Medien

Alice Schwarzer weist Rassismus-Vorwurf zurück

Journalistin und »Emma«-Herausgeberin Alice Schwarzer Foto: dpa

Medien

Alice Schwarzer weist Rassismus-Vorwurf zurück

»Emma«-Herausgeberin: »Der Antisemitismus des politisierten Islam scheint die Linken nicht zu stören«

 11.07.2018 10:55 Uhr

Emma»-Herausgeberin Alice Schwarzer hat Rassismus-Vorwürfe gegen das feministische Magazin zurückgewiesen. Die Zeitschrift sei eine der raren Stimmen in diesem Land, die kritisch über Islamismus, Judenhass, sexualisierte Gewalt und die Lage der Frauen in islamischen Communitys berichteten, schreibt Schwarzer in der Online-Ausgabe der «Emma».

Schwarzer hielt ihren Kritikern vor, die Realität aus ideologischen Gründen nicht wahrzunehmen: «Der Sexismus des politisierten Islam scheint diese Linken nicht zu stören und auch nicht der Antisemitismus», so die «Emma»-Gründerin. Der Judenhass eskaliere gerade in politisierten muslimischen Kreisen, «im Namen der Kritik an Israel auch befeuert von westlichen Linken».

Kritik Unter der Schlagzeile «›Emma‹ und der Beifall von rechts» hatte die Website «Übermedien» Anfang des Monats besonders die Berichterstattung über die Kopftuch-Debatte und die Kölner Silvesternacht kritisiert. «›Emma‹ benennt und skandalisiert die sexualisierte Gewalt der Männer überwiegend nordafrikanischer Herkunft (...). Allerdings appelliert sie damit an Vorurteile und Stereotype, die in der Gesellschaft ohnehin schon verbreitet sind», hieß es. «Eine gefährliche Dynamik entsteht: Rechtsextreme und die AfD greifen den ursprünglich feministischen Diskurs über sexualisierte Gewalt auf und machen mit ihm gegen Einwanderung mobil.»

«Übermedien» hatte sich unter anderem auf eine Studie des Kommunikationsforschers Luca Hammer für die Initiative «Fearless Democracy» bezogen, der von Januar bis Juni Twitter-Follower von «Emma» beobachtet hatte. Danach stammen zehn bis 15 Prozent der Follower «aus dem rechten Spektrum», 85 bis 90 Prozent sind demnach Feministinnen, Politiker und Politikerinnen, Intellektuelle, Linke und internationale Organisationen.

Zu den Rechten, die «Emma» lesen, zählt die Studie auch die deutsch-türkische Anwältin und Imamin Seyran Ates und den gegen Männergewalt im Namen der «Ehre» engagierten deutsch-israelischen Psychologen Ahmad Mansour. Bei dieser Definition von «rechts» schrumpften die «echt rechten Leserinnen» zur verschwindenden Minderheit, führt Schwarzer an.

Relevanz Die «Emma»-Redaktion schreibe nicht mit Blick auf Beifall von der «richtigen Seite», sondern über das, was sie relevant finde, betonte die Publizistin. Dabei stehe das Blatt in der Tradition der Aufklärung, hüte sich vor «Stellvertreterpolitik» und lasse etwa im Kopftuchstreit auch Musliminnen zu Wort kommen. Eine kritische Berichterstattung sei schon aus Solidarität mit demokratischen Musliminnen geboten, die die ersten Opfer der Islamisten seien, mit denen weite Teile der westlichen Linken seit Jahrzehnten sympathisierten.

So seien auch die Hälfte der Autorinnen der Silvesternacht-Anthologie Der Schock (2016) Musliminnen, «die verzweifelt an Linke und Liberale appellieren, endlich aufzuhören mit ihrem Kulturrelativismus» und ihnen dieselben Menschenrechte zuzugestehen wie sich selbst. epd

Medien

Der schöngefärbte Sozialist

So framt »Die Zeit« den fanatischen Israelhasser Zohran Mamdani zur politischen Lichtgestalt

von Regula Stämpfli  03.09.2026

Debatte

Öffentlich-Rechtliche Medien: Macht euren Job, aber macht ihn besser!

Ein Appell von Esther Schapira

von Esther Schapira  03.09.2026

Medien

Stephan-Andreas Casdorff ist wieder für den »Tagesspiegel« tätig

Die KI-generierten Meinungstexte von Stephan-Andreas Casdorff im »Tagesspiegel« hatten in der Branche für viel Aufruhr gesorgt. Seit Juni hatte der Ex-Chefredakteur seine Tätigkeit ruhen lassen. Nun kehrt er zurück

von Jana Ballweber  03.09.2026

Literatur

Die perfekte Paranoia

»Howl« ist eine romangewordene Angstattacke, die Hoffnung macht. So etwas kann nur der britische Schriftsteller Howard Jacobson

von Sophie Albers Ben Chamo  03.09.2026

Geheimnisse & Geständnisse

Plotkes

Klatsch und Tratsch aus der jüdischen Welt

von Katrin Richter, Imanuel Marcus  03.09.2026

Jubiläum

50 Jahre Muppets: »Applaus, Applaus, Applaus!«

Am 5. September 1976, vor 50 Jahren, strahlte der britische Sender ITV die erste Folge der »Muppet Show« aus. Das geplant chaotische Format wurde ein weltweiter Erfolg

von Alexander Brüggemann  03.09.2026

Kunst

Mehr als heiße Luft

Ausgerechnet ein jüdisches Rhinozeros liefert in Sachsen-Anhalt einen prägnanten Kommentar zur Landtagswahl. Ein Treffen mit dem israelischen Künstler Itamar Gov

von Sophie Albers Ben Chamo  03.09.2026

Kino

»Die Realität, in der wir leben«

Das israelische Filmfestival »Seret« zeigt atemberaubend dramatische wie komische Filme und Dokumentationen

von Helmut Kuhn  03.09.2026

Programm

Offene Türen am Rhein, Lehrhaus am Main und ein Kulturfest im Vogtland: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 3. September bis zum 9. September

 03.09.2026