Fussball

Dubai verweigert israelischem Spieler Einreise

Munas Dabbur bei einem Spiel zwischen Red Bull Salzburg und FAC Wien in Salzburg. Foto: dpa

Nachdem dem israelischen Nationalspieler Munas Dabbur am Sonntag vergangener Woche die Einreise nach Dubai verweigert wurde, steht nun der Verein des Stürmers vom FC Red Bull Salzburg in der Kritik. »Das Trainingslager hätte abgesagt gehört. Die ganze Mannschaft hätte nach Spanien fliegen sollen«, sagte der Präsident des jüdischen Sportvereins Hakoah Wien, Paul Haber, in der österreichischen Zeitung »Der Standard«. Schließlich sei es »keine extreme Überraschung, dass ein israelischer Sportler nicht in ein arabisches Land einreisen darf«.

Dem arabischen Israeli erteilten die Vereinigten Arabischen Emirate trotz fristgerechtem Einreichen der notwendigen Unterlagen kein Visum für Dubai. Doch statt sich hinter seinen Spieler zu stellen, reiste der österreichische Meister ohne ihn ins Trainingslager. Daraufhin flog Dabbur mit dem Zweitligisten FC Liefering zur Saisonvorbereitung nach Spanien.

hakoah Dabburs Verein indes kann an seiner Entscheidung kein Fehlverhalten erkennen. Zur Kritik von Hakoah-Präsident Haber sagte Salzburgs Sprecher Christian Kircher: »Der Herr ist uns nicht bekannt. Wir haben das zur Kenntnis genommen.« Sobald dem Visumsantrag von den arabischen Behörden stattgegeben wird, werde Munas Dabbur nach Dubai reisen, so Kircher.

Sportlern mit israelischem Pass wurde in der Vergangenheit oftmals die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate verweigert. Das bekannteste Beispiel ist der Eklat um die Einreise der israelischen Tennisspielerin Shahar Peer. Ihr wurde im Jahr 2009 kein Visum ausgestellt – angeblich aufgrund von Sicherheitsrisiken, wie Turnierdirektor Salah Tahlak damals erklärte.

eklats Bei internationalen Sportwettkämpfen kommt es zudem immer wieder zu Skandalen, weil arabische Sportler sich weigern, gegen israelische Gegner anzutreten. So ereigneten sich zum Beispiel während den Schwimm-Weltcups 2013 in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten mehrere diskriminierende Vorfälle gegen israelische Sportler.

Bei dem Wettbewerb wurden Ergebnisse von israelischen Schwimmern nicht auf der Anzeigetafel veröffentlicht, um die Flagge Israels nicht zeigen zu müssen. Eine Siegerehrung, auf der auch ein israelischer Athlet hätte ausgezeichnet werden müssen, wurde kurzerhand abgesagt.

Zuletzt kam es während der Olympischen Spiele 2016 in Rio zu mehreren Eklats, als arabische Sportler israelische Athleten boykottierten. Vor der Eröffnungsfeier etwa weigerten sich Teilnehmer aus dem Libanon, gemeinsam mit israelischen Athleten in einem Bus zu fahren.

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