Monsey

Mutmaßlicher Attentäter nicht zurechnungsfähig

In Monsey im Bundesstaat New York kam es Ende Dezember zu einem Angriff auf eine private Channuka-Feier. Foto: dpa

Grafton Thomas, der mutmaßliche Attentäter von Monsey bei New York, war laut einem psychiatrischen Gutachten zum Zeitpunkt der Tat nicht zurechnungsfähig.

Thomas hatte laut Staatsanwalt am 28. Dezember 2019 mit einer Machete bewaffnet fünf Menschen auf einer Chanukkafeier im Haus eines Rabbiners angegriffen und diese zum Teil schwer verletzt. Eines der Opfer liegt nach wie vor im Koma.

Einschätzung Thomas‘ Verteidiger Michael Sussman gab nun bekannt, ein Psychiater habe Thomas untersucht und die Einschätzung abgegeben, dass der Beschuldigte nicht prozessfähig sei. Der 37-Jährige sei psychisch krank und für seine Taten daher nicht verantwortlich, so Sussman.

Der Anwalt will nun erreichen, dass Thomas gar nicht erst der Prozess gemacht wird. Die Anklagevertreter haben zwei Wochen Zeit, auf das Gutachten der Verteidigung zu reagieren. Grafton Thomas hatte nach seiner Verhaftung auf nicht schuldig plädiert. Ihm wird von der Staatsanwaltschaft versuchter Mord sowie Hassverbrechen in zehn Fällen vorgeworfen. Ermittler hatten antisemitische Aufzeichnungen von Thomas entdeckt.

Smartphone Auf seinem Smartphone fanden sie Links zu einschlägigen Artikeln. Dort hatte Thomas offenbar vor der Tat Begriffe wie »Zionistentempel« in die Suchmaschine eingegeben und versucht herauszufinden, welche Synagogen unter Polizeibewachung standen.

Sein Verteidiger beteuerte dagegen, Thomas sei kein Antisemit und in der Vergangenheit auch nicht durch Gewalt gegen Andere aufgefallen.

Kim Thomas, die Mutter des Beschuldigten, hatte kurz nach dem Anschlag in Monsey erklärt, ihr Sohn sei psychisch krank, aber kein Judenhasser. Grafton Thomas sei in der Vergangenheit sogar ab und an einer jüdischen Familie während des Schabbat zur Hand gegangen, unter anderem, um das Licht zu löschen.

St. Petersburg

Im Licht der Weißen Nächte

Die Mitternachtsdämmerung des Nordens weckt Erinnerungen an Märchen und führt unseren Autor zurück in seine Kindheit im damaligen Leningrad

von Vladimir Vertlib  18.06.2026

Schweiz

Jugendlicher plante Blutbad

Der Prozess gegen einen Schüler, der einen Juden in Zürich töten wollte, beginnt am 1. Juli. Die Anklageschrift zeichnet das Bild eines sich früh radikalisierenden Jugendlichen

von Nicole Dreyfus  18.06.2026

USA

Nach antisemitischer Bewerbung: Rechtsextreme feiern Cornell-Studenten

Der 19-jährige Austin Franco wird für ein Praktikum von einem Softwareunternehmen der Brüder Gabe und Aiden Einhorn angenommen. Doch dann schreibt er, er sei »nicht daran interessiert, für einen Juden zu arbeiten«

 18.06.2026

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026