EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

Debatte

Europäische Rabbinerkonferenz verteidigt Felix Klein

War fast 30 Jahre lang Moskauer Oberrabbiner: Pinchas Goldschmidt Foto: dpa

Der Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER), Pinchas Goldschmidt, äußert sich entsetzt zur aktuellen Debatte über Antisemitismus in Deutschland.

Zudem verurteilt er die teils massiven Vorwürfe gegen den Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung, Felix Klein. Das geht aus einem am Freitag bekannt gewordenen Brief von Goldschmidt an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hervor.

FATAL »Die Vorwürfe gegen Felix Klein und der relativierende Umgang mit dem leider wieder grassierenden Antisemitismus, die in dem von mehr als 60 Wissenschaftlern, Schriftstellern und Künstlern unterzeichneten Brief geäußert wurden, haben die jüdische Gemeinschaft verletzt«, so Goldschmidt. Die Debatten gingen »am wirklichen Problem« vorbei. Damit werde Antisemiten nicht nur Vorschub geleistet, sondern »in fataler Weise« ignoriert, in welcher schwierigen Situation Europas Juden derzeit seien.

Juden in Europa seien dankbar, die Bundesregierung mitsamt Felix Klein bei der Bekämpfung des Antisemitismus und der Förderung jüdischen Lebens in Deutschland an ihrer Seite zu wissen, betont Goldschmidt.

Die vergangenen zwölf Monate hätten gezeigt, »wie physische und auch virtuelle antisemitisch motivierte Angriffe gegenüber der jüdischen Gemeinschaft zugenommen haben«. Der Anschlag auf die Synagoge in Halle im Oktober habe eine neue Dimension von Gewalt an Juden und letztlich auch an der Gesellschaft markiert, betont Goldschmidt.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Aus seiner Sicht wäre es sinnvoller gewesen, »diese traurigen Fakten seitens der Unterzeichner aus Kultur und Wissenschaft zu thematisieren und Strategien aufzuzeigen, wie diese unerträgliche Gewaltspirale gegen Juden wieder zurückgedreht werden« könne.

ISRAEL Stattdessen sei das Gegenteil erreicht worden: Man könne mit der Politik des Staates Israels einverstanden sein oder nicht - diese aber auf die hier in den »allermeisten« Fällen »sehr gerne« lebenden Juden zu projizieren, sei ein neuer Tiefschlag in der Antisemitismusbekämpfung.

Wünschenswert sei in Deutschland eine Debatte darüber, wie der Kern des Antisemitismus bekämpft werden könne, betont Goldschmidt. Er frage sich, »wie vor diesem Hintergrund, wie mit solchen irritierenden Debattenanstößen eigentlich das bevorstehende Festjahr ‚1700 Jahre Jüdisches Leben« begangen werden solle.

Die jüdische Gemeinschaft in Europa ist dankbar, die Bundesregierung mitsamt Klein bei der Bekämpfung des Antisemitismus und der Förderung jüdischen Lebens in Deutschland an ihrer Seite zu wissen, sagte Goldschmidt. Die CER schätze den »unermüdlichen Einsatz« Kleins. Die Zusammenarbeit mit ihm sei »immens wichtig«.

ZENTRALRAT Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte Klein zuvor auch schon gegen die Anfeindungen und Kritik in Schutz genommen. »Der Vorwurf, er unterdrücke Debatten oder wolle Kritiker der israelischen Regierung mundtot machen, ist haltlos und in unseren Augen auch respektlos«, hieß es in einem am Mittwoch veröffentlichten Offenen Brief von Zentralratspräsident Josef Schuster an Bundeskanzlerin Merkel.

Als Europäisches Rabbinat vertritt die CER mehr als 700 Rabbiner von Dublin bis Wladiwostok und damit die größten jüdischen Gemeinden Europas. Die CER tritt für die religiösen Rechte der Juden in Europa ein. Präsident der CER ist seit 2011 der Oberrabbiner von Moskau, Pinchas Goldschmidt. kna/ja/epd

Showbiz

Noah Wyle ist der »Sexiest Man Alive«, meint das »People«-Magazin

Der »The Pitt«-Star darf sich über den Titel freuen, der einst auch Harrison Ford schmückte. Seine Kinder sticheln schon, sagt Wyle

 28.10.2026

Medien

»Jüdin« auf der Stirn

Die entlassene Produzentin Lucie Kon erhält fast 500.000 Euro von der BBC nach Antisemitismus-Vorwürfen. Nach dem 7. Oktober 2023 wurde ihre Arbeit beim öffentlich-rechtlichen Sender unerträglich

von Jamie Shapiro  27.10.2026

San Francisco/New York

KI mit Elvis-Songs gefüttert: Millionenklage gegen Anthropic

»Return To Sender« und diverse weitere Lieder des King of Rock’n’ Roll sollen ohne Zustimmung ins KI-Training geflossen sein

 27.10.2026

Island

Wo die Mikwe eine heiße Quelle war

Seit diesem Jahr hat der Inselstaat erstmals ein jüdisches Gemeindezentrum. Juden spielten in der Geschichte des Landes allerdings eine wichtigere Rolle als bisher bekannt

von Elke Wittich  26.10.2026

Miami

Bei den koscheren Panthern

Seit 2015 gibt es an der Florida International University die jüdische Studierendenorganisation »Hillel«. Zu Besuch an einem Nachmittag im Oktober

von Katrin Richter  26.10.2026

USA

Schalom, Sydney?

Gossip-Alarm! Angeblich will Schauspielerin Sydney Sweeney Musik-Mogul Scooter Braun heiraten. Und dafür konvertieren

von Sophie Albers Ben Chamo  25.10.2026

Essay

Der Druck der Straße: Kann Frankreich seine Juden noch schützen?

Eine Republik, die ihre Rathäuser nicht schützen kann, wird auch ihre Juden nicht mehr lange beschützen können, meint unser Gastautor

von Rabbiner Pinchas Goldschmidt  23.10.2026

Rom

Papst vor AJC-Delegation: »Kirche duldet keinen Antisemitismus«  

Erstmals empfing Leo XIV. im Vatikan eine Delegation des American Jewish Committee - und betonte in seiner Ansprache, dass der interreligiöse Dialog zum Weltfrieden beitrage

 22.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  21.10.2026