Rom

Warten auf die Gäste

Wie in ganz Italien und zahlreichen anderen europäi­schen Ländern ist auch in der Hauptstadt Rom nach dem Lockdown das öffentliche Leben in diesem Sommer nur langsam, ja, fast zaghaft erwacht. Am Kolosseum beispielsweise, einem Wahrzeichen und einer Haupttouristenattraktion der Ewigen Stadt, stehen noch immer ungewöhnlich wenige Busse.

Auch im jüdischen Quartier Octavia, dem ehemaligen Ghetto in der Nähe des Tibers ist es noch nicht wieder so wie vor der Pandemie. Gottesdienste in der Großen Synagoge finden wieder statt, und nun kehren einheimische Geschäftsleute und Passanten, aber auch ausländische Gäste langsam zurück. Sie steigen in einem der Hotels ab, essen in den koscheren Restaurants auf dem Hauptplatz und kaufen in den Läden daneben ein.

Kundschaft Im Ghetto, wie es noch immer genannt wird, werden die meisten Geschäfte seit vielen Jahren von jüdischen Römern betrieben, und die Kundschaft ist so bunt wie eh und je. Hebräisch ist allerdings eher wenig zu hören, Gäste aus Israel sind im Moment noch sehr selten. Allenfalls vier Spiele der Fußball-Europameisterschaft, die in Rom ausgetra­gen wurden, brachten den einen oder anderen jüdischen Fan in die Stadt.

Das Servierpersonal ist erleichtert darüber, dass die komplette Schließung des jüdischen Viertels erst einmal der Vergangenheit angehört. Entsprechend kümmern sich zahlreiche Kellner mit dem gewohnten italienischen Charme vereint um das Wohl der Gäste, sei es bei der Auswahl der Vorspeise, des Weins oder einer der traditionellen Nachspeisen, die in allen koscheren Restaurants im Ghetto angeboten werden.

Die Münchner Fotografin Lydia Bergida hat bei ihrem Besuch die Betreiber von Restaurants und Läden in Porträts festgehalten – als Ausdruck der Hoffnung, die Pandemie möge endlich der Vergangenheit angehören.

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  02.10.2026

Gespräch

Jüdische Stimme am Vatikan

Viktor Eichner vom Jüdischen Weltkongresses hat ein großes Ziel: sich für die jüdische Gemeinschaft einzusetzen – vor allem beim Heiligen Stuhl

von Sabine Kleyboldt  02.10.2026

Sacramento

Kalifornien führt »jüdisch« als ethnische Kategorie ein

Gouverneur Gavin Newsom unterschrieb mehrere Gesetze, die für Juden in dem Bundesstaat relevant sind

 02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 01.10.2026

USA

Jüdischer Stolz auf der New York Fashion Week

Zum ersten Mal war eine exklusiv jüdische Modenschau Teil des berühmten Events. Mit Modest Fashion, Abendkleidern und Bikinis

von Sophie Albers Ben Chamo  01.10.2026

Nachruf

Esther Rantzen mit 86 Jahren gestorben

Die Journalistin setzte sich für Kinder, Senioren und eine Legalisierung der Sterbehilfe in Großbritannien ein

 01.10.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Fußball

Im Kreuzfeuer: Irischer Nationalspieler mit israelischer Mutter

Finn Azaz wurde für Irlands Nationalkader für die Länderspiele gegen Israel nominiert. Weil er eine israelische Mutter hat, soll seine Zukunft im irischen Team aber infrage stehen

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026