Meinung

Verbietet endlich die Hamas!

Die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz ist über die abscheulichen Angriffe der Hamas entsetzt. Jedes Bild, jede Reportage verursachen Schrecken und Schauer. Das Massaker, das von der Terrororganisation am letzten Wochenende begangen wurde, hätte brutaler nicht sein können.

Die Forderung ist alt: Jüdische Organisationen in der Schweiz, allen voran der Schweizerische Israelitische Gemeindebund, setzten sich seit Jahren für ein Verbot der Hamas in der Schweiz ein. Die Terrororganisation – und alles andere zu behaupten, wäre verklärt – vertritt skrupellos eine zutiefst demokratie-, menschenfeindliche und antisemitische Ideologie. Sie ruft in ihrer Gründungscharta gezielt zur Tötung von Jüdinnen und Juden auf und beschwört den antisemitischen Weltverschwörungsmythos.

Und was tut die Schweizer Politik? Am 23. August 2017 lehnte der Schweizer Bundesrat ein Postulat ab, das die Hamas-Gruppierung verbieten und deren Klassifizierung als terroristische Organisation prüfen wollte. Mit der Begründung, die Hamas zeige sich in einem neuen Gründungspapier, auch von 2017, »in gewissen Bereichen pragmatischer als bisher«.

Auch halte das Dokument fest, dass der Konflikt mit Israel nicht religiöser Natur, sondern gegen die israelische Militärbesatzung gerichtet sei. »Gleichzeitig bestreitet die Hamas aber nach wie vor das Existenzrecht Israels und verteidigt den bewaffneten Kampf als ein legitimes Mittel des Widerstands. Die Schweiz verurteilt diese Positionen in aller Deutlichkeit.«

Verurteilen reicht nicht! Zudem gilt die Hamas ohne ein klares Verbot weiterhin als normaler politischer Akteur, wird von offizieller Seite legitimiert. Das bedeutet, dass die Hamas sich in der Schweiz frei bewegen, Spenden sammeln und ihre Finanzen abwickeln kann. Ganz anders in der EU oder in den USA. Dort wird die Hamas schon seit Langem als Terrororganisation eingestuft.

In Bern hat man sich jedoch wiederholt auf den Standpunkt gestellt, dass das Bundesgesetz über den Nachrichtendienst ein solches Verbot nur zulässt, wenn die Vereinten Nationen einen entsprechenden Beschluss fassen würden. Auf dieser Grundlage sind zwei terroristische Gruppierungen verboten: »Al-Qaïda« und der »Islamische Staat«.

Es kann nicht sein, dass ein demokratischer Staat, einer Terrororganisation Carte Blanche erteilt. Die Schweiz ist mit Israel befreundet. Es sollten also keine direkten Kontakte zu Terroristen, die Israel mit den brutalsten Mitteln von der Landkarte tilgen wollen, gepflegt werden. Der Schweizer Bundesrat und das Parlament sollen endlich Flagge zeigen!

Tova Friedman

»Israel ist stark und beschützt uns«

Kommende Woche wird sie im Bundestag die Rede zum Holocaust-Gedenktag halten. Gemeinsam mit ihrem Enkel Aron Goodman spricht Tova Friedman im Interview über ihre Sicht auf Deutschland - und ihre Aktivitäten auf TikTok

von Michael Thaidigsmann  20.01.2026

Nachruf

Zum »idealen arischen Baby« erklärt: Hessy Levinsons Taft gestorben

Der Fotograf sagte Tafts Familie damals, er habe bewusst das Foto eines jüdischen Kindes eingereicht, um die Rassenideologie der Nazis ad absurdum zu führen

von Imanuel Marcus  19.01.2026

USA

Top-Cop im Dilemma

Jessica Tisch, New Yorks erste jüdische Polizeipräsidentin, bleibt auch unter dem antizionistischen Bürgermeister Zohran Mamdani im Amt – zumindest vorerst

von Katja Ridderbusch  18.01.2026

USA

Old Shul

Bundesrichter Alvin K. Hellerstein leitet das Verfahren gegen Venezuelas Ex-Präsidenten Nicolás Maduro. Er ist 92 Jahre alt und orthodoxer Jude

von Michael Thaidigsmann  18.01.2026

Italien

Licht der Erinnerung

Die Juden Lecces wurden 1541 aus dem Königreich Neapel vertrieben. Fast 500 Jahre später wird ihre Geschichte in dem kleinen »Museo Ebraico« zu neuem Leben erweckt – dank zweier engagierter Familien

von Lydia Bergida  17.01.2026

Der Eruv kann auch teilweise aus ergänzten bei der Sigi-Feigel-Terrasse

Schweiz

Ein Eruv für Zürich

Unsichtbar im Stadtbild, spürbar im religiösen Alltag. Die größte jüdische Gemeinschaft der Schweiz spannt einen symbolischen Faden – und macht jüdisches Leben sichtbarer

von Nicole Dreyfus  20.01.2026 Aktualisiert

England

Maccabi-Fan-Bann: Ministerin entzieht Polizeichef das Vertrauen

Ein Bericht zum Agieren der West Midlands Police beim Ausschluss von Fans des israelischen Vereins Maccabi Tel Aviv vom Spiel gegen Aston Villa hat schwere Fehler zutage gefördert

 15.01.2026

Irak

Humor als Waffe

Elizabeth Tsurkov berichtet über ihre 903 Tage als Geisel einer pro-iranischen Terrormiliz und was ihr beim Überleben half

von Michael Thaidigsmann  15.01.2026

Auszeichnung

Vier Deutsche mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr werden vier Personen und eine Initiative geehrt

 13.01.2026