Restitution

»Die Uhr tickt«

Konferenzort: Palais Czernin in Prag, Sitz des tschechischen Außenministeriums Foto: dpa

Jüdische Vertreter aus 41 Ländern haben sich am Dienstag und Mittwoch zu einer Konferenz in Prag getroffen. Im Palais Czernin, dem Sitz des tschechischen Außenministeriums, sprachen sie über Fragen der Rückgabe jüdischen Eigentums, das im Holocaust gestohlen wurde.

»Es geht uns nicht nur um Eigentum, sondern in erster Linie um moralische Werte«, sagte Tomáš Kraus, Geschäftsführer des Verbands Jüdischer Gemeinden in der Tschechischen Republik. »Wir möchten Fortschritte … die Uhr tickt sehr schnell.«

Unrecht müsse benannt werden, forderte Jiri Schneider, Staatssekretär im tschechischen Außenministerium. Was unrechtmäßig weggenommen worden ist, habe man an die rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.

Zeitdruck Wie der Vorsitzende der Jüdischen Restitutionsorganisation (WJRO), Ronald S. Lauder, am Mittwoch in Prag erklärte, habe es seit dem Ende des Kommunismus und dem Zerfall der Sowjetunion bereits Fortschritte gegeben. »Doch besteht ein großer Bedarf, Zehntausenden älteren Holocaust-Überlebenden und ihren Nachfahren zu helfen, deren Eigentumsansprüche bislang unbeantwortet blieben.« Dies gelte vor allem für Polen, Lettland und Rumänien, so Lauder. Da müsse schnell gehandelt werden.

Colette Avital, Vorsitzende des Zentrums für Holocaust-Überlebende in Israel, betonte, dass viele ihrer Klienten heute sehr bedürftig seien. Sie rief die osteuropäischen Länder auf: »Geben Sie diesen Menschen zurück, was ihnen gestohlen wurde, damit sie im Alter mit etwas Würde leben können!« ja

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  09.07.2026

Brüssel

Autorinnen canceln Auftritt wegen geplantem Konzert von Lahav Shani

Die Kontroverse um den Auftritt der Münchner Philharmoniker unter Leitung ihres israelischen Chefdirigenten hält an: Zwei Französinnen verkündeten nun, dass sie nicht wie geplant im Brüsseler Bozar auftreten wollen

 09.07.2026

USA

Aus dem »Deep Shtetl« zur »New York Times«

Yair Rosenberg soll es richten. Der Journalist schreibt fortan über jüdisches Leben und Antisemitismus in den Vereinigten Staaten

von Sophie Albers Ben Chamo  09.07.2026

Nachruf

Louise Lasser, die Frau, die Mary Hartman erfand, ist tot

Die Schauspielerin vertrat Barbra Streisand auf dem Broadway und war mit Woody Allen verheiratet. Sie wurde 87 Jahre alt

 08.07.2026

50 Jahre in Deutschland

»Die Deutschen haben aus ihrer Geschichte gelernt«

Was ist typisch deutsch, was typisch amerikanisch? Holly-Jane Rahlens kennt sich mit beiden Nationen aus. Die Autorin lebt seit mehr als 50 Jahren in Berlin

von Nina Schmedding  08.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026

Spanien

Bericht: Jüdische Touristen von Menschenmenge verfolgt

Erneut ist es in Barcelona zu einem antisemitischen Vorfall gekommen: Zwei jüdische Touristen wurden eigenen Aussagen zufolge von mehreren Menschen verfolgt, bespuckt und beleidigt

 07.07.2026

Religionsfreiheit

Oberrabbiner sieht religiöse Praktiken europaweit unter Druck

Bei einem Symposium in Amberg diskutierten Politiker, Vertreter von Religionsgemeinschaften und Juristen über die Einschränkungen der Religionsfreiheit

von Christoph Renzikowski  05.07.2026

Terrorismus

In diesem Land gibt es keinen Platz für Islamisten. Sie sollten konsequent abgeschoben werden

Eine Klarstellung

von Jessie Katz  05.07.2026