Las Vegas

Synagoge im Visier

Conor Climo während eines Interviews in Las Vegas (2016) Foto: dpa

In den USA hat ein Rechtsextremist zu Beginn seines Strafprozesses gestanden, einen Brandanschlag auf eine Synagoge in Las Vegas geplant zu haben. Conor Climo ist Mitglied der »Feuerkrieg Division«, ein Ableger der militanten Neonazi-Gruppe »Atomwaffen Division«, die bereits in der Vergangenheit durch Gewalttaten auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Im August 2019 war Climo verhaftet worden. Zuvor hatte ihn eine Antiterroreinheit des FBI monatelang observiert.

Als Teil eines sogenannten »Plea Deals« zwischen ihm und der Staatsanwaltschaft bekannte sich der 24-Jährige am Montag vor dem Bundesgericht in Nevada für schuldig. Er gab zu, geplant zu haben, ein jüdisches Gotteshaus sowie das örtliche Büro der Anti-Defamation League (ADL) in Las Vegas in Brand zu stecken und ein Massaker anzurichten.

Weitere potenzielle Anschlagsziele seien ein McDonalds-Restaurant und eine Bar gewesen, die vor allem von homo- und transsexuellen Menschen besucht werde.

Weitere potenzielle Anschlagsziele seien ein McDonalds-Restaurant und eine Bar gewesen, die vor allem von homo- und transsexuellen Menschen besucht werde.

Neben dem Besitz von Material zum Bau einer Brandbombe gab der Angeklagte auch zu, eine nicht registrierte Waffe zu besitzen. Nach dem Plea Deal zwischen Anklage und Verteidigung darf Climo nun auf eine etwas mildere Strafe hoffen.

behandlung Er verpflichtete sich unter anderem, sich in psychiatrische Behandlung zu begeben, bekommt nach der Freilassung aus dem Gefängnis eine Fußfessel und darf künftig keine Waffen mehr besitzen.Climo drohen dennoch noch zwei bis drei Jahre Haft. Das Urteil soll Mitte Mai gesprochen werden.

Staatsanwalt Nicholas Trutanich sagte, Climos Ankündigung von Gewalttaten hätten dazu gedient, »unsere Glaubensgemeinschaften und die LGBTQ-Community einzuschüchtern«. Die Polizei habe Anschläge aber durch frühes Eingreifen verhindern können.

Einem Mitglied seines rechtsextremen Netzwerks, der Informant des FBI war, hatte Climo verraten, dass er beabsichtige, eine Synagoge ganz in der Nähe seiner Wohnung anzuzünden und anschließend aus dem Gebäude fliehende Menschen zu erschießen. So wolle er »eine Botschaft« an die Leute senden, sagte er.

Einem ADL-Bericht vom Oktober 2019 zufolge gab es in den vorausgegangenen zwölf Monaten, nach dem tödlichen Angriff auf die »Tree of Life«-Synagoge in Pittsburgh 2018, 50 Angriffe von Rechtsextremisten auf jüdische Einrichtungen in den USA. Zwölf Verdächtige seien festgenommen worden.

Punta Cana

Gal Gadot und Mila Kunis zeigen sich entspannt im Karibikurlaub

Die Aufnahmen zeigen die jüdischen Schauspielerinnen bei ganz besonderen Freizeitaktivitäten in Puerto Rico

 02.06.2026

New York

Ronald Lauder: »Israel verliert den globalen Informationskrieg«

»Wenn man die Mainstream-Presse liest, muss man sich fragen, wie der einzige jüdische Staat zur meistgehassten Nation der Erde werden konnte«, sagt der Präsident des Jüdischen Weltkongresses

 02.06.2026

Bergen-Belsen

Holocaust-Überlebender Tomi Reichental gestorben

In Irland gehörte er zu den prominentesten Zeitzeugen des Holocaust. Tomi Reichental überlebte als Kind das KZ Bergen-Belsen. Jetzt ist er gestorben

von Karen Miether  01.06.2026

Jubiläum

Dichter und Bürgerschreck: Allen Ginsberg vor 100 Jahren geboren

Er lehnte sich gegen eine spießige und militarisierte Gesellschaft auf und propagierte ein ökologisches Bewusstsein: Der US-Dichter Allen Ginsberg war ein Pionier der »Beat-Generation«. Seine Visionen sind heute wieder aktuell

von Holger Spierig  01.06.2026

Erinnerung

Jugendliche im Anne Frank Haus in Amsterdam - Ein Besuch

Rund eine halbe Million Jugendliche aus aller Welt besuchen jährlich das Anne Frank Haus in Amsterdam. Was denken sie, wenn sie das Versteck sehen? Und was ist ihr Eindruck vom vielleicht bekanntesten Tagebuch der Welt?

von Nina Schmedding  01.06.2026

Nachruf

Edgar Morin gestorben: Stimme des kritischen Denkens verstummt

Der französische Philosoph, Soziologe und Publizist wurde 104 Jahre alt

 01.06.2026

Kulinarisch

Ein Michelin-Stern für die Safta

Tränen, Konfetti und ein Stück Geschichte: Das Restaurant »Mutra« des Israelis Raz Shabtai erhält als erstes koscheres Lokal weltweit die legendäre Auszeichnung

von Sabine Brandes  31.05.2026

Barcelona

Kein Saunazutritt mit Davidstern?

Zwei Jüdinnen soll der Zutritt zu einer LGBTQ-Sauna verweigert worden zu sein. Die Betroffenen haben Anzeige bei den zuständigen Behörden erstattet

 31.05.2026

Meinung

Fertig Idylle!

Am Mittwoch sticht in der Winterthurer Innenstadt ein Mann auf vorbeilaufende Passanten ein und schreit »Allahu Akbar« – ein Weckruf für die Schweiz

von Nicole Dreyfus  28.05.2026