Rom

Warten auf die Gäste

Wie in ganz Italien und zahlreichen anderen europäi­schen Ländern ist auch in der Hauptstadt Rom nach dem Lockdown das öffentliche Leben in diesem Sommer nur langsam, ja, fast zaghaft erwacht. Am Kolosseum beispielsweise, einem Wahrzeichen und einer Haupttouristenattraktion der Ewigen Stadt, stehen noch immer ungewöhnlich wenige Busse.

Auch im jüdischen Quartier Octavia, dem ehemaligen Ghetto in der Nähe des Tibers ist es noch nicht wieder so wie vor der Pandemie. Gottesdienste in der Großen Synagoge finden wieder statt, und nun kehren einheimische Geschäftsleute und Passanten, aber auch ausländische Gäste langsam zurück. Sie steigen in einem der Hotels ab, essen in den koscheren Restaurants auf dem Hauptplatz und kaufen in den Läden daneben ein.

Kundschaft Im Ghetto, wie es noch immer genannt wird, werden die meisten Geschäfte seit vielen Jahren von jüdischen Römern betrieben, und die Kundschaft ist so bunt wie eh und je. Hebräisch ist allerdings eher wenig zu hören, Gäste aus Israel sind im Moment noch sehr selten. Allenfalls vier Spiele der Fußball-Europameisterschaft, die in Rom ausgetra­gen wurden, brachten den einen oder anderen jüdischen Fan in die Stadt.

Das Servierpersonal ist erleichtert darüber, dass die komplette Schließung des jüdischen Viertels erst einmal der Vergangenheit angehört. Entsprechend kümmern sich zahlreiche Kellner mit dem gewohnten italienischen Charme vereint um das Wohl der Gäste, sei es bei der Auswahl der Vorspeise, des Weins oder einer der traditionellen Nachspeisen, die in allen koscheren Restaurants im Ghetto angeboten werden.

Die Münchner Fotografin Lydia Bergida hat bei ihrem Besuch die Betreiber von Restaurants und Läden in Porträts festgehalten – als Ausdruck der Hoffnung, die Pandemie möge endlich der Vergangenheit angehören.

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