USA

Klage gegen die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank bestreitet die Ansprüche. Foto: imago

Neuer Ärger für die Deutsche Bank. Wie das »Manager Magazin« in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, hat der »Wertheim Jewish Education Trust« mit Sitz in Fort Lauderdale, Florida, eine Milliardenklage gegen das Geldinstitut sowie die Schweizer Bank Credit Suisse eingereicht. Es geht um den Anspruch auf einen Teil des Erbes der Frankfurter Kaufmannsfamilie Wertheim (»KaDeWe«). Der Streitwert beträgt drei Milliarden Dollar.

Die Höhe der Summe bemisst sich nach dem geschätzten heutigen anteiligen Wert des Wertheim-Vermögens. Die Familie war der Schoa entkommen, da sie schon vor 1933 Deutschland verlassen hatte und nach Spanien gegangen war. Der Trust beansprucht nun einen Teil des Erbes der jüdischen Unternehmerfamilie Wertheim.

Konten Der Wertheim Jewish Education Trust wurde am 21. Dezember 2016 in Fort Lauderdale als L.L.C. (GmbH) registriert. Als Geschäftsführer firmiert Rabbi Aron Lieberman, die Adresse des Trusts, 6700 NW 44th Street, ist identisch mit der der »Synagogue of Inverrary«, einer Chabad-Gemeinde in der Stadt in Südflorida. Teil des Trusts sind auch die »Friends of LBS«, der Freundeskreis der Wiener »Lauder Business School«, die WJC-Präsident Ronald S. Lauder ins Leben gerufen hat.

Die Klage Wertheim Jewish Education Trust LLC gegen Deutsche Bank AG, 17-cv-60120, wurde am 17. Januar am U.S. District Court, Southern District of Florida (Fort Lauderdale) eingereicht. In der Klageschrift wird behauptet, die Bank weigere sich, jene Einlagen zurückzuerstatten, die die Wertheim-Familie vor der Machtergreifung der Nazis, 1931, bei der Schweizer Kreditanstalt, heute Credit Suisse, deponiert hatte. Diese Konten seien später zur Deutschen Bank transferiert worden.

Vermögen Die Deutsche Bank, so heißt es weiter in der Anklageschrift, »habe sich geweigert, mit den rechtmäßigen Erben des Wertheimschen Familienvermögens in Bezug auf Sicherstellung und Rückübereignung des Vermögens zu kooperieren, das ihnen zusteht«. Somit sei auch die Nutzung der Gelder für karitative Zwecke verunmöglicht worden. Die Deutsche Bank bestreitet die Ansprüche.

Die Erben der Familie Wertheim konnten mit dem Geld auf den Schweizer Konten ihren Familienbesitz über die Nazizeit hinwegretten. Das Vermögen wurde immer weiter vererbt, bis es schließlich, so die Anklage, in die Hände von Vermögensverwaltern gelangte und 1993 bei der Deutschen Bank gelandet sei. Dort sei es, so die Anklageschrift, den Erben über Jahrzehnte vorenthalten worden.

Der Trust, dem ein Teil des Vermögens abgetreten wurde, will jetzt mithilfe der Klage das Geld zurückerhalten.

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