde im öffentlich-rechtlichen Fernsehen die US-Serie »Holocaust - Die Geschichte der Familie Weiss« ausgestrahlt. Der damals verantwortliche Leiter der Hauptabteilung Fernsehspiel erinnert sich an Widerstände und weinende Anrufer

von Jonas Grimm  26.01.2026

Der diesjährige Lerntag "Jom Ijun" findet am 1. Februar im Gemeindezentrum der ICZ in Zürich statt.

Interview

»Wir sind in der kleinen jüdischen Welt einsam«

Der diesjährige Lerntag »Jom Ijun« beleuchtet das innerjüdische Spannungsfeld zwischen Gemeinschaft und Individualismus. Warum auch der jüdische Diskurs davon betroffen ist, erklären die Organisatoren Ron Caneel und Ehud Landau im Gespräch

von Nicole Dreyfus  26.01.2026