Argentinien

Israelische Geheimaktion?

Gedenkmarsch zum 19. Jahrestag des Anschlags auf das AMIA-Zentrum Foto: imago

Die Mehrzahl der an dem Anschlag auf die jüdische Wohlfahrtsorganisation AMIA in Buenos Aires 1994 beteiligten Attentäter sind im Laufe der vergangenen 20 Jahre getötet worden. Mit dieser sensationellen Enthüllung hat der ehemalige israelische Botschafter in Argentinien, Yitzhak Aviran, in einem Interview mit der jüdischen Nachrichtenagentur Agencia Judia de Noticias (AJN) eine bis dahin geheim gehaltene Rachekampagne Israels öffentlich gemacht.

Wörtlich sagte der Diplomat: »Der Großteil der Schuldigen befindet sich im Jenseits, und dafür haben wir gesorgt.« Bei dem Selbstmordattentat auf das jüdische Hilfswerk Asociación Mutual Israelita Argentina kamen 85 Personen ums Leben, 300 wurden zum Teil schwer verletzt. Die meisten von ihnen waren Mitglieder der jüdischen Gemeinde.

Justiz Aviran war von 1993 bis 2000 Israels Botschafter in Buenos Aires. Seine Äußerung hat die argentinische Regierung verstimmt. Seit Jahrzehnten fahndet die Justiz vergeblich nach den Tatbeteiligten. Nach Informationen der Tageszeitung Clarin wurde der derzeitige israelische Botschafter ins argentinische Außenministerium einbestellt. Der Sprecher des israelischen Außenministeriums Yigal Palmor bezeichnete Avirans Äußerungen als »völligen Unsinn«.

Mehr dazu in der kommenden Ausgabe der Jüdischen Allgemeine am 9. Januar 2014

Irak

Humor als Waffe

Elizabeth Tsurkov berichtet über ihre 903 Tage als Geisel einer pro-iranischen Terrormiliz und was ihr beim Überleben half

von Michael Thaidigsmann  15.01.2026

Auszeichnung

Vier Deutsche mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr werden vier Personen und eine Initiative geehrt

 13.01.2026

Nachruf

Zum »idealen arischen Baby« erklärt: Hessy Levinsons Taft gestorben

Der Fotograf sagte Tafts Familie damals, er habe bewusst das Foto eines jüdischen Kindes eingereicht, um die Rassenideologie der Nazis ad absurdum zu führen

von Imanuel Marcus  13.01.2026

Jackson

Brandanschlag auf Synagoge in Mississippi

Zwei Torarollen hat das Feuer vollständig zerstört. Der Verdächtige wurde vom FBI gefasst. Er bezeichnete das Gebäude während eines Verhörs als »Synagoge Satans«.

 12.01.2026 Aktualisiert

Fußball

Als Bayern gegen Prag verlor

Vor 125 Jahren traf der FC Bayern bei seinem ersten Auslandsspiel auf den legendären DFC Prag – und unterlag 0:8. Nach dessen Auflösung 1938 geriet der jüdische Verein fast in Vergessenheit, doch seit einigen Jahren wird er von Enthusiasten wiederbelebt

von Kilian Kirchgeßner  11.01.2026

Armenien

Offene Arme in Jerewan

Juden finden in einer der ältesten Städte der Welt Sicherheit und Gemeinschaft. Ein Ortsbesuch

von Stephan Pramme  11.01.2026

Sport

»Absoluter Holocaust«: Fußball-Kommentator sorgt für Eklat

Der Ex-Torwart Shay Given hat die Amtszeit des Trainers Wilfried Nancy bei Celtic Glasgow mit dem industriellen Massenmord der Nationalsozialisten verglichen

 11.01.2026

Belgien

Außerhalb des Völkerrechts

Die belgische Regierung verweigert einer Staatsangehörigen die konsularische Betreuung, weil sie in einer von Brüssel nicht anerkannten israelischen Siedlung lebt

 09.01.2026

Alija

Sprunghafter Anstieg: Mehr Juden sagen Frankreich Adieu

2025 hat sich die Zahl der jüdischen Auswanderer nach Israel fast verdoppelt. Experten machen dafür vor allem den wachsenden Antisemitismus verantwortlich

 08.01.2026