Australien

Synagogen unter Wasser

Land unter in Queensland Foto: gdc

Die größten Überschwemmungen seit Jahrzehnten haben Australiens Nordosten komplett lahmgelegt. Die Hauptsynagoge in Brisbane, der drittgrößten Stadt des Landes, wurde geschlossen. Torarollen und andere wichtige Dokumente konnten vor den Wasser- und Schlammmassen gerettet werden.

Rabbiner in ganz Australien, darunter auch der Vorsitzende der Organisation Rabbis of Australasia, Rabbiner Dovid Freilich, werden diesen Schabbat ein besonderes Gebet für die mindestens 15 Todesopfer der Katastrophe sprechen. Rabbiner Freilich hat die Synagogen im ganzen Land dazu aufgerufen, für den Queensland Flut-Fonds zu spenden. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinden in Queensland, Jason Steinberg, sagte, die Menschen seien sehr dankbar für die Unterstützung. »Das Ausmaß der Zerstörung hat alle schockiert.«

Hilfe Die 5.000 Mitglieder zählende Gemeinde hat mit den Folgen der Überschwemmungen zu kämpfen. Geschäfte, Häuser und Höfe sind zerstört worden. Vertreter von Chabad of Rural and Regional Australia werden sich kommende Woche in die Region aufmachen, um den Familien mit Spenden zu helfen und gegebenenfalls religiöse Gegenstände, die durch die Überflutung beschäddigt wurden, zu ersetzen. Sie wollen auch koscheres Essen verteilen.

Queenslands Premierministerin Anna Bligh hat drei Viertel ihres Staats zum Katastrophengebiet erklärt, nachdem eine Fläche, so groß wie Frankreich und Deutschland zusammen genommen, von heftigen Sommerregen überschwemmt worden war. Sie sagte, Queensland müsse sich wie nach einem Krieg erholen. »Gemeinsam stehen wir das durch.«

Dürre Nach der seit 1997 anhaltenden Trockenheit war 2010 wegen des Wetterphänomens La Nina ein extrem feuchtes Jahr in Australien. Fluss- und Bachbänke, die über lange Zeit ausgetrocknet waren, brachen, und die Wassermassen zerstörten Häuser, Bauernhöfe und Minen.

Der umstrittene australische Pfarrer Daniel Nalliah von »Catch the Fire«, einer christlichen Bewegung, weigerte sich unterdessen, lediglich den Klimawandel für die Überschwemmungen verantwortlich zu machen. Er griff auf Verschwörungstheorien zurück und sagte, Gotte bestrafe den Staat, weil der australische Außenminister Kevin Rudd, ein Queensländer, Israel aufgefordert hatte, seine Atomwaffenanlagen untersuchen zu lassen.

Meinung

Fertig Idylle!

Am Mittwoch sticht in der Winterthurer Innenstadt ein Mann auf vorbeilaufende Passanten ein und schreit »Allahu Akbar« – ein Weckruf für die Schweiz

von Nicole Dreyfus  28.05.2026

Warnung

Steven Spielberg will keine KI nutzen

Der Filmemacher sieht einen Platz für KI in der Medizin und in der Forschung.

 28.05.2026

Interview

»Das ist nicht normal«

Regina Sluszny überlebte die Schoa, weil sie von katholischen Belgiern versteckt wurde. Angesichts des Strafverfahrens gegen Mohalim fragt sich die Vorsitzende des jüdischen Dachverbands FJO, ob es für Juden in Belgien noch eine Zukunft gibt

von Michael Thaidigsmann  27.05.2026

Italien

Pride in Rom schließt jüdische LGBTQ-Organisationen aus

Die Organisatoren der Rome Pride Parade verbannen jüdische LGBTQ-Gruppen, die sich nicht von einem angeblichen Völkermord in Gaza distanzieren

von Nicole Dreyfus  27.05.2026

Antwerpen

Belgien: Empörung über Anklage gegen jüdische Beschneider

Wegen Anklagen gegen zwei jüdische Beschneider kritisieren jüdische Vertreter die belgischen Behörden scharf. Die European Jewish Association wirft der Staatsanwaltschaft vor, die Religionsfreiheit zu verletzen - Belgien weist dies zurück

von Marlene Brey  27.05.2026

New Jersey

Donald Newhouse mit 96 Jahren gestorben

Er war einer der einflussreichsten Medienmanager in den USA. Das Rampenlicht suchte er nur selten

 27.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Nachruf

Barney Frank mit 86 Jahren gestorben

Als liberale Stimme im Washingtoner Kongress prägte der jüdische Abgeordnete der Demokraten sowohl die Debatten über Finanzmarktregulierung als auch über die Rechte von Homosexuellen

 20.05.2026

Spanien

Mordverdacht: Sohn von Mango-Gründer festgenommen

Die Polizei in Katalonien hat Medienberichten zufolge den Sohn des Mango-Gründers und Philanthropen Isaak Andic festgenommen. Jonathan Andic war als einziger dabei, als sein Vater im Dezember 2024 einen Abhang hinunterstürzte

 19.05.2026