Diplomatie

Israel setzt im Streit mit Russland um Jewish Agency auf Dialog

Ankunft neuer Olim in Israel (Symbolbild) Foto: Copyright (c) Flash90 2019

Israel hat im Streit um ein mögliches Verbot der Jewish Agency Dialogbereitschaft signalisiert. »Wenn es in Bezug auf die wichtige Tätigkeit der Jewish Agency in Russland rechtliche Fragen gibt, ist Israel wie immer willens und bereit, in einen Dialog einzutreten«, sagte ein Sprecher von Ministerpräsident Yair Lapid am Dienstag nach Angaben von Lapids Büro. Israel wolle so »die wichtigen Beziehungen zwischen beiden Ländern« aufrecht erhalten.

Das russische Justizministerium hatte Klage gegen die Nichtregierungsorganisation eingereicht, die sich um die Einwanderung von Juden nach Israel bemüht. Die Gerichtsverhandlung ist für den 28. Juli angesetzt.

Medienberichten zufolge soll der Schritt politische Gründe haben. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte dagegen, das Vorgehen des Justizministeriums gegen die Organisation hänge mit Verstößen gegen russische Gesetze zusammen. »Man sollte die Situation nicht politisieren und auf den gesamten Komplex der russisch-israelischen Beziehungen übertragen«, mahnte er.

In Israel glauben viele, dass Moskau mit dem Verbot der Organisation das Land für dessen Haltung im Ukraine-Krieg abstrafen will. Die israelische Regierung hat den Angriff Russlands auf das Nachbarland verurteilt und seine Solidarität mit der Ukraine erklärt.

Israel will im Laufe der Woche eine Delegation nach Moskau schicken, um die russischen Behörden bezüglich der Klage umzustimmen. Medienberichten zufolge verzögert sich deren Abreise jedoch.

Israelische Medien berichteten kürzlich zudem, dass das Außenministerium Maßnahmen im Falle des Verbots der Organisation ausarbeite. Dazu zählt demnach etwa die Abberufung des israelischen Botschafters aus Moskau und eine verstärkte Unterstützung für die Ukraine. dpa

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Großbritannien

Universität Bath sagt Seminar mit Hochschule in Gaza ab

Eine Dozentin hatte britische Studenten aufgefordert, palästinensische Darstellungen des Nahostkonflikts nicht infrage zu stellen. Die Universität entschuldigte sich für die Vorgaben.

von Nicole Dreyfus  15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

»The Social Reckoning«

Empörungsköder

Der Whistleblower-Thriller zeigt die neue Weltordnung à la Facebook – und was Menschen nicht dagegen tun

von Sophie Albers Ben Chamo  15.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  15.10.2026

Irland

Ausgerechnet eine Antisemitismuskonferenz fällt dem Judenhass zum Opfer

In Dublin fand eine Tagung von Antisemitismusbeauftragten und jüdischen Vertretern statt. Ein Hotel verweigerte die Unterbringung. Für Irlands Gemeindevorsitzenden zeigt das, wie Antisemitismus sich immer wieder neu manifestiert

von Maurice Cohen  14.10.2026

USA

Süß und gut zu werfen

»Sunkist Fruit Gems« gehören in vielen Gemeinden zum Feiern. Ihr angekündigtes Aus sorgte für Aufregung – nun kommen sie zurück

von Sophie Albers Ben Chamo  13.10.2026

»Imanuels Interpreten« (26)

Paul Simon: Der Brückenbauer

Seit den 60er Jahren schreibt und spielt der New Yorker Künstler Musik, deren Texte durchweg stark sind. Mehrere Generationen haben zugehört. Heute wird das jüdische Talent 85 Jahre alt

von Imanuel Marcus  13.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026 Aktualisiert