Rom

Warten auf die Gäste

Wie in ganz Italien und zahlreichen anderen europäi­schen Ländern ist auch in der Hauptstadt Rom nach dem Lockdown das öffentliche Leben in diesem Sommer nur langsam, ja, fast zaghaft erwacht. Am Kolosseum beispielsweise, einem Wahrzeichen und einer Haupttouristenattraktion der Ewigen Stadt, stehen noch immer ungewöhnlich wenige Busse.

Auch im jüdischen Quartier Octavia, dem ehemaligen Ghetto in der Nähe des Tibers ist es noch nicht wieder so wie vor der Pandemie. Gottesdienste in der Großen Synagoge finden wieder statt, und nun kehren einheimische Geschäftsleute und Passanten, aber auch ausländische Gäste langsam zurück. Sie steigen in einem der Hotels ab, essen in den koscheren Restaurants auf dem Hauptplatz und kaufen in den Läden daneben ein.

Kundschaft Im Ghetto, wie es noch immer genannt wird, werden die meisten Geschäfte seit vielen Jahren von jüdischen Römern betrieben, und die Kundschaft ist so bunt wie eh und je. Hebräisch ist allerdings eher wenig zu hören, Gäste aus Israel sind im Moment noch sehr selten. Allenfalls vier Spiele der Fußball-Europameisterschaft, die in Rom ausgetra­gen wurden, brachten den einen oder anderen jüdischen Fan in die Stadt.

Das Servierpersonal ist erleichtert darüber, dass die komplette Schließung des jüdischen Viertels erst einmal der Vergangenheit angehört. Entsprechend kümmern sich zahlreiche Kellner mit dem gewohnten italienischen Charme vereint um das Wohl der Gäste, sei es bei der Auswahl der Vorspeise, des Weins oder einer der traditionellen Nachspeisen, die in allen koscheren Restaurants im Ghetto angeboten werden.

Die Münchner Fotografin Lydia Bergida hat bei ihrem Besuch die Betreiber von Restaurants und Läden in Porträts festgehalten – als Ausdruck der Hoffnung, die Pandemie möge endlich der Vergangenheit angehören.

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Justiz

Schweizer Comedian Hamza Raya wegen Rassismus angezeigt

Ein muslimischer Comedian und ein jüdischer Gastronom loten die Grenzen der Satire aus. Nun droht dem einen von beiden eine juristische Auseinandersetzung

von Nicole Dreyfus  15.07.2026

Jahrhundertzeugin

Wie eine Sintiza die Nazizeit überlebte und ihre Heiterkeit rettete

Frieda Daniels ist Hochseilartistin. Sie floh als Sintiza vor der Vernichtung durch die Nationalsozialisten. Als 93-jährige Zeitzeugin war sie nun in Heidelberg zu Gast. Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte

von Stefanie Ball  15.07.2026

Verschwörungsmythen

Messi: Im Visier von Antisemiten

Eine NGO, die in den sozialen Medien antisemitische Inhalte aufspürt, berichtet, dass Argentiniens Starspieler Lionel Messi immer wieder Ziel von judenfeindlichen Verschwörungsmythen ist

 15.07.2026

New York

Ronald Lauder sucht Nachfolger

Der WJC-Präsident, Unternehmer und Philanthrop wirbt außerdem dafür, dass sich eine neue Generation wohlhabender Juden stärker für jüdisches Leben engagiert – durch Investitionen in Bildung

 15.07.2026

David Baddiel

»Inzwischen kann man Messi in den Griff bekommen«

Der britische Autor über das Halbfinale England vs Argentinien, seinen legendären Fußball-Song »Three Lions« und warum er immer noch glaubt, dass England gegen Argentinien gewinnen wird

von Katrin Richter  15.07.2026

Schweiz

Die gegen den Hass sprüht

Inna E. fühlt sich dem jüdischen Volk verbunden und macht gegen anti-israelische Graffitis mobil. Wenn die Behörden nicht reagieren, auch mit Farbe

von Peter Bollag  14.07.2026

Monaco

Zweitjüdischste Nation der Welt

Die kleine jüdische Gemeinschaft im Stadtstaat wächst. Immer mehr Jüdinnen und Juden entscheiden sich für das luxuriöse und sichere Fürstentum

von Mark Feldon  13.07.2026

New York

Jüdischer Vertreter kritisiert Bürgermeister Mamdani für Stadtkarte

Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft in den USA hat New York eine Karte zu unterschiedlichen migrantischen Prägungen seiner Stadtteile herausgegeben. Juden wurden dabei offenbar nicht berücksichtigt

 12.07.2026