Nachruf

Die Frau, die den Verschlüsselungscode der Nazis knackte

Charlotte »Betty« Webb sel. A. Foto: picture alliance / empics

Im Zweiten Weltkrieg half sie den Briten beim Knacken verschlüsselter Nachrichten: Charlotte »Betty« Webb war eine der letzten Code-Knackerinnen von Bletchley Park - nun ist sie im Alter von 101 Jahren gestorben, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete.

In Bletchley Park, einem Anwesen nördlich von London, hatten die Briten den Verschlüsselungscode der Nazis geknackt und auch daran gearbeitet, Nachrichten anderer verfeindeter Staaten zu verstehen. Filme wie »The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben« erzählen davon.

Webb sei einer der letzten noch lebenden »Codebreaker« von Bletchley Park gewesen, meldete PA. Sie war dort von 1941 bis 1945 für die Frauenabteilung des britischen Heeres im Einsatz, arbeitete mit deutschen und japanischen Nachrichten und später auch für das US-Pentagon.

Anfangs sei sie Sekretärin gewesen, was sie »ziemlich langweilig« gefunden habe, zitierte PA. Dann habe sie gewechselt. Jahrelang habe sie ihren Einsatz verschwiegen - bis 1975 sei er ein Geheimnis geblieben. Später wurde sie vom Königshaus geehrt und in die französische Ehrenlegion aufgenommen.

»Betty hat Frauen in der Armee über Jahrzehnte inspiriert«, teilte die Organisation Women’s Royal Army Corps Association mit. Auch Bletchley Park - heute ein Museum - würdigte Webb: Sie habe sich unermüdlich darum bemüht, die Geschichte von Bletchley Park einem breiteren Publikum nahezubringen.

Buenos Aires

Argentinien: Richter ordnet Prozess wegen Terroranschlags von 1994 an

Über 32 Jahre ist es her, dass Terroristen einen Bombenanschlag auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA in Buenos Aires verübten. 85 Menschen wurden ermordet. Nun entschied ein Richter, den Prozess gegen die Verdächtigen zu eröffnen

 22.09.2026

Kanada

Schüsse vor Synagoge: Polizist und mutmaßlicher Angreifer schwer verletzt

Der Vorfall ereignete sich am Sonntagabend, während sich rund 25 Menschen in der Sons of Jacob Synagogue zum Jom Kippur versammelt hatten

 22.09.2026

Österreich

Bericht: Wien wird zur Anlaufstelle für deutsche Juden

Wien als sicherer Hafen für Juden? Immer mehr jüdische Familien zieht es dem Vernehmen nach aus Deutschland in die österreichische Hauptstadt. Antisemitismus nimmt aber auch hier zu

 20.09.2026

Weimar

Gedenkstätte Buchenwald bittet um Spenden für Kyryl Romantschenko

Die Familie Romantschenko ist der Gedenkstätte Buchenwald seit Jahrzehnten eng verbunden. Nun benötigt der 18-jährige Kyryl Romantschenko Unterstützung

 19.09.2026

Ranking

Das sind die 50 einflussreichsten Juden weltweit

von Michael Thaidigsmann  19.09.2026

Großbritannien

Burnham will Beschränkungen für katholische und jüdische Premiers abschaffen

Die Regierung in London legt einen Gesetzentwurf zur Aufhebung religiöser Beschränkungen vor, die aus dem 19. Jahrhundert stammen

 18.09.2026

Synagoge in Mailand (Archiv)

Mailand

»Niemand wird mich hier erniedrigen«

Nach antisemitischer Attacke durch arabische Männer: Jetzt spricht der angegriffene Rabbiner

 17.09.2026 Aktualisiert

Nachruf

Peter Max: Der Künstler hinter den bunten Bildern der Hippie-Ära

Peter Max Finkelstein ist tot. Er wurde in Berlin geboren. Seine Familie und er flohen vor den Nazis nach Shanghai und kamen später über Israel nach Amerika.

 17.09.2026

München

Rabbiner: Plan gegen islamistischen Terror ist Vorbild für Europa

Mit einem Zehn-Punkte-Plan sollen in Deutschland Radikalisierung und islamistischer Terror bekämpft werden. Zustimmung kommt von Rabbinern, die über die Landesgrenzen hinaus denken

von Leticia Witte  17.09.2026