Schweden

Neonazi-Marsch an Jom Kippur?

Die westschwedische Stadt Göteborg Foto: dpa

Juden in der schwedischen Stadt Göteborg wollen einen Marsch von Neonazis verhindern, der ausgerechnet an Jom Kippur (30. September) in der Nähe der Hauptsynagoge der Stadt vorbeiführen soll.

Die Führung der jüdischen Gemeinschaft will einen Beschluss der Polizei anfechten, der der »Nordischen Widerstandsbewegung« erlauben würde, ihren Marsch während der Göteborger Buchmesse in der Stadt abzuhalten. Zu dem größten Literaturfestival Skandinaviens werden etwa 100.000 Menschen erwartet.

Anti-defamation League Die Anti-Defamation League (ADL) hat an den schwedischen Ministerpräsidenten appelliert, sicherzustellen, dass die Route des Neonazi-Marsches weit entfernt von der Synagoge verlaufen soll. Die Polizei hatte das ursprüngliche Anliegen der rechtsextremen Gruppierung zurückgewiesen, auf den Hauptstraßen Göteborgs zu marschieren. Doch die alternative Route würde nur etwa 60 Meter entfernt von der Göteborger Synagoge verlaufen – an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag,

Gemeindepräsident Allan Stutzinsky sagte der Jewish Telegraphic Agency (JTA), seiner Ansicht nach sei die geplante Demonstration kein isolierter Vorfall. »Wir haben hier wieder Antisemitismus wie in den 1930er-Jahren. Wir dachten, Europa habe seine Lektion gelernt, aber das ist offenbar nicht der Fall«, zitierte ihn JTA. ag

USA

Top-Cop im Dilemma

Jessica Tisch, New Yorks erste jüdische Polizeipräsidentin, bleibt auch unter dem antizionistischen Bürgermeister Zohran Mamdani im Amt – zumindest vorerst

von Katja Ridderbusch  18.01.2026

USA

Old Shul

Bundesrichter Alvin K. Hellerstein leitet das Verfahren gegen Venezuelas Ex-Präsidenten Nicolás Maduro. Er ist 92 Jahre alt und orthodoxer Jude

von Michael Thaidigsmann  18.01.2026

Italien

Licht der Erinnerung

Die Juden Lecces wurden 1541 aus dem Königreich Neapel vertrieben. Fast 500 Jahre später wird ihre Geschichte in dem kleinen »Museo Ebraico« zu neuem Leben erweckt – dank zweier engagierter Familien

von Lydia Bergida  17.01.2026

Der Eruv kann auch teilweise aus ergänzten bei der Sigi-Feigel-Terrasse

Schweiz

Ein Eruv für Zürich

Unsichtbar im Stadtbild, spürbar im religiösen Alltag. Die größte jüdische Gemeinschaft der Schweiz spannt einen symbolischen Faden – und macht jüdisches Leben sichtbarer

von Nicole Dreyfus  16.01.2026

England

Maccabi-Fan-Bann: Ministerin entzieht Polizeichef das Vertrauen

Ein Bericht zum Agieren der West Midlands Police beim Ausschluss von Fans des israelischen Vereins Maccabi Tel Aviv vom Spiel gegen Aston Villa hat schwere Fehler zutage gefördert

 15.01.2026

Irak

Humor als Waffe

Elizabeth Tsurkov berichtet über ihre 903 Tage als Geisel einer pro-iranischen Terrormiliz und was ihr beim Überleben half

von Michael Thaidigsmann  15.01.2026

Auszeichnung

Vier Deutsche mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr werden vier Personen und eine Initiative geehrt

 13.01.2026

Nachruf

Zum »idealen arischen Baby« erklärt: Hessy Levinsons Taft gestorben

Der Fotograf sagte Tafts Familie damals, er habe bewusst das Foto eines jüdischen Kindes eingereicht, um die Rassenideologie der Nazis ad absurdum zu führen

von Imanuel Marcus  13.01.2026

Jackson

Brandanschlag auf Synagoge in Mississippi

Zwei Torarollen hat das Feuer vollständig zerstört. Der Verdächtige wurde vom FBI gefasst. Er bezeichnete das Gebäude während eines Verhörs als »Synagoge Satans«.

 12.01.2026 Aktualisiert