Justiz

Nach Gerichtsentscheid: Eitan zurück in Italien

Nach dem Unglück hatte der Junge bei seiner Tante im italienischen Pavia gelebt. Foto: Flash 90

Nach der Entscheidung eines israelischen Gerichts ist Eitan, der einzige Überlebende des tödlichen Seilbahnunglücks vom Lago Maggiore, wieder nach Italien zurückgekehrt. Die Maschine aus Tel Aviv mit dem Jungen und seiner Tante väterlicherseits, Aya Biran-Nirko, an Bord landete am Freitag kurz nach 22 Uhr in Bergamo, wie mehrere italienische Medien berichteten.

Der Sechsjährige hatte am 23. Mai bei dem Absturz einer Gondel am Monte Mottarone mit 14 Toten seine Eltern, Urgroßeltern und einen kleinen Bruder verloren. Später kam er bei seiner Tante in der italienischen Stadt Pavia unter.

Um den Jungen entbrannte danach ein Sorgerechtsstreit zwischen der Tante und der Verwandtschaft in Israel. Eitans Großvater hatte ihn mit einem Komplizen am 11. September entgegen einer richterlichen Anordnung über die Schweiz mit einem Privatflugzeug nach Israel zurückgebracht. Das höchste Gericht in Jerusalem entschied am Montag, dass der Junge zurück nach Italien soll und bestätigte damit die Entscheidungen aus den Vorinstanzen. Im Urteil berief sich die Justiz auf die Haager Kindesentführungsübereinkommen. Der Großvater habe das Kind entführt und wollte es in Israel behalten.

Juristisch ausgestanden ist der Streit noch nicht: Am Vormundschaftsgericht in Mailand wird für den 9. Dezember eine weitere Anhörung erwartet. Damit will die Familie in Israel der Tante das Sorgerecht entziehen. Zudem hatte die zuständige Staatsanwaltschaft in Pavia gegen den Großvater und seinen mutmaßlichen Komplizen einen internationalen Haftbefehl ausgestellt. Letzterer wurde auf Zypern festgenommen und nach Medienberichten verhört. dpa

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