Restitution

»Die Uhr tickt«

Konferenzort: Palais Czernin in Prag, Sitz des tschechischen Außenministeriums Foto: dpa

Jüdische Vertreter aus 41 Ländern haben sich am Dienstag und Mittwoch zu einer Konferenz in Prag getroffen. Im Palais Czernin, dem Sitz des tschechischen Außenministeriums, sprachen sie über Fragen der Rückgabe jüdischen Eigentums, das im Holocaust gestohlen wurde.

»Es geht uns nicht nur um Eigentum, sondern in erster Linie um moralische Werte«, sagte Tomáš Kraus, Geschäftsführer des Verbands Jüdischer Gemeinden in der Tschechischen Republik. »Wir möchten Fortschritte … die Uhr tickt sehr schnell.«

Unrecht müsse benannt werden, forderte Jiri Schneider, Staatssekretär im tschechischen Außenministerium. Was unrechtmäßig weggenommen worden ist, habe man an die rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.

Zeitdruck Wie der Vorsitzende der Jüdischen Restitutionsorganisation (WJRO), Ronald S. Lauder, am Mittwoch in Prag erklärte, habe es seit dem Ende des Kommunismus und dem Zerfall der Sowjetunion bereits Fortschritte gegeben. »Doch besteht ein großer Bedarf, Zehntausenden älteren Holocaust-Überlebenden und ihren Nachfahren zu helfen, deren Eigentumsansprüche bislang unbeantwortet blieben.« Dies gelte vor allem für Polen, Lettland und Rumänien, so Lauder. Da müsse schnell gehandelt werden.

Colette Avital, Vorsitzende des Zentrums für Holocaust-Überlebende in Israel, betonte, dass viele ihrer Klienten heute sehr bedürftig seien. Sie rief die osteuropäischen Länder auf: »Geben Sie diesen Menschen zurück, was ihnen gestohlen wurde, damit sie im Alter mit etwas Würde leben können!« ja

Frankreich

43 Jahre nach Anschlag auf jüdisches Lokal: Verdächtiger Palästinenser ausgeliefert

Der Anschlag auf das »Chez Jo Goldenberg« in der französischen Hauptstadt am 9. August 1982 erschütterte das Land und seine jüdische Gemeinschaft schwer

 17.04.2026

New York

Die Tiger der Tora

Einst feierten jüdische Fußballclubs in der Bronx das Leben, und sogar Marilyn Monroe kickte den Ball. Schwarz-weiße Erinnerungen zur Einstimmung auf die WM in den USA, Kanada und Mexiko

von Helmut Kuhn  16.04.2026

Ungarn

Wer ist Péter Magyar?

Viktor Orbán hat die Wahl verloren. Sein Nachfolger strebt weitreichende Veränderungen an. Doch bei vielen Themen setzt auch Magyar auf Kontinuität

von Michael Thaidigsmann  15.04.2026

Rom

Auch die »Trump-Flüsterin« Meloni fällt in Ungnade

Eigentlich gilt Italiens Ministerpräsidentin Meloni als Politikerin mit gutem Draht zu US-Präsident Trump. Nun attackiert er sie scharf. Der Schlagabtausch könnte für Meloni jedoch von Nutzen sein

von Robert Messer  15.04.2026

Statistik

Knapp 111.000 Holocaustüberlebende leben in Israel

Sie sind alt und sie werden weniger: Heute leben noch etwa 111.000 Holocaustüberlebende in Israel. Fast ein Drittel von ihnen ist über 90 Jahre alt, fast zwei Drittel von ihnen sind Frauen

 15.04.2026

München/Budapest

Europäische Rabbiner gratulieren Magyar zum Wahlsieg in Ungarn

»Das ungarische Volk hat eine klare Entscheidung für Demokratie, für Erneuerung und für ein zukunftsorientiertes Ungarn getroffen«, sagt Oberrabbiner Pinchas Goldschmidt

 15.04.2026

Polen

Rechtsradikaler Politiker schockiert mit israelischer Hakenkreuzfahne

Am Holocaustgedenktag warf Konrad Berkowicz Israel im Sejm vor, das neue Dritte Reich zu sein

 14.04.2026

Warschau

Absage an Antisemitismus: Polnische Bischöfe besuchen Synagogen

Vor 40 Jahren umarmte Papst Johannes Paul II. in Roms Hauptsynagoge den dortigen Oberrabbiner. In Polen erinnern nun Bischöfe an diesen Meilenstein in den katholisch-jüdischen Beziehungen. Es gibt aber auch Misstöne

von Oliver Hinz  14.04.2026

Nordmazedonien

Brandanschlag auf Synagoge in Skopje

Zwei bislang unbekannte Täter verschafften sich Zugang zum Eingangsbereich des Gotteshauses und versuchten, ihn in Brand zu setzen

von Nicole Dreyfus  14.04.2026 Aktualisiert