Ungarn

Horthys Freundin

Umstritten: Erinnerung an Cécile Tormay Foto: cc

In Budapests zweitem Bezirk soll eine Straße nach der antisemitischen Schriftstellerin Cécile Tormay (1876–1937) benannt werden. Tormay war Vorsitzende des nationalistischen Frauenbundes MAN und enge Vertraute von Ungarns Staatschef, dem Hitlerverbündeten Miklós Horthy.

Aufruf Die jüdische Dachorganisation des Landes, MAZSIHISZ, protestiert gegen die Pläne der Budapester Stadtverwaltung. Geschäftsführer Gusztav Zoltai schrieb in einer Presseerklärung, Tormays »offener Antisemitismus« sei zu einem »Standard für Führungspersönlichkeiten des politischen Lebens in Ungarn« geworden. Er rief Budapests Bürgermeister Istvan Tarlos (Fidesz) auf, »die Entscheidung rückgängig zu machen«. Die ungarische Regierung sei verpflichtet, den Antisemitismus zu bekämpfen.

Auch der Jüdische Weltkongress (WJC) kritisiert die Straßenbenennung. WJC-Präsident Ronald S. Lauder sagte: »Die Entscheidung der Budapester Stadtverwaltung stellt das der jüdischen Gemeinde gegebene Versprechen infrage, dass die ungarischen Behörden energisch gegen Antisemitismus kämpfen werden.« Aus Solidarität mit den rund 150.000 Juden in Ungarn hatte der Jüdische Weltkongress Anfang Mai seine Vollversammlung in Budapest abgehalten. ja

Interview

»Das ist nicht normal«

Regina Sluszny überlebte die Schoa, weil sie von katholischen Belgiern versteckt wurde. Angesichts des Strafverfahrens gegen Mohalim fragt sich die Vorsitzende des jüdischen Dachverbands FJO, ob es für Juden in Belgien noch eine Zukunft gibt

von Michael Thaidigsmann  27.05.2026

Italien

Pride in Rom schließt jüdische LGBTQ-Organisationen aus

Die Organisatoren der Rome Pride Parade verbannen jüdische LGBTQ-Gruppen, die sich nicht von einem angeblichen Völkermord in Gaza distanzieren

von Nicole Dreyfus  27.05.2026

Antwerpen

Belgien: Empörung über Anklage gegen jüdische Beschneider

Wegen Anklagen gegen zwei jüdische Beschneider kritisieren jüdische Vertreter die belgischen Behörden scharf. Die European Jewish Association wirft der Staatsanwaltschaft vor, die Religionsfreiheit zu verletzen - Belgien weist dies zurück

von Marlene Brey  27.05.2026

New Jersey

Donald Newhouse mit 96 Jahren gestorben

Er war einer der einflussreichsten Medienmanager in den USA. Das Rampenlicht suchte er nur selten

 27.05.2026

Dokumentation

»Mehr Mut zu unbequemen Wahrheiten!«

Die Jüdische Allgemeine ist mit dem Tacheles-Preis ausgezeichnet worden. Hier dokumentieren wir die Dankesrede von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

von Philipp Peyman Engel  21.05.2026

Nachruf

Barney Frank mit 86 Jahren gestorben

Als liberale Stimme im Washingtoner Kongress prägte der jüdische Abgeordnete der Demokraten sowohl die Debatten über Finanzmarktregulierung als auch über die Rechte von Homosexuellen

 20.05.2026

Spanien

Mordverdacht: Sohn von Mango-Gründer festgenommen

Die Polizei in Katalonien hat Medienberichten zufolge den Sohn des Mango-Gründers und Philanthropen Isaak Andic festgenommen. Jonathan Andic war als einziger dabei, als sein Vater im Dezember 2024 einen Abhang hinunterstürzte

 19.05.2026

Washington D.C.

Abgeordneter Jared Moskowitz erhält antisemitisch motivierte Morddrohungen

In Zuschriften wird der Demokrat unter anderem als »zionistisches, jüdisches verdammtes Schwein« (»zionist Jewish fucking pig«) beschimpft. Er ist nicht der einzige jüdische Politiker in den USA, der bedroht wird

 19.05.2026

London

Israeli in Golders Green zusammengeschlagen

Der 22-Jährige wurde über die Straße gezerrt und geschlagen, bis er beinahe das Bewusstsein verlor

 19.05.2026