Mittlerer Osten

Rabbinatsgericht in Arabien

Dubai am Persichen Golf Foto: imago images/Arabian Eye

Am Persischen Golf nimmt in Kürze das erste jüdische Schiedsgericht in der Region seine Arbeit auf.

TRADITIONEN Träger des Projekts ist die neu gegründete Vereinigung der Jüdischen Gemeinschaften am Golf (AGJC). Sie will Juden in sechs arabischen Ländern (Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten) zusammenbringen. Der neue »Beit Din Arabien« soll für zivilrechtliche Streitigkeiten, für Personenstandsangelegenheiten, Erbschaften sowie die Erteilung von Koscher-Zertifikaten (»Hechscherim«) zuständig sein.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Mit der AGJC wolle man sowohl aschkenasischen als auch sefardischen Juden ein Angebot machen. Zudem wolle man versuchen, historische Traditionen aus der Golfregion in das religiöse Leben einzubinden, hieß es. Der Beit Din soll auch Beschneidungen, Bar/Batmizwa sowie jüdische Hochzeiten überwachen. Rituelle Schlachtungen nach den jüdischen Speisegesetzen sind in den kommenden Monaten geplant.

Neben dem Gemeinderabbiner und AGJC-Vorsitzenden Elie Abadie sollen weitere  Rabbiner eingeflogen werden, um bei Bedarf als Richter am Beit Din Arabien zu fungieren. Es lägen hierfür schon erste Bewerbungen aus Israel, Europa und den USA vor, sagte Abadie der »Times of Israel«.

ANGEBOTE Zudem werde man vor Ort Bildungsangebote machen, beginnend mit Programmen für kleine Kinder. Zu Pessach Ende März will die AGJC auch Gebetbücher und Lebensmittel für das Seder-Mahl bereitstellen.

Der Verein finanziert sich bislang aus privaten Spenden und den Beiträgen von Gemeindemitgliedern. Abadie sagte der »Times of Israel« aber, dass die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten sehr positiv reagiert hätten auf das Vorhaben.

Der im Libanon aufgewachsene Abadie ist Sohn jüdischer Flüchtlinge aus dem syrischen Aleppo. Seit dem vergangenen November ist er Rabbiner in den Emiraten. Zuvor lebte und wirkte Abadie in New York, wo er unter anderem die Edmund J. Safra Synagogue gründete.

SYNAGOGE In Bahrain werden jüdische Feiertage zelebriert, in den Emiraten leben schätzungsweise 3000 Juden. In der emiratischen Metropole Dubai, die sich gern als weltoffen präsentiert, werden in einer Synagoge seit Jahren jüdische Gottesdienste abgehalten.

Katar will als Gastgeber der Fußball-WM 2022 auch koscheres Essen anbieten und selbst das streng islamische Saudi-Arabien hat einen Dialog mit jüdischen Vertretern und Institutionen begonnen. mth/dpa

Kanada

Ein wenig Mizwa, sehr viel Macho

Das Magazin »Rolling Stone« kürte Drake einst zum »größten jüdischen Rapper aller Zeiten«. Doch der Anfang war hart

von Sarah Thalia Pines  05.11.2026

London

Banal, schlicht und ironisch

Julia Pascals Theaterstück »The Banality of Evil: Hannah Arendt, France, 1940« erzählt von Hannah Arendt, Charlotte Salomon und Eva Daube als deutsche Jüdinnen in Frankreich und ihrem Leben zwischen zwischen Exil, Gefangenschaft und Überlebenskampf

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  05.11.2026

Treffen

Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan - mit Cap und Kapuze

Der Musiker und Songwriter Bob Dylan ist 1997 zum ersten Mal einem Papst begegnet - damals in Bologna, bei einem Jugendtreffen. Nun kam er in den Vatikan und sprach dort mit einem Landsmann

von Ludwig Ring-Eifel  05.11.2026

Meister der Melancholie

Leonard Cohen: »Jikan der Stille« lebte seine Religion - und auch eine andere

Seine Lieder sind geheimnisvoll, oft düster - und doch von beklemmender Schönheit. Leonard Cohen war nie zu greifen, mit niemandem zu vergleichen. Vor zehn Jahren ist er gestorben

von Alexander Brüggemann  05.11.2026

Internetbetrug

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau warnt vor Fake-Webseite

Wer die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau besuchen will, muss bei der Buchung aufpassen. Denn aktuell gibt es eine gefakte Webseite, teilte die Gedenkstätte mit

von Christiane Laudage  04.11.2026

Brasilien

Kein Freund Israels

Nach dem überraschenden Wahlsieg des linken Präsidenten Lula gibt sich die jüdische Gemeinde des Landes dennoch zuversichtlich

von Andreas Knobloch  04.11.2026

USA

Jüdische MAGA-Aktivistin an der Uni mit Tod bedroht

Die jüdische Studentin und Trump-Unterstützerin Liz Benichou wurde auf dem Campus der University of Michigan attackiert und zu Boden gestoßen

von Nicole Dreyfus  04.11.2026

USA

»Viele jüdische Wähler haben mit zugehaltener Nase abgestimmt«

Der jüdische Rechtsanwalt und Historiker Michael Traison über den Erdrutschsieg der Demokraten bei den Midterms und die möglichen Folgen für Amerikas Beziehungen zu Israel

von Michael Thaidigsmann  04.11.2026

USA

Die innere Sicherheit

Wie jüdische Gemeinden ihren Alltag gegen wachsenden Antisemitismus verteidigen – und sich zunehmend selbst schützen müssen. Ein Ortsbesuch in Washington, D.C. und Miami

von Katrin Richter  02.11.2026