USA

Hilfe für Maui

Die Waldbrände erreichen die Stadt Lahaina. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Nach der verheerenden Naturkatastrophe auf der hawaiianischen Insel Maui, die bisher rund 100 Todesopfer gefordert hat, engagieren sich jüdische Gruppen in den USA, um der Unglücksregion zur Seite zu stehen.

Die historische Stadt Lahaina auf der Insel Maui, die Hawaiis jüdischer Gouverneur Josh Green vergangene Woche zusammen mit Brian Schatz, dem jüdischen Senator des Bundesstaates, besuchte, wurde durch die Waldbrände fast vollständig zerstört. »Was wir heute gesehen haben, war wahrscheinlich die größte Naturkatas­trophe in der Geschichte des Staates Hawaii«, sagte Green laut Jewish Telegraphic Agency (JTA).

Die jüdische Gemeinde von Maui sei in Sicherheit, doch viele hätten »ihre Häuser, Geschäfte und auch einen Angehörigen durch die Verwüstung der Brände verloren«, heißt es auf der Gemeinde-Website.

Klimawandel Experten sind der Ansicht, dass höhere Temperaturen und weniger Regen als Folge des Klimawandels Hawaii anfälliger für Waldbrände gemacht hätten, während Veränderungen in der Landwirtschaft des Bundesstaates zu den Bränden beigetragen hätten. Der Bundesstaat ist Schauplatz der zweiten von Jugendlichen geführten Klage gegen den Klimawandel. Die Klage von 14 Teenagern, zumeist Ureinwohner Hawaiis, gegen das Verkehrsministerium des Bundesstaates wurde nur wenige Tage vor Ausbruch der Brände verhandelt.

Nach Angaben von »eJewishPhilanthro­py« gibt es auf Maui 2000 bis 3000 Juden mit zwei Synagogen: die Jewish Congregation of Maui, die nicht in der Evakuierungszone lag, sowie Chabad of Maui, die sich dort befand.

Die Rabbiner beider Synagogen erklärten gegenüber eJewishPhilanthropy und dem »Forward«, dass die Gemeindemitglieder zu den Evakuierten gehören. Chabad-Rabbiner Mendy Krasnjansky sagte dem »Forward«, dass Freiwillige bereitstünden, um die Synagoge zu erreichen und Torarollen zu retten, falls nötig.

chabad-zentrum Auch Gemeindemitglied David Goldberg, der in der Nähe des Chabad-Zentrums wohnt, war vor Ort und half dabei, Hilfe zu organisieren. Er verbrachte die letzten Tage damit, den Strom der Menschen zu steuern, die zum Chabad-Zentrum kamen, um zu duschen, zu beten oder einfach nur zu schlafen.

»Wir haben unsere Räume jedem geöffnet, der sie braucht. Viele haben keine Brieftaschen, sondern nur ihre Handys«, sagt er über Touristen, die ihre Hotels nur mit dem Nötigsten für Tagesausflüge verlassen haben und nicht zurückkehren konnten. Er stellte auch Campingausrüstung für Menschen zur Verfügung, die am Strand oder in ihren Autos übernachten mussten.

Die Jewish Federations of North America (JFNA) rief einen Hawaii Wildfire Fund ins Leben, um den Evakuierten Hygieneartikel, Erste-Hilfe-Kits und Lebensmittel zukommen zu lassen.

»Nicht nur auf Maui wird Unterstützung benötigt, sondern die Menschen fliehen auch nach Honolulu, wo jüdische Gemeindeorganisationen die Bedürftigen unterstützen werden«, erklärte JFNA-Sprecherin Alisa Bodner in einer E-Mail.

evakuierung Rabbi David Kosak aus Portland, Oregon, der seinen Urlaub auf Maui verbrachte, erzählte einem Fernsehsender, dass er die jüdische Gemeinde von Portland mit der von Maui zusammengebracht habe, um die Hilfe für die Evakuierten zu beschleunigen.

Bob Horenstein, Direktor für Gemeindebeziehungen in Portland, erklärte gegenüber dem Sender KGW8, dass auch Oregon in letzter Zeit von Waldbränden heimgesucht worden sei. »Wir fühlen mit den Menschen von Hawaii mit und unterstützen ihre Bedürfnisse. Es ist wirklich wichtig, dass wir aus humanitärer Sicht reagieren.«

Irak

»Ich wurde von Idioten entführt«

903 Tage lang war die russisch-israelische Wissenschaftlerin Elizabeth Tsurkov als Geisel in der Gewalt pro-iranischer Terroristen. Dies ist ihre persönliche Feldstudie zur Brutalität autoritärer Regime

von Elizabeth Tsurkov  12.03.2026

Belgien

Steckt der Iran hinter dem Terroranschlag von Lüttich?

Ein Bekennervideo, das die Explosion vor der Lütticher Synagoge am frühen Montagmorgen zeigt, deutet auf einen islamistischen Hintergrund der Tat hin

 12.03.2026

Supercentenarians

Älteste Holocaust-Überlebende Mollie Horwitz wird 110 - oder gar 113

Mit 110 Jahren steigen Hochbetagte auf in die Gruppe der »Supercentenarians«, von denen es nicht viele auf der Welt gibt. Gehört Mollie Horwitz jetzt dazu oder schon seit drei Jahren, wie Wissenschaftler vermuten?

von Christiane Laudage  11.03.2026

Brüssel

Belgische Juden fordern Antisemitismusbeauftragten

Nach dem Sprengstoffanschlag auf die Synagoge von Lüttich verlangt der jüdische Dachverband CCOJB größere Anstrengungen der Politik im Kampf gegen Judenhass

 10.03.2026

Antisemitismus

Schweiz: Dauerbelastung durch Judenhass

In seinem Jahresbericht zum Antisemitismus verzeichnet der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG) zwar einen Rückgang bei tätlichen Angriffen - aber einen massiven Zuwachs im Online-Bereich

von Michael Thaidigsmann  10.03.2026

Polen

Wenige Juden, viele Debatten

Jüdisches Leben pendelt seit 1989 zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden. Eine Begegnung mit dem früheren Dissidenten, Aktivisten und Publizisten Konstanty Gebert

von Nicole Dreyfus  09.03.2026

Chabad

Europäische Rabbiner tagen in Berlin

Die Hauptstadt ist seit Montag Treffpunkt von rund 180 Rabbinern aus ganz Europa

 09.03.2026

London

Iraner wegen Ausspähung jüdischer Einrichtungen verhaftet

Die Antiterroreinheit der Londoner Polizei hat in der Nacht zehn Personen festgenommen, darunter vier mutmaßliche Spione der Islamischen Republik

 06.03.2026

Großbritannien

Radikal pragmatisch

Ahmed Fouad Alkhatib arbeitet an einem palästinensischen Staat. Für den brauche es vor allem Frieden und Zusammenarbeit in der Region, sagt der Mann, der in Gaza und in den USA aufgewachsen ist

von Daniel Zylbersztajn-Lewandowski  04.03.2026