Schweden

Neonazi-Marsch an Jom Kippur?

Die westschwedische Stadt Göteborg Foto: dpa

Juden in der schwedischen Stadt Göteborg wollen einen Marsch von Neonazis verhindern, der ausgerechnet an Jom Kippur (30. September) in der Nähe der Hauptsynagoge der Stadt vorbeiführen soll.

Die Führung der jüdischen Gemeinschaft will einen Beschluss der Polizei anfechten, der der »Nordischen Widerstandsbewegung« erlauben würde, ihren Marsch während der Göteborger Buchmesse in der Stadt abzuhalten. Zu dem größten Literaturfestival Skandinaviens werden etwa 100.000 Menschen erwartet.

Anti-defamation League Die Anti-Defamation League (ADL) hat an den schwedischen Ministerpräsidenten appelliert, sicherzustellen, dass die Route des Neonazi-Marsches weit entfernt von der Synagoge verlaufen soll. Die Polizei hatte das ursprüngliche Anliegen der rechtsextremen Gruppierung zurückgewiesen, auf den Hauptstraßen Göteborgs zu marschieren. Doch die alternative Route würde nur etwa 60 Meter entfernt von der Göteborger Synagoge verlaufen – an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag,

Gemeindepräsident Allan Stutzinsky sagte der Jewish Telegraphic Agency (JTA), seiner Ansicht nach sei die geplante Demonstration kein isolierter Vorfall. »Wir haben hier wieder Antisemitismus wie in den 1930er-Jahren. Wir dachten, Europa habe seine Lektion gelernt, aber das ist offenbar nicht der Fall«, zitierte ihn JTA. ag

Fußball

Als Bayern gegen Prag verlor

Vor 125 Jahren traf der FC Bayern bei seinem ersten Auslandsspiel auf den legendären DFC Prag – und unterlag 0:8. Nach dessen Auflösung 1938 geriet der jüdische Verein fast in Vergessenheit, doch seit einigen Jahren wird er von Enthusiasten wiederbelebt

von Kilian Kirchgeßner  11.01.2026

Armenien

Offene Arme in Jerewan

Juden finden in einer der ältesten Städte der Welt Sicherheit und Gemeinschaft. Ein Ortsbesuch

von Stephan Pramme  11.01.2026

Sport

»Absoluter Holocaust«: Fußball-Kommentator sorgt für Eklat

Der Ex-Torwart Shay Given hat die Amtszeit des Trainers Wilfried Nancy bei Celtic Glasgow mit dem industriellen Massenmord der Nationalsozialisten verglichen

 11.01.2026

Belgien

Außerhalb des Völkerrechts

Die belgische Regierung verweigert einer Staatsangehörigen die konsularische Betreuung, weil sie in einer von Brüssel nicht anerkannten israelischen Siedlung lebt

 09.01.2026

Alija

Sprunghafter Anstieg: Mehr Juden sagen Frankreich Adieu

2025 hat sich die Zahl der jüdischen Auswanderer nach Israel fast verdoppelt. Experten machen dafür vor allem den wachsenden Antisemitismus verantwortlich

 08.01.2026

Los Angeles

Sega-Mitgründer David Rosen im Alter von 95 Jahren gestorben

Der Unternehmer aus New York ging in den 1950ern nach Japan und importierte Fotoautomaten. Später folgten Flipper-Automaten und Jukeboxen

 08.01.2026

Meinung

Instrumentalisiertes Leid kennt keine Moral

Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana braucht es Mitgefühl und Respekt. Wer eine lokale Tragödie von existenzieller persönlicher Wucht für politische Deutungen missbraucht, handelt zynisch – und entwürdigt die Betroffenen.

von Nicole Dreyfus  08.01.2026

Gegenwart

Jetzt erst recht!

Das Festjahr für jüdisches Leben in Deutschland war ein großer Erfolg. Es wird Zeit, dass nun auch auf europäischer Ebene das reiche jüdische Erbe gewürdigt wird

von Andrei Kovacs, Abraham Lehrer  08.01.2026

Interview

»Die ICZ gehört zu mir – und ich gehöre zu ihr«

Sie will Brücken bauen, ohne den Rahmen zu sprengen. Die neu gewählte ICZ-Präsidentin Noëmi van Gelder spricht über Tradition und Offenheit, über Sicherheit in bewegten Zeiten – und darüber, wie jüdisches Leben in Zürich sichtbar, stark und gemeinschaftlich bleiben kann

von Nicole Dreyfus  08.01.2026