Europa

Tour de Maccabi

Das Ziel im Blick Foto: Getty Images

Die Europäischen Maccabi-Spiele werden nächstes Jahr aus finanziellen Gründen ausfallen. András Gál Szabó, Maccabi-Medaillenträger, langjähriger Unterstützer der Bewegung und erfahrener Langstreckenradler, wollte unter keinen Umständen auf ein jüdisches Sportereignis verzichten.

Während seiner Touren habe der Ungar nie verpasst, verlassene jüdische Friedhöfe in verborgenen Ortschaften aufzusuchen, zum Beispiel im Osten von Rumänien oder der Republik Moldau. So kam ihm die Idee, in Kooperation mit Maccabi Europe ein jüdisches Radrennen auszurichten. Im Mittelpunkt soll neben dem Sport auch die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls und die Ehrung jüdischen Erbes stehen.

An Organisationserfahrung fehlt es ihm nicht, denn Gál Szabó, Jahrgang 1969, veranstaltet regelmäßig die 9000 Kilometer lange Budapest-Bamako-Amateurrallye, ist Mitbegründer des Budapester Holocaust-Museums und war einer der Ersten, der in seiner Heimat Hilfsaktionen für die Ukraine auf den Weg brachte.

ROUTE Die Teilnehmer sollen am 12. August 2023 zuerst bei einer Gedenkfeier in der Gedenkstätte Auschwitz dabei sein und am folgenden Tag in der Krakauer Altstadt losfahren. Die 500 Kilometer lange Strecke wird dann über Polen und die Slowakei bis nach Ungarn führen. Die Planer haben versucht, eine Route zu schaffen, die zwar eine sportliche Herausforderung darstellt, aber trotzdem nicht zu beschwerlich ist, denn es werden ja vor allem Amateure erwartet.

Die einzelnen Etappen werden im Schnitt 60 bis 70 Kilometer lang sein, in den Bergen etwas kürzer. »Das bedeutet jeweils einen halben Tag intensives Strampeln, und an den Nachmittagen werden wir Stätten der jüdischen Geschichte, Religion und Tradition aufsuchen«, erklärt der Organisator. Besonders herausfordernd soll es in der Slowakei sein, wo ein Mittelgebirge, die Beskiden, bezwungen werden muss.

Am Tag der Ankunft in Ungarn wird Schabbat gefeiert. Ab dort wird es dann leichter, denn der Weg wird durch die Ungarische Tiefebene führen. Am zehnten Tag sollen die Sportler schließlich das Ziel erreichen, die Große Synagoge in Budapest. Neben dem Wettrennen wird auch eine Tourengruppe ohne Zeitmessung losfahren. Laut Gál Szabó sei der logistische Aufwand enorm, deshalb wurde die Teilnehmerzahl auf 500 begrenzt.

Inklusion Ein wichtiger Aspekt ist die Inklusion. Es werden sowohl Frauen als auch Männer ab 14 Jahren erwartet. Man rechne auch mit Parasportlern. Die Zielgruppe seien in erster Linie Juden, dennoch sei jeder willkommen, der bereit ist, die Grundsätze des Wettbewerbes zu beachten. »Wir werden nicht nachprüfen, ob jemand jüdischer Herkunft ist«, versichert der Rennleiter.

Interessenten können sich bei den lokalen Maccabi-Verbänden anmelden. Wenn im jeweiligen Land keiner existiert, dann kann man sich auch auf der Webseite der Tour de Maccabi registrieren. Die Anmeldungen sind bereits in vollem Gang.

András Gál Szabó hofft nun »auf die gemeinschaftsbildende Wirkung dieser Initiative und darauf, dass das Rennen – mit Beachtung des Kalenders der Maccabi-Spiele – alle zwei oder vier Jahre wiederholt werden kann«. Auch, wenn der Streckenverlauf beim nächsten Mal variieren könnte.

www.tourdemaccabi.com

USA

Das süße Licht von Zusha

Seit 13 Jahren machen Shlomo Gaisin und Zack Goldschmiedt charedische Popmusik – mit Riesenerfolg

von Sophie Albers Ben Chamo  13.09.2026

Kino

Unter einem guten Stern

Jüdische Themen sind im französischen Kino immer wieder sehr gut aufgehoben. Auch »Nur ein kleines bisschen Glück« trifft mit Leichtigkeit mitten ins Herz

 11.09.2026

Kommentar

Ja, du bist gemeint!

Im Leben gibt es Menschen, die erkennen, was vor sich geht, und andere, die einfach blind den Trends folgen. Warum ich an der Seite meiner jüdischen Freunde stehe

von Boy George  11.09.2026

Rückkehr

Wiener Stadttempel nach Restaurierung wiedereröffnet

Nach mehr als zehn Monaten Bauzeit konnte die jüdische Gemeinde in Wien wieder in ihre Synagoge zurückkehren. Nun steht ein großes Fest an - auch zum runden Jubiläum des größten Gotteshauses seiner Art in Österreich

von Johannes Peter Senk  10.09.2026

9/11

Das Gift des Terrors

Ein Vierteljahrhundert nach den islamistischen Anschlägen auf Amerikas Zentren der Macht findet tatsächlich ein Regime Change statt. Allerdings nicht in den Täterländern, sondern in den USA. Ein persönlicher Rückblick

von Hannes Stein  10.09.2026

Schweiz

Neues Holocaust-Memorial in Bern

In Bern soll bis Ende 2027 eine Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus errichtet werden, das den Namen »Unfolded minute« trägt

von Nicole Dreyfus  09.09.2026

Emirate

Generation Golf

Dubai boomt als Reiseziel für Israelis. Doch schon vor dem Beitritt zu den Abraham-Abkommen ist eine Gemeinde gewachsen, für die der jüdische Alltag in einem arabischen Land Normalität ist

von Mark Feldon  09.09.2026

Meinung

Ein Sonntag genügt!

Was gehen uns in der Schweiz die Wahlen in Sachsen-Anhalt an? Auf den ersten Blick nicht viel. Auf den zweiten wird klar: Das Problem ist nicht nur die Partei selbst

von Zsolt Balkanyi-Guery  08.09.2026

Nachruf

Gloria Steinem: Ein Leben im Dienst der Gleichberechtigung

Die Journalistin und feministische Aktivistin starb im Alter von 92 Jahren. Mit ihrem Magazin »Ms.« veränderte sie den Blick auf Frauen nachhaltig

 04.09.2026