Europäische Rabbiner-Konferenz

Erstes Bildungsprogramm für Rebbetzin

Programmleiterin Yemima Mizrachi Foto: CER

Die orthodox ausgerichtete Konferenz der Europäischen Rabbiner (CER) startet eine eigene Ausbildung für Rebbetzin. Das sei ein in Europa einmaliges Programm, sagte der Generalsekretärs der CER, Gady Gronich der Jüdischen Allgemeinen.

Es gehe zum einen darum, »einfach mal ‚Danke‘ zu sagen für all das, was die Rebbetzin in ihren Gemeinden leisten«, erklärte Gronich. Rabbinerfrauen spielten in Gemeinden eine wichtige Rolle etwa in der Lebensberatung oder Familienarbeit.

Werkzeuge Zum anderen solle Ehefrauen der Rabbiner durch das Programm Training in Leitung und Kommunikation erhalten. Der zweigleisige Kurs umfasst außerdem ein Mentorat durch ein erfahrenes Rabbiner-Ehepaar. Nicht zuletzt sei es das Zeil, durch das Programm ein europäisches Netzwerk für Rebbetzin zu schaffen.

Ein weiteres Anliegen der CER ist die bisher fehlende Bezahlung der Rebbetzin. »Es ist doch verrückt, dass die Frau des Rabbiners, obwohl sie den Menschen in der Gemeinde in vielen persönlichen oder familiären Fragen hilft, Unterricht gibt oder sich um zwischenmenschliche Angelegenheiten kümmert, aber von niemandem entlohnt wird«, so Gronich. Er hoffe, dass sich das in Zukunft ändert.

»Ein kleiner Schritt für Europa und ein großer Schritt für die religiöse Welt«.

Yemima Mizrachi, leiterin des rebbetzin-programms

Für die Leitung des Programms konnte die israelische Anwältin und Publizistin Yemima Mizrachi gewonnen werden. Gronich zeigt sich erfreut, dass die Position eine »so prominente jüdische Persönlichkeit« übernimmt. Mizrachi sei »von der ersten Minute an begeistert von der Idee« gewesen, so Gronich.

Rückendeckung Mizrachi äußerte als Wunsch, »dass jede Gemeinde eine weibliche Figur hat, an die sie sich mit einer Frage wenden kann«. Dafür sollten Rabbinerfrauen auch »Anerkennung von außen bekommen«. bislang hätten die Rabbiner-Frauen für ihre Aktivitäten »nie irgendeine Unterstützung, Rückendeckung oder einen Titel erhalten«, so Mizrachi. Der Start des Programms der CER sei »ein kleiner Schritt für Europa und ein großer Schritt für die religiöse Welt«.

Nach Worten des Generalsekretärs der Europäischen Rabbinerkonferenz, Gady Gronich, kam der Anstoß zu dem Projekt von Rabbiner-Gattinnen, deren Ehemänner an Lehrgängen der Konferenz teilgenommen hatten. Man habe »die Rabbinerfrauen nach ihren Anliegen und Wünschen gefragt und daraufhin ein Programm für sie entwickelt«. Das Interesse daran sei bisher sehr groß, so Gronich. Die ersten Kurse sollen noch im September starten. js/kna

USA

»Wenn es nötig wird, wollen wir bereit sein«

Die Familie Wertheimer durchlebt das Dilemma unserer Zeit: Wo fühlen sich Juden noch sicher?

von Sebastian Moll  25.08.2026

ESC

Moroccanoil steigt als Hauptsponsor aus

Die israelische Kosmetikmarke hat ihr Sponsoring des Musikwettbewerbs nach sechs Jahren beendet.

von Nicole Dreyfus  25.08.2026

Mythos

Wie lange Haare zum männlichen Machtsymbol wurden - Vom biblischen Samson zum norwegischen Haaland

Seine blonde Mähne wurde zu seinem Markenzeichen - ebenso wie seine reichlichen Tore. Nun hat der norwegische Stürmer Erling Haaland sich die Haare abrasiert. Verliert er damit seine Macht? Vorbilder legen das nahe

von Johannes Peter Senk  25.08.2026

Schweiz

Das sind die beliebtesten Vornamen für neugeborene Jungen und Mädchen

Eine neue Rangliste des Bundesamts für Statistik gibt Aufschluss

von Nicole Dreyfus  25.08.2026 Aktualisiert

Österreich

Exodus über die Alpen

Zehntausende Juden flohen nach der Schoa über die Hohen Tauern nach Italien und weiter nach Palästina. Heute folgen ihre Nachfahren und andere Wanderer der historischen Route

von Pascal Beck  24.08.2026

Russland

Putins Doppelschlag gegen Jabloko

Die einzige Antikriegs-Partei wurde von der Wahl ausgeschlossen und ihr Anführer zu mehr als elf Jahren Straflager verurteilt

von Alexander Friedman  24.08.2026

New York

Gouverneurin Hochul fordert Mamdani auf, sich weniger auf Israel zu konzentrieren

In einem Interview legt die Gouverneurin des Bundesstaats New York dem Bürgermeister der gleichnamigen Metropole nahe, seinen Fokus auf das »Handwerkszeug der Stadtregierung« zu legen

 23.08.2026

Frankreich

»Fick dich, Gisèle, fickt euch, ihr Zionisten«

Gisèle Journo ist Jüdin und betreibt in Paris eine Agentur für Influencer. Jetzt ist sie Zielscheibe antisemitischer Anfeindungen geworden. Auslöser war der Boykottaufruf einer Europaabgeordneten

von Michael Thaidigsmann  21.08.2026

Philanthropie

Lauder-Stiftung lässt Förderung jüdischer Schulen in sieben europäischen Städten auslaufen

Zum Abschluss der jahrzehntelangen Förderung stellt die Ronald S. Lauder Foundation noch einmal 75 Millionen Dollar bereit. Die Strategie: Hilfe zur Selbsthilfe

 21.08.2026