Die amerikanische Astronautin Jessica Meir steht kurz vor dem Start zu einer neuen Mission zur Internationalen Raumstation (ISS). Gemeinsam mit drei weiteren Crew-Mitgliedern wird die jüdische Meeresbiologin und Physiologin mehrere Monate im All verbringen und dabei verschiedene wissenschaftliche Experimente durchführen. Amerikanische und israelische Publikationen berichteten. Meir hat bereits Erfahrung aus einem früheren Einsatz auf der Raumstation, von 2019 bis 2020, bei dem sie unter anderem an den ersten rein weiblichen Außenbordeinsätzen teilnahm.
Die Mission Crew-12 soll mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX vom Kennedy Space Center in Florida aus starten. Neben Meir gehören der NASA-Astronaut Jack Hathaway, die französische ESA-Astronautin Sophie Adenot sowie der russische Kosmonaut Andrey Fedyaev zur Crew. Die Astronauten werden die derzeitige Mannschaft ablösen, die vor kurzem vorzeitig zurückkehrte – unter anderem aufgrund einer medizinischen Evakuierung, einem bislang einmaligen Vorgang in der Geschichte der ISS.
Jessica Meir, Tochter eines irakisch-israelischen Vaters und einer schwedischen Mutter, muss aber im Gegensatz zu ihrer ersten Reise eine weitere Entbehrung auf sich nehmen. Seit ihrer ersten Reise zur Raumstation hat sie eine Tochter bekommen, was die bevorstehende Trennung für sie emotional besonders herausfordernd macht. Bei einer Pressekonferenz sprach sie offen darüber, dass die bevorstehenden acht Monate im All eine lange Phase im Leben ihrer kleinen Tochter abdeckten und dies eine große Belastung sei.
Persönlicher Begleiter im All
Dann erzählte Meir, wie sie die Trennung besser überstehen will: Sie wird einen Stoffhasen ihrer drei Jahre alten Tochter mit ins All nehmen. »Meine Tochter hat zwei identische Kuscheltiere, eines bleibt bei ihr, das andere begleitet uns im All«, erklärte Meir bei einer Pressekonferenz. »So können wir ihr regelmäßig Fotos schicken und ein kleines Stück Alltag miteinander teilen.«
Die ISS selbst umrundet die Erde in etwa 400 Kilometern Höhe und ist seit über 25 Jahren kontinuierlich bewohnt. Nach aktuellen Plänen soll die Station 2030 außer Betrieb genommen und in einem abgelegenen Gebiet des Pazifischen Ozeans kontrolliert zum Absturz gebracht werden. Die aktuelle Mission gehört somit zu den letzten Langzeitaufenthalten auf der traditionsreichen Raumstation. im