Nahostkonflikt

Lauder: »Israel sollte auf Abbas zugehen und Zweistaatenlösung ermöglichen«

Drängt Israel zu einer Friedensinitiative: Ronald Lauder Foto: imago/ZUMA Press

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald Lauder, hat Israel aufgefordert, umgehend die Initiative für einen neuen Friedensprozess mit den Palästinensern zu starten, auf Mahmud Abbas zuzugehen und eine Zweistaatenlösung anzustreben. In einem Gastbeitrag für die »Washington Post«, der am Dienstag auf der Webseite der Tageszeitung veröffentlicht wurde, argumentierte Lauder, eine solche Friedensinitiative sei die einzige Möglichkeit, Israels Sicherheit langfristig zu gewährleisten.

Wörtlich schrieb der WJC-Chef: »Um diesen Prozess sofort in Gang zu setzen, sollte es (Israel) auf Mahmoud Abbas, den Chef der Palästinensischen Autonomiebehörde, zugehen und die Wiederaufnahme von Verhandlungen über ein Interims- oder sogar endgültiges Abkommen anbieten. Israel sollte den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman, den ägyptischen Präsidenten Abdel Fatah El-Sisi und den jordanischen König Abdullah II. einladen, diesen diplomatischen Prozess zu unterstützen - und es sollte an die führenden Golfstaaten appellieren, den Wiederaufbau des Gazastreifens nach dem Krieg zu beaufsichtigen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Israel dürfe nicht in die ihm »vom Iran und der Hamas gestellte Falle« tappen und einen Krieg führen, der eine größeren Konflikt im Nahen Osten auslöse. »Der demokratische jüdische Staat darf die Missachtung des menschlichen Lebens durch seine Feinde nicht fortsetzen. Er muss seine moralische Überlegenheit bewahren, seine Legitimität auf internationaler Ebene sichern und die Unterstützung der Mehrheit der Amerikaner behalten«, so Lauder weiter. Ein komplexes militärisches Engagement erfordere »eine solide moralische Grundlage«, schrieb er in seinem Gastbeitrag.

Eine Friedensinitiative könne von entscheidender Bedeutung für den Aufbau starker »diplomatischer Partnerschaften«, die dann auch den Krieg gegen die Hamas unterstützen würden. Israel müsse eine positive Vision und einen Weg nach vorn aufzeigen.

VERHÄLTNIS Den Terrorangriff der Hamas auf israelische Zivilisten vor genau einem Monat nannte Lauder einen »Angriff brutaler Tyrannei gegen die Freiheit«, der auch ein »Angriff auf die Grundwerte und die Lebensweise der freien Welt« gewesen sei.

Er fügte an: »Leider erkennen viele diese einfache und schmerzliche Wahrheit nicht.« Eine Friedensinitiative in Kriegszeiten hingegen, ist der 79-jährige WJC-Präsident überzeugt, werde vielen auch im Westen »die Augen öffnen« und »Israel helfen, den Kampf um die Herzen und Köpfe zu gewinnen.«

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Der Multimilliardär ist seit vielen Jahren Unterstützer der Republikanischen Partei in den USA und galt lange Zeit als Förderer des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. In den 90er Jahren flog Lauder mehrmals im Auftrag Netanjahus nach Damaskus, um mit dem damaligen Diktator Hafez al-Assad über einen möglichen Frieden zwischen Syrien und Israel zu sprechen.

Seit einigen Jahren war Lauder, der seit 2007 an der Spitze des Jüdischen Weltkongresses steht, nicht mehr in Israel. Sein Verhältnis zu Netanjahu gilt als zerrüttet. Mehrfach hat der WJC-Präsident in den vergangenen Jahren eine Zweistaatenlösung angemahnt und sich auch mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas getroffen.

Zuletzt waren Lauder und eine WJC-Delegation auch nach Katar gereist, um sich dort für die Freilassung der von der Hamas entführten Geiseln stark zu machen. mth

Schweiz

»Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen!«

Nathan Hertig war eines von 25 jüdischen Kindern des FC Hakoah Zürich, die am Montagabend beim Spiel des FC Zürich gegen die Young Boys Bern die Profispieler ins Stadion begleiten durften. Für die Kinder war es eine Begegnung, die ihnen noch lange in Erinnerung bleiben dürfte, wie der Neunjährige im Interview erzählt.

von Nicole Dreyfus  03.09.2026

Terezín 2050

Theresienstadt: Zwischen Gedenken und Weiterleben

Einst Habsburger Festung, dann NS-Ghetto, heute tschechische Kleinstadt: Terezín (Theresienstadt) ist Erinnerungsort und lebendige Stadt zugleich. Internationale Forscher suchen nach Perspektiven für den Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft

 03.09.2026

Ungarn

Jüdisches Leben nach Orbán

Die neue Regierung verspricht eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Judenhass – und Partnerschaft auf Augenhöhe

von György Polgár  03.09.2026

USA

Warum Punk so jüdisch ist

In New York fing es an. In London wurde es Modetrend. Aber was hat eigentlich Lenny Bruce damit zu tun?

von Sarah Thalia Pines  31.08.2026

Interview

»Die Lage der schwedischen Juden ist schrecklich«

Schwedens Bildungs- und Integrationsministerin Simona Mohamsson über den Davidstern und die Vermischung von Israel-Kritik und Antisemitismus

von Michael Thaidigsmann  31.08.2026

Birmingham

Ermittlungen gegen früheren Polizeichef wegen Ausschluss israelischer Fußballfans

Der Ausschluss von Anhängern des israelischen Fußballclubs Maccabi Tel Aviv bei dessen Auswärtsspiel im November vergangenen Jahres in Großbritannien hat ein Nachspiel

 28.08.2026

Social Media

Prozess: Mark Zuckerbergs Meta will knapp 17 Milliarden Dollar zahlen

Das historische Verfahren zwischen Tech-Gigant Meta und fast allen US-Bundesstaaten gilt rechtlich nur für die USA. Doch es könnte auch globale Auswirkungen haben

 28.08.2026

Vereinte Nationen

Generalsekretär Guterres: UN-Sonderberichterstatter »völlig außer Kontrolle« in Bezug auf Israel

Der scheidende UN-Generalsekretär António Guterres hat die extreme Einseitigkeit einiger UN-Sonderberichterstatter bezüglich des jüdischen Staates eingeräumt. Eine allgemeine Voreingenommenheit der UNO gegenüber Israel sieht er aber nicht

 28.08.2026

Antisemitismus

Ire in Frankreich verhaftet, nachdem er gedroht hatte, jüdisches Paar zu ermorden

Nachdem der Australier und seine Frau aus dem Tunesien-Urlaub zurück waren, gingen sie zur Polizei

 27.08.2026