Tschechien

Der Pegel sinkt

Breiter Strom: die Moldau in Prag am Dienstag Foto: dpa

Eigentlich sollten am Samstag Dutzende Prager Museen bis weit in die Nacht Besucher mit einem besonderen Programm locken. Auch das Jüdische Museum wollte sich an dem Event beteiligen – allerdings erst nach Schabbatausgang um 22.30 Uhr. Doch die Museumsnacht fällt dieses Jahr ins Wasser. Der lang anhaltende Regen hat die Moldau über die Ufer treten lassen, Teile des historischen Stadtzentrums überschwemmt und den öffentlichen Nahverkehr lahmgelegt. Wie das Jüdische Museum der tschechischen Hauptstadt auf seiner Webseite mitteilt, werde die Veranstaltung verschoben.

Vorsorge Am Montag hatte die Leitung des Jüdischen Museums für den Fall von Überschwemmungen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen und das Haus für die Öffentlichkeit geschlossen. »Wir haben kostbare Objekte aus dem Keller getragen, damit das Wasser sie nicht beschädigt«, sagte Museumsdirektor Leo Pavlat. »Nach unseren Erfahrungen aus dem Jahr 2002, als die unterirdischen Etagen des Museums die gefährdetsten Stellen waren, wollten wir vorsorgen.« Nachdem die Vorkehrungen abgeschlossen waren, öffnete das Haus am Dienstag wieder für Besucher.

Eine Sprecherin der jüdischen Gemeinde sagte dieser Zeitung, weder eine Synagoge noch irgendein anderes Gemeindegebäude sei durch die Überschwemmung beschädigt worden. Wie Radio Prag am Mittwochmittag meldete, hat sich die Hochwasserlage in der Hauptstadt inzwischen entspannt. In einigen Randbezirken begannen bereits erste Aufräumarbeiten. ja

Interview

»Die Situation in Irland ist besonders dramatisch«

Daniel Botmann, der Geschäftsführer des Zentralrats der Juden in Deutschland, spricht über seine jüngsten Besuche in Irland und Großbritannien und die Zusammenarbeit innerhalb der J7-Gruppe der großen jüdischen Gemeinden weltweit

von Michael Thaidigsmann  21.10.2026

London

Jüdinnen auf offener Straße angegriffen

Die Opfer wurden im Stadtteil Clapton Common ins Gesicht geschlagen

von Imanuel Marcus  21.10.2026

Israel

»So wollte ich nicht sterben«

Der indische Kapitän des »Fly Dubai«-Fluges schildert erstmals ausführlich, was sich an Bord abspielte

 20.10.2026

Kommentar

Eine unheilvolle Allianz

Wenn wie in Frankreich die radikale Linke und Islamisten Juden für Israels Politik verantwortlich machen, ist eine Grenze überschritten

von Simone Rodan  20.10.2026

Frankreich

Anarchie und Antisemitismus

Was mit Schülerprotesten gegen schlechte Lernbedingungen begann, hat sich zu gewalttätigen politischen Unruhen ausgewachsen, befeuert von Judenhass

von Laura Sahin  19.10.2026

Dave Rich

»Jüdische Studierende schweigen oft«

Der Antisemitismus-Experte über zunehmenden Judenhass an Universitäten, mangelnde Sicherheit im Alltag und die extreme Rechte in Großbritannien

von Nicole Dreyfus  19.10.2026

Frankreich

Prozess eröffnet: Rima Hassan droht Entzug des passiven Wahlrechts

Die israelfeindliche linke Europaabgeordnete muss sich in Paris wegen mutmaßlicher Terrorverherrlichung verantworten

 19.10.2026

Kommentar

»Wir sind keine Juden«: Die hässliche Fratze der französischen Krawalle

Es zeigt sich eine Querfront der Aggression, bei der sozialer Frust, postkolonialer Opfermythos und tiefsitzender Judenhass verschmelzen

von Ute Cohen  19.10.2026

Großbritannien

»Telegraph«: BBC-Datenexperte offenbar israelfeindlicher Aktivist

Ein leitender KI-Fachmann des britischen Senders soll laut »Telegraph« einst wegen eines Al-Qaida-Handbuchs festgenommen worden sein. Die BBC sieht keinen Bezug zu seiner Arbeit

 18.10.2026