Österreich

Oberrabbiner Arie Folger und die Wiener Gemeinde trennen sich

Rabbiner Arie Folger Foto: dpa

Oberrabbiner Arie Folger verlässt die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG). Das Dienstverhältnis sei einvernehmlich und auf Folgers Wunsch »aus persönlichen Gründen« beendet worden, teilte die Gemeinde den Mitgliedern am Dienstag in einer E-Mail mit.

»Wir bedauern das und wünschen ihm alles Gute für seinen weiteren Weg«, sagte IKG-Generalsekretär Raimund Fastenbauer der Jüdischen Allgemeinen. Wer Rabbiner Folger vertrete, müsse im Detail geklärt werden. »Wir werden das alles dementsprechend ordnen.«

BEIT DIN Folger werde in einigen Bereichen weiter tätig sein, wie Kaschrut und Beit Din, so Fastenbauer. Doch seine Tätigkeit als Oberrabbiner sei mit »sofortiger Wirkung« beendet. Folger selbst wollte zum Ende seines Dienstverhältnisses nicht Stellung nehmen.

Der 45-jährige Folger wurde in Antwerpen geboren und war seit Sommer 2016 Oberrabbiner der Wiener IKG. Davor amtierte er für kurze Zeit als Gemeinderabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde München und später in Karlsruhe.

Von 2003 bis 2008 war er Rabbiner der Israelitischen Gemeinde Basel. Folger war Mitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands. tok

Fußball

Als Bayern gegen Prag verlor

Vor 125 Jahren traf der FC Bayern bei seinem ersten Auslandsspiel auf den legendären DFC Prag – und unterlag 0:8. Nach dessen Auflösung 1938 geriet der jüdische Verein fast in Vergessenheit, doch seit einigen Jahren wird er von Enthusiasten wiederbelebt

von Kilian Kirchgeßner  11.01.2026

Sport

»Absoluter Holocaust«: Fußball-Kommentator sorgt für Eklat

Der Ex-Torwart Shay Given hat die Amtszeit des Trainers Wilfried Nancy bei Celtic Glasgow mit dem industriellen Massenmord der Nationalsozialisten verglichen

 11.01.2026

Belgien

Außerhalb des Völkerrechts

Die belgische Regierung verweigert einer Staatsangehörigen die konsularische Betreuung, weil sie in einer von Brüssel nicht anerkannten israelischen Siedlung lebt

 09.01.2026

Alija

Sprunghafter Anstieg: Mehr Juden sagen Frankreich Adieu

2025 hat sich die Zahl der jüdischen Auswanderer nach Israel fast verdoppelt. Experten machen dafür vor allem den wachsenden Antisemitismus verantwortlich

 08.01.2026

Los Angeles

Sega-Mitgründer David Rosen im Alter von 95 Jahren gestorben

Der Unternehmer aus New York ging in den 1950ern nach Japan und importierte Fotoautomaten. Später folgten Flipper-Automaten und Jukeboxen

 08.01.2026

Meinung

Instrumentalisiertes Leid kennt keine Moral

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana braucht es Mitgefühl und Respekt. Wer eine lokale Tragödie von existenzieller persönlicher Wucht für politische Deutungen missbraucht, handelt zynisch – und entwürdigt die Betroffenen.

von Nicole Dreyfus  08.01.2026

Interview

»Die ICZ gehört zu mir – und ich gehöre zu ihr«

Sie will Brücken bauen, ohne den Rahmen zu sprengen. Die neu gewählte ICZ-Präsidentin Noëmi van Gelder spricht über Tradition und Offenheit, über Sicherheit in bewegten Zeiten – und darüber, wie jüdisches Leben in Zürich sichtbar, stark und gemeinschaftlich bleiben kann

von Nicole Dreyfus  08.01.2026

Jerusalem

Gedenkstätte Yad Vashem verweigerte Selenskyj Rede

Kurz nach Kriegsbeginn in der Ukraine wollte Selenskyj in Yad Vashem sprechen. Aber durfte nicht. Der Gedenkstätten-Vorsitzende nennt nun dafür klare Gründe

 07.01.2026

Venezuela

Kraft für den Neuanfang?

Trotz der spektakulären Festnahme des Diktators Nicolás Maduro durch die USA blickt die jüdische Gemeinde des Landes in eine ungewisse Zukunft

von Michael Thaidigsmann  07.01.2026