Tunesien

Jüdische Gräber geschändet

Stadtstrand von Sousse Foto: Reuters

In Tunesien haben Unbekannte mehrere Gräber auf dem ehemaligen jüdischen Friedhof in Sousse zerstört. Die Stadt liegt rund 120 Kilometer südlich von Tunis.

Der tunesisch-jüdische Rechtsanwalt Yves Kamhi veröffentlichte auf seiner Facebook-Seite Bilder des geschändeten Friedhofs. Darauf ist zu sehen, dass zahlreiche Grabplatten zertrümmert wurden oder ganz fehlen.

MOTIV Es ist unklar, wann die Tat passierte und wer sie beging. In seinem Facebook-Post äußerte Kamhi indirekt die Vermutung, die Täter könnten nicht nur antisemitische, sondern auch wirtschaftliche Motive gehabt und es auf den Marmor der Gräber abgesehen haben. »Was haben sie (unsere Eltern, Anmerkung der Redaktion) nur getan, dass man mit ihrer ewigen Ruhe so umgeht?«, fragte er.

Mit rund 1500 Juden ist Tunesien neben Marokko das einzige arabische Land, in dem es noch funktionierende jüdische Gemeinden gibt. Allerdings nicht in Sousse: Nachdem Tunesien seine Unabhängigkeit erlangt hatte und offiziell zu einem islamischen Land wurde, zog es die Juden aus der Stadt weg. Die meisten gingen in den 1960er- und 1970er-Jahren nach Frankreich und Israel.

Heute zeugen nur noch Grabstätten und ehemalige Synagogen von der einstigen Präsenz jüdischen Lebens in der 220.000 Einwohner zählenden Hafenstadt am Mittelmeer.

Gespräch

»Israel ist stark und schützt uns«

Heute wird sie im Bundestag die Rede zum Holocaust-Gedenktag halten. Gemeinsam mit ihrem Enkel Aron Goodman spricht Tova Friedman im Interview über ihre Sicht auf Deutschland - und ihre Aktivitäten auf TikTok

von Michael Thaidigsmann  28.01.2026

Sydney

Australien verweigert jüdischem Islamgegner die Einreise

Australien hat in der vergangenen Woche seine Gesetze gegen Hassverbrechen verschärft. Ein jüdischer Influencer, der ein »Islamverbot« fordert, darf das Land nicht betreten

 27.01.2026

Studien

Trauma, Resilienz und Lebenswille: Warum manche Schoa-Überlebende so alt werden

Die Forschung ist einem bemerkenswerten Phänomen auf der Spur: Viele Überlebende des Holocausts werden auffallend alt

 27.01.2026

Der diesjährige Lerntag "Jom Ijun" findet am 1. Februar im Gemeindezentrum der ICZ in Zürich statt.

Interview

»Wir sind in der kleinen jüdischen Welt einsam«

Der diesjährige Lerntag »Jom Ijun« beleuchtet das innerjüdische Spannungsfeld zwischen Gemeinschaft und Individualismus. Warum auch der jüdische Diskurs davon betroffen ist, erklären die Organisatoren Ron Caneel und Ehud Landau im Gespräch

von Nicole Dreyfus  26.01.2026

Europäische Rabbinerkonferenz

»Israel ist unverzichtbar für unseren Zusammenhalt«

Der Dachverband orthodoxer Rabbiner in Europa wird in diesem Jahr 70 - zu seiner 33. Generalversammlung in Jerusalem werden rund 400 Teilnehmer erwartet

 26.01.2026

Spanien

Grabschändung in Barcelona - Bürgermeister verurteilt die Tat

Die Stadt und das israelische Außenministerium reagieren mit scharfer Kritik

 25.01.2026

Georgien

Zwischen Tel Aviv und Tiflis

In Israel geboren, kaukasische Wurzeln und in Mailand entdeckt: Tammy Aligo ist als Top-Model überall zu Hause

von Mikheil Khachidze  25.01.2026

USA

Ein Stück Heimat

1943 gründeten Flüchtlinge aus Europa einen Stammtisch in New York. Mehr als acht Jahrzehnte war er eine Institution. Mit dem Tod einer der letzten Überlebenden aus dieser Zeit endet eine Ära

von Heidi Friedrich  22.01.2026

Bosnien

Unsichere Zukunft auf dem Balkan

Die kleine jüdische Gemeinde von Sarajevo erlebt gerade schwierige Zeiten. Ein Ortsbesuch

von Peter Bollag  22.01.2026