Großbritannien

Bärbel Bas gedenkt in London der »Kindertransporte«

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas am Mahnmal »Kindertransport – Die Ankunft« Foto: © Deutscher Bundestag / Thomas Imo / photothek

An der Liverpool Station in London hat Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) das Denkmal besucht, das an das Schicksal von mehr als 10.000 Kindern erinnert, die 1938 und 1939 aus Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei nach England gebracht wurden, um sie vor den Nazis zu retten.

Bei ihrem Besuch am Mahnmal wurde Bas von Personen begleitet, die vor 85 Jahren selbst durch Kindertransporte gerettet wurden, sowie von Vertretern jüdischer Organisationen in Großbritannien. An der Gedenkveranstaltung nahm auch Lord Eric Pickles teil, der Sonderbeauftragte der britischen Regierung für Post-Holocaust-Fragen.

Tradition »Es bedeutet mir sehr viel, dieses besondere Mahnmal mit einigen der geretteten Kinder von damals als erste hochrangige Repräsentantin Deutschlands besucht zu haben«, sagte Bärbel Bas. »Diese Begegnung, das Gespräch und das gemeinsame Gedenken haben mich tief bewegt.« Nach jüdischer Tradition legte sie einen Stein auf das Mahnmal.

»Ich möchte – auch im Namen des Deutschen Bundestages – meine tiefe Dankbarkeit ausdrücken für die britische Hilfe für diese jüdischen Kinder«, so Bas. »Nach dem Krieg stellte sich heraus: Viele der dank Großbritannien geretteten Kinder waren die Einzigen aus ihren Familien, die überlebt hatten. Die wenigsten kehrten in ihr Geburtsland zurück. Mir ist es sehr wichtig, dass wir die Erinnerung lebendig halten, und ich werde in Zukunft auch von der Begegnung mit den geretteten Kindern und von ihren Geschichten erzählen.«

Die Bundestagspräsidentin fügte hinzu: »Wir dürfen die Vergangenheit niemals aus dem Blick verlieren, das ist meine feste Überzeugung. Wenn wir über die Zukunft reden, müssen wir uns der Geschichte bewusst sein. Deshalb war es mir so wichtig, bei meinem Besuch in London neben vielen aktuellen politischen Gesprächen auch an diesen Ort zu kommen, um an die Verfolgung der Jüdinnen und Juden durch das nationalsozialistische Deutschland zu erinnern und Großbritannien zu danken, dass es mehr als 10.000 verfolgte jüdische Kinder vor einer drohenden Ermordung gerettet hat.«

Friedrichstrasse Das Mahnmal vor dem Bahnhof Liverpool Street – eine Bronzeskulptur des Bildhauers Frank Meisler – entstand 2006 auf Initiative des damaligen Prinzen Charles, der heute König ist. Auch in anderen Städten, darunter in Berlin vor dem Bahnhof Friedrichstraße, erinnern Skulpturen an die britische Hilfe für die jüdischen, von den Nazis verfolgten Kinder.

Während ihres zweitägigen Besuchs im Vereinigten Königreich traf Bärbel Bas am Mittwoch auch mit König Charles im Buckingham-Palast zusammen. Auch führte sie Gespräche in beiden Kammern des Parlaments. Von der Besuchertribüne aus verfolgte sie die traditionelle »Prime Minister’s Questions«, bei der sich der britische Regierungschef regelmäßig Fragen der Abgeordneten stellt. ja

Karin Prien

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