Claims Conference

Führungswechsel

Gideon Taylor wird Präsident der »Jewish Claims Conference«. Foto: dpa

Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany, kurz Claims Conference, bekommt einen neuen Präsidenten. Der irische Jurist Gideon Taylor soll das Amt in Kürze vom langjährigen Amtsinhaber, dem US-Rabbiner Julius Berman (85), übernehmen. Die Mitgliedsorganisationen der Claims Conference hätten sich auf Taylor als Berman-Nachfolger verständigt, vermeldeten die »Jerusalem Post« und die Nachrichtenagentur JTA am Mittwochabend.

RESTITUTION Taylor soll bei einer Sitzung am 30. Juni offiziell gewählt werden. Der Restitutionsexperte ist seit 2013 ehrenamtlich Vorsitzender des operativen Ausschusses der World Jewish Restitution Organization, die federführend ist bei den Verhandlungen zur Rückgabe von Eigentum, das Juden während des Zweiten Weltkriegs gestohlen wurde. Von 2000 bis 2009 war der Rechtsanwalt aus Dublin bereits als Geschäftsführer bei der Claims Conference tätig. Unter Taylors Ägide wurde das Jahresbudget der Organisation auf 600 Millionen US-Dollar verdoppelt.

Unter Taylors Ägide wurde das Jahresbudget der Organisation auf 600 Millionen US-Dollar verdoppelt.

Von 1990 bis 2000 und erneut von 2009 bis 2012 arbeitete er für das American Jewish Joint Distribution Committee und baute dort unter anderem ein neues Programm zur Notfall- und Katastrophenhilfe weltweit auf. Seit 2013 führt Taylor ein privates Immobilienunternehmen in New York.

ERFAHRUNG Die Claims Conference wurde 1952 ins Leben gerufen und hat seitdem mehr als 70 Milliarden Dollar an jüdische NS-Opfer in rund 80 Ländern ausgeschüttet.

Darüber hinaus finanziert die Organisation mit Sitz in New York auch die häusliche Betreuung, medizinische Versorgung, Rechtsberatung und andere Dienste für Holocaust-Überlebende, die durch Partnerorganisationen angeboten werden.

Der Vorsitzende des Internationalen Auschwitz Komitees, Roman Kent, lobte Taylor. Dessen »Drive und Engagement« für die Interessen der Überlebenden und seine Erfahrung machten ihn zu einer »idealen Wahl« für den Posten.

Belarus

Antisemitische Ausfälle aus Minsk

Ein Interview des belarussischen Machthabers Alexander Lukaschenko belastet das bilaterale Verhältnis mit Israel

von Alexander Friedman  17.06.2026

Bonn/Berlin

»Habt keine Angst«: Zeitzeuge Marian Turski vor 100 Jahren geboren

Er gehörte zu den bekanntesten Schoa-Überlebenden. Seine Worte ermutigen viele Menschen auch über seinen Tod im Jahr 2025 hinaus. Zum 100. Geburtstag blickt ein Freund Turskis auf die Zukunft des Erinnerns

 16.06.2026

Interview

»Mir wurde immer wieder vorgeworfen, ich sei zu proisraelisch«

Der Schweizer Politiker und Ständerat Daniel Jositsch über die wahren Gründe für seinen Austritt aus der SP, postkoloniale Irrwege und den Antisemitismus innerhalb der Linken

von Nicole Dreyfus  16.06.2026

Albanien

Flamingos gegen Kushner

In Tirana wächst der Widerstand gegen einen Inselverkauf. Präsident Edi Rama wirft den Demonstranten Antisemitismus vor. Zu Recht?

von Adelheid Wölfl  16.06.2026

Großbritannien

Einstufung von Palestine Action als Terrorgruppe ist rechtens

Ein Berufungsgericht in London hat der Regierung von Premier Keir Starmer Recht gegeben und das Verbot der militant antiisraelischen Gruppierung bestätigt

 15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Abstimmung

Schweizer lehnen Bevölkerungsgrenze ab

Soll die Bevölkerung des Landes auf zehn Millionen Menschen begrenzt werden? Darüber sollten die Schweizer heute abstimmen

 14.06.2026

New York

Wie mein Junge das Essen lernte

Lange verzweifelte unser Autor an den Speisegewohnheiten seines Sohnes. Ein Jahr vor dessen Barmizwa unternimmt der Vater einen letzten Versuch: Gemeinsam begeben sie sich auf eine kulinarische Weltreise durch ihre Heimatstadt

von Hannes Stein  14.06.2026

Boy George

Kein Chamäleon

Der britische Sänger positioniert sich schon seit Beginn seiner Karriere klar gegen Antisemitismus. Am 14. Juni wird der Popstar 65 Jahre alt

von Leon Stork  13.06.2026