EUJS

»Wir hoffen auf die ›Summer U‹«

Ruben Gerczikow Foto: Rina Gechtina

Herr Gerczikow, die European Union of Jewish Students (EUJS) bat vor Kurzem im Internet um Spenden. Warum?
Wegen der Corona-Pandemie sind viele Programme und Veranstaltungen ausgefallen, deswegen war es nicht möglich, die notwendige Finanzierung einzutreiben.

Welche Veranstaltungen konnten nicht stattfinden?
Beispielsweise fielen unsere Seminare in Brüssel aus, wo wir uns mit Politikern und Politikerinnen sowie NGOs treffen und junge jüdische Studierende ins politische Zentrum bringen. Auch das Seminar beim Human Rights Council in Genf konnte nicht stattfinden. Unser Flaggschiff, die »Summer U«, das größte jüdische Jugendevent Europas mit mehr als 400 jüdischen Studierenden, konnte nicht stattfinden.

Bietet die EUJS auch digitale Formate an?
Wir haben mit dem Programm »P(EUJS)lot« zahlreiche Formate veranstaltet und damit auch viele Tausend Menschen erreicht. Wir hatten Kochshows und Schiurim, eine Live-Hawdala und Instagram-Gespräche mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments zu aktuellen Themen wie Belarus, Myanmar oder Verschwörungsideologien. Außerdem haben wir verschiedene Facebook-Panels veranstaltet – wie zum Jahrestag des rechtsterroristischen Anschlags in Halle. Für die nationalen jüdischen Studierenden gab es Fortbildungen über Zoom.

War die Spendenkampagne erfolgreich?
Als Vorstand sind wir sprachlos und bewegt. Wir haben das ursprüngliche Finanzierungsziel von 100.000 Euro innerhalb von acht Stunden erreicht und kamen in die Bonusrunde. 648 Personen haben gespendet. Wir sind zudem sehr dankbar, dass jede Spende durch den World Jewish Congress, den European Jewish Congress, die UJA Federation of New York und JDC Junction verdoppelt wird. Es kamen insgesamt 146.419 Euro zusammen.

Was zeigt die breite Unterstützung der Spendenkampagne?
Sie demonstriert, wie viel EUJS den Menschen bedeutet. Es ist eine generationenübergreifende Unterstützung. Und sie zeigt, dass die EUJS anders ist als viele jüdische Organisationen. Es ist eine Bewegung von Studierenden für Studierende, die Menschen bis heute mitnimmt und prägt.

Welchen Vorhaben kommen die eingeworbenen Spenden zugute?
Sie dienen zuallererst der Stabilisierung der EUJS. Es gibt Projekte, die eine sichere und nachhaltige Finanzierung benötigen.

Welche Projekte stehen in diesem Jahr an?
Im Idealfall würden wir gern »Summer U« in diesem Jahr stattfinden lassen. Auch steht unsere Vollversammlung an, bei der unser Vorstand gewählt wird. Es ist noch nicht klar, in welcher Form sie stattfindet. Wir werden zudem Online-Veranstaltungen zu politischen Themen vorantreiben.

Mit dem Vizepräsidenten des EUJS sprach Eugen El.

USA

Ein Stadtneurotiker wird 90

Woody Allen steht als Autor, Regisseur und Schauspieler für einzigartige Filme. Doch bis heute überschatten Missbrauchsvorwürfe sein Lebenswerk

von Barbara Schweizerhof, Sophie Albers Ben Chamo  29.11.2025

Meinung

Wenn ein Botschafter Schoa-Überlebende zu Lügnern erklärt

Tom Rose, neuer US-Botschafter in Warschau, hat in einer Rede die Komplizenschaft Tausender Polen während des Holocaust bestritten. Das ist fatal für das Ansehen der USA

von Menachem Z. Rosensaft  29.11.2025

Großbritannien

Frauen haben Besseres verdient

Die Journalistin Marina Gerner beklagt in ihrem Buch fehlende Innovationen im Bereich Frauengesundheit – und eckt nicht nur mit dem Titel an

von Amie Liebowitz  28.11.2025

Kultur

André Heller fühlte sich jahrzehntelang fremd

Der Wiener André Heller ist bekannt für Projekte wie »Flic Flac«, »Begnadete Körper« und poetische Feuerwerke. Auch als Sänger feierte er Erfolge, trotzdem konnte er sich selbst lange nicht leiden

von Barbara Just  28.11.2025

Niederlande

Demonstranten stören Vorlesung in Gedenken an Nazi-Gegner

An der Universität Leiden erzwangen antiisraelische Studenten die Verlegung einer Gedächtnisvorlesung zum Andenken an einen Professor, der während der Nazi-Zeit gegen die Judenverfolgung protestiert hatte

von Michael Thaidigsmann  28.11.2025

Großbritannien

Verdächtiger nach Anschlag auf Synagoge in Manchester festgenommen

Der Angriff auf die Synagoge am Vorabend des höchsten jüdischen Feiertags Jom Kippur sorgte international für Bestürzung. Jetzt wurde ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen

von Burkhard Jürgens  27.11.2025

Bereit fürs ICZ-Präsidium: Noëmi van Gelder, Arthur Braunschweig und Edi Rosenstein (v.l.n.r.)

Interview

»Meinungsvielfalt gilt es auszuhalten« 

Am 8. Dezember wählt die Gemeindeversammlung der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich ein neues Präsidium. Ein Gespräch mit den Kandidaten über Herausforderungen an die Gemeinde, Grabenkämpfe und Visionen

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Schweiz

Antisemitismus auch in der queeren Szene benennen

Viele Jüdinnen und Juden fühlen sich teils unsicher, wenn in der queeren Szene über Israel gesprochen wird. Der Verein Keschet will das ändern

von Nicole Dreyfus  27.11.2025

Das Ausmalbuch "From the river to the sea" in einer Buchhandlung in Zürich.

Meinung

Mit Kufiya und Waffen

Ein Kinderbuch mit Folgen

von Zsolt Balkanyi-Guery  27.11.2025