Bern

Schweiz will mit neuem Gesetz gegen Nazi-Symbole vorgehen

Hakenkreuz auf einer Straße im Kanton Aargau Foto: imago stock&people

Die Schweizer Regierung will verstärkt gegen NS-Symbole vorgehen. Die Regierung präsentierte nun einen Gesetzesentwurf, mit dem etwa die öffentliche Verwendung des Hakenkreuzes oder des Hitlergrußes verboten werden sollen. Bei Verstößen droht eine Ordnungsbuße von 200 Franken (213 Euro).

Derzeit verbietet das Schweizer Strafrecht rassistische, gewaltverherrlichende, extremistische oder nationalsozialistische Symbole nur dann, wenn damit gleichzeitig für eine entsprechende Ideologie geworben wird. Wer jedoch solche Symbole ohne aktive Propaganda zeigt, bleibt aktuell straflos.

Diese Gesetzeslücke soll nun geschlossen werden, »weil antisemitische Vorfälle in der Schweiz stark zugenommen haben«, hieß es in einer Mitteilung des Bundesrates - also der Schweizer Regierung - in Bern. Das neue Gesetz sieht unkomplizierte Bußverfahren statt strafrechtliche Prozesse vor, um die Justiz nicht zu überlasten.

Lesen Sie auch

Kreutner kommentiert Verbot

Ausnahmen sind für NS-Symbole im Kontext von Wissenschaft, Bildung, Medien und Kunst vorgesehen. Religiöse Swastikas, die wie das NS-Hakenkreuz aussehen, bleiben ebenfalls erlaubt.

Der Generalsekretär des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG), Jonathan Kreutner, sagte auf Anfrage: »Die beiden jüdischen Dachverbände SIG und die Plattform der Liberalen Juden der Schweiz PLJS setzen sich schon seit Langem für ein solches Verbot ein und nehmen mit Genugtuung zur Kenntnis, dass ein weiterer großer Schritt vollzogen ist.«

Vor einem parlamentarischen Beschluss des Gesetzes haben politische und gesellschaftliche Akteure in der Schweiz bis Ende März Zeit für Stellungnahmen. Die Regierung will zu einem späteren Zeitpunkt Verbote für weitere extremistische, rassistische und gewaltverherrlichende Symbole vorschlagen.

Nachruf

Dirigent Michael Tilson Thomas mit 81 Jahren gestorben

Als Chefdirigent der San Francisco Symphony wurde er berühmt. Doch er arbeitete mit Orchestern in aller Welt. Nun ist der Musiker mit 81 Jahren gestorben

 24.04.2026

Österreich

Der geneigte Antisemit

In Wien soll das Denkmal des einstigen Bürgermeisters Karl Lueger um 3,5 Grad gekippt werden. Die jüdische Gemeinde sähe die Bronzestatue lieber im Museum. Ein Ortsbesuch

von Tobias Kühn  24.04.2026

Tschernobyl

Damals in Tschernobyl

Im März 1987 arbeitete unser Autor zwei Wochen lang im havarierten Atomkraftwerk Tschernobyl. Eine persönlicher Bericht über die Zeit in der Sperrzone und wie es danach weitergeht

von Vitalii Miasnikov  24.04.2026

Sowjetunion

Der Schatten von Tschernobyl

Auch 40 Jahre nach der Katastrophe beschäftigt das Reaktorunglück die Menschen. Unseren Autor begleitet sie seit der Kindheit. Persönliche Erinnerungen und ein politischer Blick zurück

von Alexander Friedman  24.04.2026

USA

Recht auf Restitution

Ende April sollte der Anspruch auf Rückerlangung von in der Nazizeit gestohlener Kunst auslaufen. Per Gesetz wurde er nun entfristet

von Sophie Albers Ben Chamo  23.04.2026

Vereinte Nationen

Welche Chancen hat Rebeca Grynspan?

Erstmals könnte eine Frau neue UN-Generalsekretärin werden. Mit im Rennen ist Rebeca Grynspan aus Costa Rica. Sollte sie gewählt werden, wäre sie auch die erste jüdische Person im Amt

von Michael Thaidigsmann  22.04.2026

London

Weitere Festnahmen nach Anschlägen auf jüdische Gemeinde

Binnen weniger Wochen werden mehrere jüdische Einrichtungen in London zum Ziel von Brandanschlägen. Nun meldet die Anti-Terror-Einheit der Polizei erneut Festnahmen

 21.04.2026

Glosse

Der Rest der Welt

Kamele an der Limmat oder wie Zürich mit Tradition umgeht

von Nicole Dreyfus  20.04.2026

Besuch

Milei ist in Israel, um die Botschaft in Jerusalem zu eröffnen

Der argentinische Präsident gilt als enger Verbündeter des jüdischen Staates, es ist sein dritter Besuch binnen zwei Jahren

 19.04.2026