Anne Frank

»Es ist eine schreckliche Geschichte«

Luna Cruz Perez spielt in der Videoreihe Anne Frank. Foto: copyright Anne Frank Stichting, photography Ray van der Bas

Wie erging es Anne Frank nach der Verhaftung und Deportation 1944? Was fühlte, was dachte sie? In neuen Videos werden die letzten Lebensmonate des jüdischen Mädchens aus seiner Perspektive erzählt.

Das Amsterdamer Anne Frank Haus veröffentlichte am Mittwoch den ersten Film auf seinem YouTube-Kanal. Mit den Videos will die Stiftung jungen Leuten das Schicksal von Anne in zeitgemäßer Form nahe bringen. 

VIDEOTAGEBUCH Im vergangenen Jahr war der erste Teil des Video-Tagebuchs erschienen. In 15 Videos filmt Anne, dargestellt von der 14 Jahre alten Luna Cruz Perez, wie eine moderne Vloggerin sich selbst und ihr Leben im Versteck bis zur Razzia.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Zwei Jahre lang hatte Anne Frank (1929-1945) mit ihrer Familie in dem Hinterhaus in Amsterdam im Versteck vor den deutschen Nationalsozialisten gelebt. Das Mädchen aus Frankfurt am Main hatte dort sein weltberühmtes Tagebuch geschrieben. Am 4. August 1944, vor 77 Jahren, waren alle Untergetauchten verhaftet worden.

DEPORTATION In den drei neuen Videos beschreibt Anne die Deportation und ihr Schicksal in den Lagern Auschwitz und Bergen-Belsen. Anne starb im Frühjahr 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen, sie war 15 Jahre alt.

»Sie blickt zurück, von einer unbekannten Zeit und einem unbekannten Ort aus, auf die Ereignisse nach der Verhaftung«, teilte das Anne Frank Haus mit. Grausame Szenen und Bilder würden nicht gezeigt. »Es ist eine schreckliche Geschichte«, so warnt Anne aber gleich zu Beginn die Zuschauer. 

QUELLEN Über die letzten Monate gibt es keine Aufzeichnungen mehr von Anne. Ihr letzter Eintrag im Tagebuch war der 1. August 1944. Die Filmemacher nahmen als Grundlage für die Videos das niederländische Buch »Nach dem Tagebuch«, Berichte von Zeitzeugen sowie andere historische Quellen.

Die jeweils 15 Minuten langen Filme gibt es auch mit deutschen Untertiteln. Die Anne Frank-Stiftung bietet auch Begleit-Videos für den Schulunterricht an. dpa

München

Oberrabbiner Goldschmidt: »Wir können nicht immer wegrennen«

Jüdisches Leben in Europa hat eine Zukunft, aber nicht von allein. Dafür braucht es nach den Worten des Oberrabbiners Pinchas Goldschmidt Partner in den Regierungen und in der Zivilgesellschaft

von Barbara Just  16.10.2026

Großbritannien

Universität Bath sagt Seminar mit Hochschule in Gaza ab

Eine Dozentin hatte britische Studenten aufgefordert, palästinensische Darstellungen des Nahostkonflikts nicht infrage zu stellen. Die Universität entschuldigte sich für die Vorgaben.

von Nicole Dreyfus  15.10.2026

Statistik

Zahl antisemitischer Vorfälle in Österreich bleibt auf hohem Niveau

Der Ausnahmezustand sei zum Alltag geworden, beklagt eine Antisemitismus-Meldestelle in Österreich. Im ersten Halbjahr 2026 wurden erneut Hunderte einschlägige Fälle gezählt

 15.10.2026

»The Social Reckoning«

Empörungsköder

Der Whistleblower-Thriller zeigt die neue Weltordnung à la Facebook – und was Menschen nicht dagegen tun

von Sophie Albers Ben Chamo  15.10.2026

New York

Magische Juden

Handleser, Geisterbeschwörer, Wahrsager und Wunderheiler: Eine neue Ausstellung beleuchtet die Lust am Okkulten

von Eva C. Schweitzer  15.10.2026

Irland

Ausgerechnet eine Antisemitismuskonferenz fällt dem Judenhass zum Opfer

In Dublin fand eine Tagung von Antisemitismusbeauftragten und jüdischen Vertretern statt. Ein Hotel verweigerte die Unterbringung. Für Irlands Gemeindevorsitzenden zeigt das, wie Antisemitismus sich immer wieder neu manifestiert

von Maurice Cohen  14.10.2026

USA

Süß und gut zu werfen

»Sunkist Fruit Gems« gehören in vielen Gemeinden zum Feiern. Ihr angekündigtes Aus sorgte für Aufregung – nun kommen sie zurück

von Sophie Albers Ben Chamo  13.10.2026

»Imanuels Interpreten« (26)

Paul Simon: Der Brückenbauer

Seit den 60er Jahren schreibt und spielt der New Yorker Künstler Musik, deren Texte durchweg stark sind. Mehrere Generationen haben zugehört. Heute wird das jüdische Talent 85 Jahre alt

von Imanuel Marcus  13.10.2026

Katharina von Schnurbein

»Ich habe das Gefühl, den richtigen Weg gegangen zu sein«

Die EU-Antisemitismusbeauftragte Katharina von Schnurbein wechselt von Brüssel nach Berlin. Sie folgt dort Felix Klein nach. Ein Porträt

von Michael Thaidigsmann  14.10.2026 Aktualisiert