Sydney

Jüdische Organisationen prangern »Geißel« Antisemitismus an

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Australien ist mehr als fünfmal so hoch wie vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023. So stürmten anti-israelische Aktivisten das Restaurant »Miznon« mitten im Stadtzentrum von Melbourne. Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com

Vertreter großer jüdischer Gemeinschaften aus sieben Staaten prangern stark gestiegenen Antisemitismus in Australien an. Die Entwicklungen dort seien Teil eines »gefährlichen globalen Musters«, das Jüdinnen und Juden sowie Demokratien weltweit bedrohe, teilte am Mittwoch die Initiative »J7« mit, die derzeit in Australien tagt.

Zu »J7« gehören Organisationen aus Deutschland, Australien, den USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Argentinien. Für Deutschland ist der Zentralrat der Juden dabei.

Laut der gemeinsamen Mitteilung ist die Zahl antisemitischer Vorfälle in Australien mehr als fünfmal so hoch wie die durchschnittlichen Zahlen vor dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 - die höchste Steigerung aller »J7«-Staaten zwischen 2021 und 2024.

Lesen Sie auch

Die Erklärung zitiert Daten des Executive Council of Australian Jewry, wonach es vom 1. Oktober 2024 bis 30. September 2025 insgesamt 1.654 dokumentierte antijüdische Vorfälle in Australien gab, im Jahr davor 2.062. Internationales Aufsehen erregte etwa im Juli des laufenden Jahres ein Brandanschlag auf eine Synagoge in Melbourne. Verletzt wurde niemand.

Vorgehen gegen »Geißel«

Daniel Aghion, Präsident des australischen Verbandes, erklärte, auf dem Kontinent habe »antijüdischer Rassismus« die gesellschaftlichen Ränder verlassen und gewinne Boden an Universitäten, im Kultur- und Gesundheitsbereich sowie am Arbeitsplatz. Jüdinnen und Juden hätten Sorge um ihre Sicherheit. »J7« müsse diese »Geißel« bekämpfen.

Der Geschäftsführer des Zentralrates der Juden, Daniel Botmann, erinnerte an eine ebenfalls stark gestiegene Zahl antisemitischer Vorfälle in Deutschland. In den vergangenen zwei Jahren habe sich Antisemitismus als eine Ideologie etabliert, die die weit rechten und weit linken Spektren sowie Islamisten verbinde.

Die 2023 gegründete »J7« versteht sich als »Task Force« für den Kampf gegen Antisemitismus. Mitgliedsorganisationen sind neben dem Zentralrat und dem Executive Council of Australian Jewry die Anti-Defamation-League (USA), das Board of Deputies of British Jews (Großbritannien), der Conseil Représentatif des Institutions Juives de France (Frankreich), das Centre for Israel and Jewish Affairs (Kanada) sowie die Delegacion de Asociaciones Israelitas Argentinas (Argentinien). Den Angaben zufolge handelt es sich um die sieben weltweit größten Gemeinschaften außerhalb Israels.

Polen

Wenige Juden, viele Debatten

Jüdisches Leben pendelt seit 1989 zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden. Eine Begegnung mit dem früheren Dissidenten, Aktivisten und Publizisten Konstanty Gebert

von Nicole Dreyfus  09.03.2026

Chabad

Europäische Rabbiner tagen in Berlin

Die Hauptstadt ist seit Montag Treffpunkt von rund 180 Rabbinern aus ganz Europa

 09.03.2026

London

Iraner wegen Ausspähung jüdischer Einrichtungen verhaftet

Die Antiterroreinheit der Londoner Polizei hat in der Nacht zehn Personen festgenommen, darunter vier mutmaßliche Spione der Islamischen Republik

 06.03.2026

Großbritannien

Radikal pragmatisch

Ahmed Fouad Alkhatib arbeitet an einem palästinensischen Staat. Für den brauche es vor allem Frieden und Zusammenarbeit in der Region, sagt der Mann, der in Gaza und in den USA aufgewachsen ist

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  04.03.2026

Österreich

Der jiddische Sherlock Holmes

Der Schriftsteller Jonas Kreppel schuf im Wien der k. u. k. Zeit einen jüdischen Meisterdetektiv. Nun wurde die Krimireihe von einem New Yorker Autor wiederbelebt

von Jörn Pissowotzki  04.03.2026

Kalifornien

»Tehrangeles« jubelt

Im Großraum Los Angeles lebt die größte persische Exilgemeinde der Welt. Sie unterstützt das militärische Vorgehen der USA und Israels. Auch über die Zukunft des Iran machen sich viele Gedanken

von Gunda Trepp  04.03.2026

Demonstrierende schwenkten am Montag israelische und iranische Flaggen vor der israelischen Botschaft in Berlin und riefen „Danke, IDF!“.

Berlin

Zeichen gegen Teheran

Exil-Iraner demonstrierten vor Israels Botschaft in Berlin und drücken ihre Hoffnung auf einen Neuanfang aus

 03.03.2026

Schweiz

Drohung gegen koscheren Supermarkt

In Zürich ist es am Samstagabend zu einem Großaufgebot der Polizei vor jüdischen Einrichtungen gekommen

von Nicole Dreyfus  01.03.2026

Deutschland

Warnung vor Terror-Gefahr in Deutschland wegen Iran-Krieg

Wegen des Krieges in Nahost rechnet der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, mit einer »gesteigerten Bedrohungslage für jüdisches Leben in Deutschland«

 01.03.2026