Basketball

David Blatt geht zu Cleveland Cavaliers

David Blatt Foto: Flash90

Basketball

David Blatt geht zu Cleveland Cavaliers

Ein Israeli ist der erste Euroleague-Trainer, der in der NBA verpflichtet wurde

von Martin Krauss  23.06.2014 12:14 Uhr

Ein Israeli ist es, der amerikanische Sportgeschichte schreibt. Der Basketball-Trainer David Blatt ist der erste Coach, der aus der Euroleague in die NBA verpflichtet wurde. Er wechselt zu den Cleveland Cavaliers.

Vor einem Monat hatte Blatt mit Macabbi Tel Aviv völlig überraschend die Euroleague gewonnen. Als ihn die US-Zeitung »USA Today« fragte, was er mit seinen 55 Jahren noch im Basketball erreichen wolle, sagte Blatt, er sei »sehr interessiert« an einem NBA-Trainerjob.

Vertrag Am vergangenen Freitag gab nun der NBA-Club Cleveland Cavaliers bekannt, dass man sich mit Blatt, der die israelische und amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, geeinigt habe. Drei Jahre läuft der Vertrag, und gerüchteweise soll Blatt in diesem Zeitraum 20 Millionen Dollar verdienen.

In einer Pressemitteilung verkündete er: »Ich fühle mich stark genug für diesen Job, und ich glaube, dass ich zu dieser Mannschaft passe.«

Blatt ist nicht nur der erste Euroleague-Trainer, der in der NBA arbeiten wird. Auch dass er nie als Spieler in der stärksten Liga der Welt tätig war, macht ihn zum Unikum.

Cheftrainer Blatts Erfahrung und Erfolge als Trainer zeigen jedoch, wie wertvoll er für die NBA sein kann: 2004 wurde er Cheftrainer der israelischen Nationalmannschaft und leistete sich den Luxus, parallel eine Clubmannschaft zu betreuen: Dynamo Sankt Petersburg in Russland.

Mit Dynamo gewann Blatt die Europe League 2005. Er wechselte nach Italien, wo er 2006 Benetton Treviso zum Double führte: italienischer Meister und Pokalsieger. 2007 gewann Blatt dann als Cheftrainer mit der russischen Nationalmannschaft die Europameisterschaft. Es folgte ein Engagement in Türkei, bei Efes Pilsen Istanbul, bei Dynamo Moskau und beim griechischen Klub Aris Thessaloniki.

2010 kehrte er zu Maccabi Tel Aviv zurück. Seinen Paralleljob als russischer Nationaltrainer behielt er. Mit Tel Aviv holte er 2011, 2012 und 2014 das Double. Seinen ganz großen Coup schaffte Blatt vor einem Monat bei der Euroleague: Gegen die favorisierten Teams ZSKA Moskau und Real Madrid setzte sich Blatts Maccabi-Team durch.

Gespräch

Jüdische Stimme am Vatikan

Viktor Eichner vom Jüdischen Weltkongresses hat ein großes Ziel: sich für die jüdische Gemeinschaft einzusetzen – vor allem beim Heiligen Stuhl

von Sabine Kleyboldt  02.10.2026

Madrid

Kritik an Zara wegen Halloween-Kostüm mit Ähnlichkeit zu KZ-Kleidung

Die Hintergründe

 01.10.2026

Schweiz

Ein Importverbot von koscherem Fleisch gefährdet jüdisches Leben

Ein Kommentar von Jonathan Kreutner, Generalsekretär des jüdischen Dachverbands SIG

von Jonathan Kreutner  01.10.2026

USA

Jüdischer Stolz auf der New York Fashion Week

Zum ersten Mal war eine exklusiv jüdische Modenschau Teil des berühmten Events. Mit Modest Fashion, Abendkleidern und Bikinis

von Sophie Albers Ben Chamo  01.10.2026

Nachruf

Esther Rantzen mit 86 Jahren gestorben

Die Journalistin setzte sich für Kinder, Senioren und eine Legalisierung der Sterbehilfe in Großbritannien ein

 01.10.2026

New York

Mamdani legt Antisemitismus-Plan vor, jüdische Organisationen üben scharfe Kritik

Das Konzept des Bürgermeisters blende den Zusammenhang zwischen der Gewalt gegen Juden in New York und antiisraelischer Propaganda bewusst aus, sagt einer der Kritiker

 30.09.2026

Kiew

85. Jahrestag: Selenskyj gedenkt ermordeter Kyjiwer Juden

Vor 85 Jahren besetzten deutsche Truppen die heutige ukrainische Hauptstadt. Sie ermordeten zehntausende Menschen. Präsident Selenskyj stellt bei einer Gedenkfeier den Bezug zur Gegenwart her

 30.09.2026

Fußball

Im Kreuzfeuer: Irischer Nationalspieler mit israelischer Mutter

Finn Azaz wurde für Irlands Nationalkader für die Länderspiele gegen Israel nominiert. Weil er eine israelische Mutter hat, soll seine Zukunft im irischen Team aber infrage stehen

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026

Interview

»Es ist beängstigend, wie sich die Geschichte wiederholt«

Evan Bernstein (51) ist seit Kurzem neuer CEO von B’nai B’rith International, der ältesten jüdischen Wohltätigkeitsorganisation. Um den wachsenden Antisemitismus zu bekämpfen, will Bernstein vor allem die lokale Vernetzung verbessern

von Michael Thaidigsmann  29.09.2026